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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-09-18 · Heft 38 (18.9.1854) · p. Seite 486

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 38 (18.9.1854)
Date
1854-09-18
Page
Seite 486 (sequence 10)
Language
German
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486 Indern wir nun bie; andern literarischen Novitäten skizziren, müssen wir, noch .auf frühere Erscheinungen die Aufmerksamkeit hinlenken. Herr Dr. Goldenthal hat den noch nicht edirten Commentar des Moses Narboni zum 2. und 3. Theil des Moreh, Wien 1853, herausgegeben, MoseS Narboni, ein Rationalist der spanischen Schule, harrte lange der Erlösung aus den düftern Mauern der Bibliotheken, bis ihn endlich die Mendelssohn'sche Schule, I. Eichel, und S. Maimon daraus befreiten und den Commentar zum ersten Theil des Moreh auflegten. Jsak A r a m a, Akeda Pforte 54, wollte als achter Spanier, M. Narboni nebst seinem Werke einem Auto cha Fö überliefern: bi ü5> rby tp^nab sns -212^2 nrni. In unserm Zeitalter ist man milder gegen heterodore Meinungen gesinnt und Moses Narb oni ist nun durch Herrn Goldenthal dem größern Publikum zugänglich geworden..— Eine besondere Thätigkeit entwickelt die Buchhandlung A. della Torre in Wien, die eine große BibelauSgabe unter der Leitung Luzzato's wie auch die Machsorim, übersetzt und erklärt von S. Stern, vorbereitet. So eben erscheint.auch daselbst: 'n "iidr von R. Chasdai Kreskas, nach einer Handschrift der k. k. Bibliothek, ein Werk, . daS sehr selten ist und zum Verständniß des Jkkarim von I. Albo höchst nützlich und nöthig ist. — Auch der Chobath Ha-Lebaboth des Bechai mit vielen Zugaben soll nächstens aus diesem Verlage hervorgehen. — Albo's Jkkarim hat in Preßburg eine neue Auflage erlebt. — Sind daselbst die von der Censur gestrichenen, in den meisten Ausgaben fehlenden Stellen, z. B. das große 25. Capitel des 3. Abschnittes, die Conrroverse' mit dem christlichen Gelehrten, auch ausgenommen worden?? Durch Ergänzung dieser Lücken würde diese Ausgabe einen besondere Werth erhalten. Aus diesem Capitel, welches sich auch in dem von Schlesinger übersetzten Jkkarim befindet, lernt man den Geist und die Richtung der damaligen Polemik kennen. Möchte der Correspondent dieser Zeitung aus Preßburg über diese neue Ausgabe referiren. Bekanntlich hat Albo von der Censur viel gelitten (stehe deRossi, Handwörterbuch rc. 8. v. Albo), und eine komplette Edition wäre sehrwünschenswerth, da jetzt das Werk seines Lehrers, Chasdai KreSkas, auch wieder gedruckt wird, und die Censur zu Grabe getragen wurde. — Mein Artikel ist ziemlich groß geworden und es bleibt mir nichts übrig, als post scriptum eines gern gelesenen und beliebten Werkes zu gedenken. Seit mehrern Jahren giebt Herr W. Pascheles in Prag eine periodische Schrift unter dem Titel: Sippurim, eine Sammlung jüdischer Volkssagen, Erzählungen, Mythen, Chroniken, Denkwürdigkeiten und Biographien berühmter Judenaller Jahrhunderte, insbesondere des Mittelalters.- Von den Sippurim erscheint jetzt die dritte. Sammlung (die erste hat bereits eine neue Auflage erlebt)/ die fich besonders der Gunst der Lesewelt erfreut. . Auf Verlangen wurde eine novellenartige Erzählungausdem.dreißigjährigen Kriege, Gawriel, aus den ersten vier Lieferungen der Sippurim, 3. Sammlung, besonders abgedruckt, die reißenden Absatz findet. Viel interessanter und lehrreicher, obwohl dem. Geschmack der Leser der Sippurim weniger zusagend, ist in. der 5. Lieferung ein trefflicher Aufsatz von Dr. M. Jost mit; der Aufschrift: Vor fünfzig Jahren. Herr Dr. Jost giebt darin eine skizzirte Autobiographie, seine Jugenderlebnisse, gewürzt mit mancherlei Anecdoten über Erziehung und. Unterricht, über Schule und Beth-Hamidrasch, die höchst ansprechend-sind. Schon das ist lehrreich, den Bildungsgang großer. Gelehrten zu verfolgen, aber um so mehr bei jüdischen Koryphäen, die meist autodidactisch ihre Bildung und Wissenschaft sich erworben haben. Welche reiche Ausbeute würde der Gelehrtengeschichte durch solche Biographien erwachsen! Jedenfalls ist es wünschenswerth, daß dieser Artikel nicht ohne Nachahmung bleibe*). D. Oppenheim.. Korrespondenz. Eine Reiseskizze. Fulda, im August. Während der Ferien, machte ich einen kleinen Ausflug nach Thüringen. Der geneigte Leser wolle jedoch.keine Beschreibung von dem idyllischen Bade Liebenstein und seiner romantischen Umgebung erwarten — nur so viel sei bemerkt, daß ich dort das Vergnügen hatte, den großen Schulmeister Diesterweg, .diesen Mann der Aufklärung und des Fortschritts, diesen Märtyrer seiner Üeherzeugu.ng, der ebenfalls die Devise führt: „Und Licht *) Sie erlauben mir, Herr Redakteur, in einer Anmerkung eine Anfrage an die verehrliche Verlagshandlung von B. Tauchnitz jun. in Leipzig zu stellen. Wird das hebräische und chalbäische Handwörterbuch über das A. T. von Dr. Julius Fürst, von dem blos zwei Lieferungen 1852 ausgegeben wurden, weiter erscheinen?? WaS ist die Ursache dieser langen Verzögerung? Vielleicht gefällt es dem Herrn Verleger oder Herausgeber über die erste Frage sich hier auszusprechen.

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