Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1854)
- Date
- 1854-10-02
- Page
- Seite 507 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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5Ö7 Warschau, 20. September. (Schl. Ztg.) Die Negierung hat den Verkauf und' die Verbreitung jüdisch er und hebräisch er Bücher einer strengeren Controlle unterworfen. Nach einer eben erschienenen Verordnung ist der Verkauf und der Besitz hebräischer; Bücher innerhalb des Kaiserstaates, also auch des KönigreichS Polen, mögen diese nun im Inlande oder Auslände gedruckt sein, wenn sie nicht am Anfänge und am Ende mit dem Censurstempel versehen sind, verboten. Diese Maßregel hat zum Zweck, der Staats-: caffe die Abgabe von 1 */2 Kopeken für den Bögen, welche von, den jüdischen Druckereien zum Besten des; jüdischen Schulfonds;erhoben würde) zu sichern; Wer dagegen handelt, wird eben so bestrast) als wenn er, Contrebande geführt hätte. Auch diese Strafgelder sollen dem genannten Schulfonds zu Güte kommen.: Die Localbehörden haben alle ungestempelten Bücher i zu stempeln und den Inhabern aufzugeben /die be-! ireffenven Bücher andie Cettsürbehörden nach Wilna 'einMsend'en.^-Ä'e Stempelung" 'der Bücher^ soll bin-! nen drei Monaten beendet sein. Nachher müssen alle Buchhändler sich ausweisen, daß sie ihren Verpflichtungen gegen die Censur nachgekommen sind; sonst werden ihre Bücher zum Besten jenes Fonds confiscirt. —. Nach Nachrichten in der D. AZ betrifft die Recrutirung insbesondere die jungen Juden, denen jetzt jedes Mittel, sich ihr zu entziehen, genommen ist. ■ ' ■;v'' V St. Petersburg, 13. September. Die N. Z. bringt: Zu den gewiß nicht uninteressanten Erscheinungen in Rußland, als Folge der Regierungsbestrebungen, die vom Ackerbau durch den Krieg entzogenen Hände möglichst zu ersetzen, gehört die Co-: lonistrung der Israeliten. Diese zogen in Rußland bekanntlich bisher überall das Mäklergeschäst und den Kleinhandel, nebst den minder anstrengenden Gewer-, ben des Schneiderhandwerks, der Klempnerei, der Gold-! Änd Silberarbeit und der Schankwirthschaft dem Feld-' bau vor; doch scheint der Widerwille allmälig über-! wunden und die Ansiedelungen fangen an, Erfolge zu verheißen. Die weite Steppe im Gouvernement Eka-; terinoSlaw hat bereits 500 Familien jüdischer Äckerbauer ausgenommen.. Die Gründung der ersten Colonie im Kreise Alerandrow fällt in das Jahr 1845. - Die. Regierung versprach denen, welchesich als Ackerbauer ansiedeln wollten, mancherlei Vorzüge und es. fanden sich reiche Kaufleütewelche 150 Familien ihrer Glaubensgenossen veranlaßten/ im Kreise Bobriniek sich niederzulassen? ' Die Colonie wollte nicht gleich gedeihen, bis man dieselbe unter Verwaltung deS Chefs der deutschen Colonien stellte. In den israelitischen Colonien, die aus 45 — 55 Bauerwirthschaften bestanden, würden Deutsche angestedelt, um den Israeliten die'nöthige Anleitung zu geben. Diese Maßregel hat wohlthätige Folgen gehabt. Die ersten Jahre hindurch hatten die Colonien übrigens auch in Folge Mißwachses mit Entbehrungen zu kämpfen, auch wurden sie von epidemischen Krankheiten heimgesucht; jetzt Haben lohnende. Jahre erklecklichen Gewinn gebracht, und die Frauen haben ebenfalls Gartenbau und Milchwirthschaft, zu treiben gelernt. Auf zehn Bauernwirthschasten wurde in jeder Colonie je. ein Deutscher angesiedelt, nach dessen Beispiel die Israeliten das deutsche•, WirthschaftSsystem angenommen haben." ' (Wir halten diese ganze Geschichtesür eine Ente, die von Zeitzu Zeit, auftäücht: Es ist wahr, 'daß von der russischen Regierung einmal Aufforderungen an die- Israeliten ergingen , sich zur Anlegung von Colonien zu melden. Da meldeten sich so viele, daß die Regierung dem ganzen Project — keine Folge gab. Red.) Nordamerika. San Francisco- 25. Juli. Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei die gestrige Nummer der „Daily Alta California;“ aus der Sie ersehen können, wie man hier über die am 23. h. stattgefundene Grundsteinlegung zu einer neuen Synagoge, -^^nagogue LmÄnuel/' ürtheilt. Es füngirte kev. vr. Julius EckMänn aus Mobile, Alabama: Er hielt zuerst eine Anrede an die DersäMMlung, worin er sein Vergnügen aussprach, daß auch Andersglaubende zugegen seien, den Dank ftrr die allgemeine Mithülfe zuM Bau, die Ueberzeugurtgdaß die Zeit bald kommen werde, wo die religiöse Verschiedenheit' in der Ausübung der Bruderliebe ttitgends verhindern werde?'- Er sprach von den Fortschritten der Israeliten in Californien, und legte dann in ein kupfernes Ädftd^en bie Documenta welche in den Grundstein kommen sollten, wie: daS Gemeindestatut, städtische! Blätteriein Blatt von-1796, die Resignation Washingtons enthaltend,' einen jüdischen