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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-10-09 · Heft 41 (9.10.1854) · p. Seite 517

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 41 (9.10.1854)
Date
1854-10-09
Page
Seite 517 (sequence 5)
Language
German
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517 f Zeitungsnachrichten. Palästina. Magdeburg, 28. September. Gaben für die armen Israeliten in Jerusalem find ferner bei uns eingelaufen: 1 Thlr. von Herrn Lang stein in Parchim; 77. Thlr. .572 Sgr. durch Herrn Landrabbiner Hamburger in Emden*); 31 Thlr. 13 Ngr. durch Herrn Rabbiner Wittelshöfer in Floß in Baiern nach einer Predigt**). Die Redaction. —Das Amsterdamer Comits hat, theils in hebräischer, theils in jüdisch-deutscher Sprache und Schrift seine Rechnungen für die Jahre 5611, 5612, 5613 in Druck erscheinen lassen. Das Jahr 5611 brachte 10,586 Gulden holl., worauf 664 G. Kosten, so daß die sefardischen Gemeinden circa 4000 G., die holländisch -deutsche 1900 G., die Peruschim 1500 G., die Ehassidim 2400 G. bekamen. Das Jahr 5612 hatte Einnahme 10,659 G. holl. , worauf 662 G. Kosten; das Jahr 5613 Einnahme 13,333 G. holl., worauf 837 G. Kosten. . Die Vertheilung geschah in demselben Mäße. Zu bemerken ist aber, daß diese Gelder, mit geringer Ausnahme nur Gaben' aus Deutschland sind. Revisoren sind die Rabbinen aus Würzburg, Aschaffenburg, Oettingen und Höchberg. In Anmerkungen ist bemerkt, daß diese Rechenschaftsablegüng nur die allgemeine, ohne irgend besondere Bemerkung übersandten Gelder befaßt, so wie auch die besonderen Stiftungsgelder, die an „Gelehrte" vertheilt werden sollen, ausgeschlossen bleiben. Die Vertheilung. geschieht jetzt so, daß die portugiesische Gemeinde (fast die Hälfte) erhält, und vom Reste ein Drittel die deutsch-holländische Gemeinde, die übrigen zwei Drittel die Peruschim und Chasfidim (Russen und Polen) erhalten. Deutschland. Frankfurt am Main, 20. September. (Privatmitth.) Sie gestatten mir wohl als Ausländer *) Nämlich aus Emden 12 Thlr. 674 Ngr.; Leer 127i2 Thlr.; Sögel 10 Thlr.; Bentheim 9 Thlr.; Norden 772 Thlr.; Alfhausen 5% Thlr.; Esens 4 Thlr. 8% Ngr.; Weeuer 3Thlr. 28% Ngr.; Bunde 3 Thlr. 217» Ngr.; Lin gen 3 Thlr.; Aschendorf 3 Thlr.; Wittmünd 2 Thlr. 1674 Ngr.; Nordhorn 174 Thlr. — ab 21% Ngr. Porti. **) Verzeichniß s. unter den Anzeigen. über den Eindruck; welchen die hiesigen ^UfWW8hältniffe auf mich gemacht. Ich kam nach DemschlM mit der Meinung, hier das Judenthum anzutreffen in seinem Kämpfen und Ringen, eben so sich in seinem Wesen und seiner uralten Erscheinung zu erhalten, wie Kraft der Intelligenz und geschichtlichen ForschunM^u entwickeln und an die Spitze der neuern Zeit zu stellen! Daß ein solches Kämpfen und Ringen auch mit mancherlei Uebelständen verbunden fei, daß dabei mancher Mißgriff und manche Härte Vorgehen würden, konnte und müßte ich vorausfttzen. Aber wie fand ich mich getäuscht, wie fand ich mich wenigstens in Frankfurt getäuscht! Statt Kampf um Wahrheit fand ich Zank der Personen, statt ehrlichen Austausch der Meinungeni und Streit der Gründe traf ich Sectirerei, Verketzerung, Gemeinheiten, Rohheiten, Haß — wo' soll ich Worte dafür finden? Ich sah bald ein, hier erwachst nichts Gutes,-aus keiner Partei und von keiner Seite. Die Hirschianer fovmiren' sich - einen besostdettt/; w lll - kürlichen Standpunkt, und mochten Alle, welche sich nicht zu ihnen bekennen wollen, von HauS und Hof jagen — die Meisten von ihnen lassen sich aber'den Gewinn von Sabbath und Fest in ' ihren offenen Comptoiren und Gewölben sehr schmecken.' Die Steinianer gehen bis zur äußersten Reform, und möchten das Judenthum aus der Welt kehren bis auf die Paar allgemeinen Sätze, die ihnen belieben, und von denen sie, wenn man ihnen scharf zu Leibe rückt, immer noch einige preis, geben!... "Und" dabei nun Denunciationen, wo möglich Niedertreten des Gegners, und lieber daS ganze Judenthum veröden, als nur etwas Duldung gegen Andersdenkende üben!... Nein, da lode ich mir doch daS Pariser Judenthum! Auch da Haben wir Schattirungen aller -Art neben einander, wir seufzen über den Aberglauben des Einen und über die Seichtigkeit und den Materialismus des Andern, aber Alles einigt sich doch in der Praxis, um Synagoge, Schule und Wohlthätigkeitsanstalten aufrecht zu erhalten, es ist kein Wühlen in den eigenen Eingeweiden da, und wenn man auch etwas Gelehrsamkeit und etwas bedrucktes Papier weniger hat, so hat man dafür mehr Einigkeit, mehr Zusammenhang , und damit mehr — Judenthum! Preußen. Magdeburg, 3. Oktober. (Bemerkungen.)

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