Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-09-11 · Heft 37 (11.9.1854) · p. Seite 473

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 37 (11.9.1854)
Date
1854-09-11
Page
Seite 473 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225915--14102-3243586
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

478 dies Gepräge tragen auch unsere. UntorvichtSanstalten, die Mehr zur geistreichen Bildung als zum praktischen Leben -anleiten. Selbst unsere Schulen, deren : hauptsächliches : Augenmerk der gewerbliche und Handelsunterricht sein sollte, sind ° davon nicht frei. So beklagen sich die Eltern/ deren Kinder selbst in der obersten Handelsschule gebildet werden, daß sie am Ende zu Allem eher als zu Kaufleuten taugen. Ein Israelit., ein in Frankreich-naturalisirter Deutscher, Herr Or. Springer,, hat es jetzt hier unternommen, ein Institut zu gründen, dessen Zweck vornehmlich Bildung für den Handel- und Gewerbestand sein solle.: Herr Springer besitzt dazu die Fähigkeiten und den Takt in hohem Grade, und mehrere englische und französische Familien haben sich bereits zu diesem Zweck mit Erfolg an ihn. gewendet. Die Zöglinge zu tüchtigen Kaufleuten und Industriellen, ausgerüstet mit allen für ihren Beruf nöthigen Kenntnissen, zu formiren, ohne die allgenreine Bildung zu vernachlässigen, ist.-das Ziel, welches Herr Springer in seinem Institut anstrebt. Der streng sittliche Charakter des Leiters und der reine , geistige Hauch der Familie soll das Institut durchströmen und giebt den Eltern die Gewähr einer gedeihlichen Erziehung ihrer Kinder. Wr wünschen der neuen Pflanzung das beste Gedeihen! Literarische Nachrichten. Aus der Altmark, im Juli. Wenn wir vor Kurzem , mit Herrn Dr. Sachs durch das dornige Gestrüpp des Talmuds und der Midraschim streiften, dem kundigen Wegweiser folgend und uns die auf heimischem Boden unkenntlich gewordenen fremden Gewächse Nachweis«! ließen, so wollen wir heute Herrn vr. Sa alschütz in die von tausend Blüthen duftenden Gefilde biblischer Poesie begleiten, das Merkchen selbst ist .ja eine anmuthige Blume, in der reichen Flora unserer jüdischen Literatur. Der Titel ist: . , „Form und Geist der biblischhebräischen Poesie von Iotz^:SaalschsttzL^r;:der Philosophie, .Pnvatdocxnt der orientalischen.Alterthumskunde an. der Königl. U.niversitä1 zu Königsberg u, s.,w. Königsberg 1863, Verlag von ,. /.Das BM :enthält- -drei WhaMungen. b lieber den HtwtzhenbauMd.PersrhtzthMM in hMMM -Hebräischen Dichtungen. II. Charakter und Inhalt derselben, III, Biblisch -hebräische Naturanschauung und. Naturpoesie. — , Die erste Abhandlung.ist eine, kurze Zusammenfassung und Ueberarbeitung des vyr.28 Jahren erschienenen größeren Werkes des Verfassers (von der Form der hebräischen Poesie, nebst einer Abhandlung über die Mustk der Hebräer. Mit Kupfer- und Notentafeln. Königsberg 1825); die zwei ändern Abhandlungen — ursprünglich Vorlesungen :— gehen auf den innern Gehalt der biblisch-poetischen Bücher ein und war es die Absicht des Verfassers, die Ergebnisse der Forschungen Herders, Lowths und Anderer in unerledigt gebliebenen Punkten zu vervollständigen und den Stoff von einem etwas andern Standpunkte übersichtlicher vor Augen zu stellen. —- Wir wenden uns zuerst zur Abhandlung über die Form der hebräischen Poesie. Die Tradition von dem Vorhandensein eines Metrums in. den alten hebräischen Dichtungen findet sich bis in das siebente Jahrhundert . gewöhnlicher Zeitrechnung unzweideutig erhalten. Jsidorus HiSpalenfis (starb 636), Augustinus (436), Hieronymus (400), Eusebius (360), sprechen davon,, so z. B. ist nach Hieronymus die Diktion im Hiob bis zum Cap. 3 prosaisch, von da bis 42, 6 hexametrisch in Daktylen und Spondeen, wobei häufig auch andere Füße mit ausgenommen seien. An einer andern Stelle, sagt der Kirchenvater: „Endlich, was ist wohlklingender, als die Psalmen, welche nach Art unfers Flaccus und des griechischen Pindar, bald jambisch, bald alkäisch klingen, bald den ernsten Takt des Sapphicus haben, bald mit einem Halbfuß beginnen. Was ist schöner, als der Gesang im .Deuteronom (Cap. 32), und der des Jesaias (Cap. 5), was kräftiger, als Salomo, was vollkommener, als Hiob, welche sich alle in hexametrischen und pentametrischcn Reihen fortbewegen" u. s. w. Von besonderem Gewicht sind aber die Aussagen des Philo und Josephus, denen noch der lebendige Klang der Hebräischen Sprache bekannt sein mußte. Elfterer sagt, daß die Gesäuge der Therapeuten wohlgemessene Gesänge mit abwechselnden Strophen seien, Josephus. nennt 2 M. 15 und 5 M. 32 hexametrische Dichtungen, die Psalmen wären theils trimetrisch,theils pentametrisch. Man hat nun verschiedentlich versucht, die Wahrheit dieser Aussagen nachzuweisen,, Verst purst zuerst dje Frage auf, ob die.En^MHtvk>WS.Ändkvtungen hinterlassen . Haben,, daß. sie irgend welche Aufmerksamkeit auf das äußerlich Formelle ihrer Poesien wandten. In. dieser Beziehung bjeten sich zunächst Peweise dar,, .dgß .eine Miedejrnng dest HMchteten zu ^Str y.pch/.q 37*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.