Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1854)
- Date
- 1854-09-18
- Page
- Seite 485 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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485 so maßlos gehuldigt Und der Zudifferentismus seiner Zeitgenossen für' Kunst: und Wissenschaft soscharf getadelt wird.-; Dadurch erklärt sich am besten der Widerspruch in -der doppelten Dedicätion; s. Orient. 1845. Nr. 10, wo eine andere Ausgleichung versucht wird. -— Unsere Zeit endlich hat dem Genie und der Muße Al-Charisi's volle Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Seit dem Wiedererwachen der jüdischen Wissenschaft wurde von jüdischen und christlichen Gelehrten (Sylvester de Sacy und Rückert) seiner eigenthümlichen geistreichen Poefie die größte Aufmerksamkeit gezollt. Rückert, der gewandte Uebersetzer der Makämen H a r i r i ’ s, und Sylvester de Sacy, lournr»! 4§i3itique: 1833, Exlrait du Sepher 'kselllremoni, haben die gelehrte Welt auf den jüdischen Hariri aufmerksam gemacht, -und Letzterer hat die 1.4. Makäme nach Vergleichung, der Manuskripte der Sorbonne nebst Uebersetzung, wie auch einige Proben der von Al-Eharifi übersetzten Makämen des Hariri, die zum Theil noch in Manuskript in Orförd vorhanden find, mitgetheilt. DukeS, Ehreusäülen und Denksteine/ Wien 1837, ist hiernach mit einer' umfassendern Arbeit über Al- Charist und dessen Divän aufgetreten, dem sich dann vr. Kraft, jüdische Sägen und Dichtungen, 1839, angeschloffen. Hierauf trat-Herr lKämpf mit seiner großartigen kritischen Bearbeitung des Tachkemoni nebst Uebersetzung auf, die aber bisher noch nicht vollendet wurde. Aus dem weitläufigen Titel: Die ersten Makämen aus dem Tachkemoni oder Divan des Charist nebst dessen Vorrede. Nach einem authentischen Manuskripte herausgegeben, vocalisirt, interpungirt und übersetzt rc. re. von Dr. Kämpf. Berlin 1845, — kann her Leser den schönen Plan des Herausgebers entnehmen, der aber nicht fortgesetzt wurde. Gerade aber die vielfachen deutschen Uebertragungen und Nachbildungen machten eine neue Ausgabe deS Tachkemoni, der schon sehr selten geworden, höchst wünschenswerth. Herr M. E. Stern ist nun diesem allgemeinen Verlangen nachgekomtnen und hat den ^iu2Nri auch unter dem Titel: MÄkLÄen oder Divan von Jehuda Al-Charist, nach genauer Durchficht und möglichst correcter Läuterung des TerteS und der Punctation edirt. Wien b854. Herr Stern, dem. natürlich die Manuscripte nicht zugänglich, benutzte, .blos die Amsterdamer Edition, ohne die Vorarbeiten von Sylvester de Sacy und Kämpf. Zu bedauern ist es aber, daß Herr Stern den Tachkemoni in sogenannter Raschischrift, die überdies gar so klein ist, hat abdruchen lassen, da dadurch wegen der Leserlichkeit die Amsterdamer Ausgabe vorzuziehen ist. - Bei'poetischen und belletristischen Werken ist die kleine "sogenannte rabbinische oder Raschischrift durchaus verwerflich und es ist eine wahre Sünde gegen den Genius der Poefie, wenn Charist in unserem Jahrhundert in solcher Gestalt erscheinen muß. Uebrigens hat Herr Stern durch Correctur, schönes Papier und vergleichen das Möglichste geleistet, um seine durch billigen Preis fich auSzeichnende Ausgabe überall willkommen zu heißen. — Ungern vermißten wir die bekannte, leicht zu errathende Emendation, worin Al-Charist sein -Vorbild Hariri nennt.' Vorrede S. 2. ,*>taPta!ttbN 172113 2Y131 /im tPb&mJ'<',’72!3rn3 imfcT1 -sbin inbvr m:mb7a bm Der Reim •’-mMbtt mit wobei ein Interpunktionszeichen gemacht werden muß, spricht für die Lesart Al-Hariri gegen däö korrupte Al - Charisi in unfern Ausgaben. Von der ebenfalls von Herrn Stern herausgegebenen, in diesen Blättern oft rühmlichst erwähnten hebräischen Zeitschrift Kochbe Jizchak ist so eben auch das 19. Heft erschienen. Man kann Herrn Stern für seine unermüdliche Ausdauer, seine uneigennützige Hingebung für die heilige Sprache nicht genug Anerkennung zollen, mit der er sein schönes, nicht lohnendes Unternehmen fortführt. Die 19 Hefte der Kochbe Jizchak geben dafür ein beredtes Zeugniß. In diesem .19. Hefte bekundet sich aber wiederum ein bedeutender Fortschritt; neue Mitarbeiter mit kritischen Arbeiten über Rapoports Erech Millin, die aber über das Ziel hinausschießen, find hinzugekommen und die Zeitschrift gewinnt immer mehr an Ausdehnung und Boden. — Ein Referat über den Inhalt werden Sie mir füglich erlassen, nur eine Notiz von Herrn Rapoport in einem Schreiben an Herrn Wassertrilling über die anonymen Verfasser des Maamar Haßkel, wovon eben in Ihrer Zeitung von Herrn Schütz eine deutsche Bearbeitung angekündigt ist, kann ich nicht übergehen. — Herr Rapoport verwirft die von Heidenheim erfundene Meinung, daß R. Elieser b. Nathan der Verfasser des Maamar Haßkel fei, -mit schlagenden-Gründen, welches wahrscheinlich zu den anonymen Werken gehört. — Herr Wassertrilling hält, nach Sifthe Jeschenim und Seder Hadoroth, einen R. Samuel b. Jehuda für den Verfasser, der aber nicht mit Iben Tibon zu verwechseln ist, da Iben Tibön am Schlüsse des Werkes mit Namen citirt wird, und endlich waren die Tibone abgesagte Feinde der Kabbala, die ihrer ganzen Geistesrichtung fremd war. Demnach ist die Meinung deS Herrn Wassertrilling zu berichtigen. S. Frankels Monatsschrift, 6. Heft, 1854. 38