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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-09-25 · Heft 39 (25.9.1854) · p. Seite 494

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 39 (25.9.1854)
Date
1854-09-25
Page
Seite 494 (sequence 6)
Language
German
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494 darf in wiffenschaftlicher Beziehung - eines neuen, frischen Aufschwunges, und die Juden besitzen auch jetzt in allen Ländern einen großen wissenschaftlichen Schatz, der sich unter angemessener Begünstigung frei darbieten und fruchtbar machen wird. Jede richtige Politik wird daher in dem Einzuge der Juden in Spanien eben so ein wichtiges Mittel zur Förderung deS öffentlichen Wohles erkennen, wie deren Abzug von außerordentlichem Nachtheil gewesen. Diesem gegenüber würde sich die Furcht, als ob Spanien von Juden alsbald überschwemmt würde, sehr kleinlich ausnehmen. So schnell kehren sie nicht wieder dahin, von wannen sie gewaltsam vertrieben worden; so leicht trennen sie sich jetzt nicht mehr von dem Vaterlande, in dem sie heimisch und vollberechtigte Bürger geworden; die Zeit, wo sie glücklich waren, wenn ein Land der Erde sich ihnen öffnete, da ein anderes sie austricb, ist auf immer vorüber; am 2. August l492 war der Tag ihres Abzuges aus Spanien und am 3. August 1492 schiffte sich Kolumbus ein, um eine neue Welt zu finden, nach dieser ist jetzt die Strömung auch der auswandernden Juden gerichtet, und kein Land der alten Welt steht noch in Gefahr, von den Juden überschwemmt zu werden. Norwegen bezeugt dies.— Dies ist es, erhabene Vertreter einer hochherzigen, charaktervollen Nation, was wir Euch einfach, aber mit allem Nachdruck vorzutragen hatten. Euer ist die Prüfung, Euer die Entscheidung. Wir können ruhig ihr entgegensehen. lieber Alle spricht zuletzt die Geschichte ihr weltrichtendcs Urtheil. Dies das Gesuch an die Cortes. Es kann sein, daß dieser Versuch diesmal mißlingt, und das nächstemal abermals — aber bei hinlänglicher Ausdauer kann, da die Idee einmal ausgesprochen ist, die Erreichung des Zieles nicht ausbleiben! Gaben für die Armen in Jerusalem. Durch den Vorsteher, der Synagogengemeinde in Paderborn, Herrn F. Paderstein, 14 Thlr. 2*/2 Sgr. Durch den Herrn Rabbinen ve. Wolfs in Culm 17l/2 Thlr., (und zwar von da 12 V» Thlr. und aus Culmhoe durch Herrn Hirschfeld 5 Thlr.) Durch den Corporations-Vorstand Herrn Friedländer in Tirschtiegel 8 Thlr. Durch den Rabbinen der Altschottländischen Gemeinde in D a n z i g, Herrn vr. A. St e in, gesammelt nach desfalls gehaltener Predigt, 50 Thlr.*) Durch den israelitischen Prediger in Neuwedell, Herrn vr. Ed. Wolffberg, 3 Thlr. Durch den Vorstand der Synagogengemeinde zu Erfurt, die Herren M o o s, Dr.. Ungar, B enary und Auerbach 15 Thlr. Durch Herrn Rabbiner Dr*. Klein in Stolp abermals 7 Thlr.. nämlich. 4 Thlr.. aus Bütow, 3-7» Thlr. aus Bublitz. Es sind neuerdings Briefe aus Jerusalem angekommen , die wir des Raumes wegen zur nächsten Nummer verschieben müssen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Baiern, im September. (Privatmitth,) Der Mangel an jüdischen Lehrern wird auch in unserem Lande immer fühlbarer, waS die in neuerer Zeit so häufigen öffentlich ausgeschriebenen Stellvacanzen beweisen. Die immer mehr überhand nehmenden Auswanderungen, daS Uebersiedeln der Reichem in die Hauptstädte entvölkern die Landgemeinden, und üben natürlich auf die ohnehin kärglich zugemessenen Besoldungsverhältnisse des Lehrers einen nachtheiligen Einfluß auS. Auf der andern Seite werden die Anforderungen an den Schulmann immer größer; gewöhnliche Seminarkenntniffe genügen nicht mehr; man verlangt jetzt, wenn eine Stelle so glänzend ist, 300 Gulden einzutragen, von dem Bewerber, daß er in fremden Zungen spricht und gut musikalisch gebildet ist. Dabei ist es bedauerlich , daß manche Gemeinden schon durch die Art, wie sie ihre erledigten Stellen anonciren, die dem Lehrerstande gebührende Achtung verläugnen. So lasen wir in der jüngsten Zeit im „Correspondenten von und für Deutschland" ein Inserat der israelitischen Gemeinde zu Roch in Mittelfrankcn folgenden Inhalts: Genannte Gemeinde sucht einen in fremden Sprachen und Musik bewanderten Gemeindediener (mö), der zugleich auch Elementar- und Religionslehrer ist; — wahrschein- *) Nach den wiederholt gegebenen Bemerkungen werden Namensverzeichnlsse der edlen Geber im „Anzeiger" abgedruckt wegen mangelnden Raumes. Das Namensverzeichniß der Wohlthater in Danzig ist daher daselbst zu finden. ..

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