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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-09-11 · Heft 37 (11.9.1854) · p. Seite 474

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 37 (11.9.1854)
Date
1854-09-11
Page
Seite 474 (sequence 12)
Language
German
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474 und Versen jenen nicht unbekannt gewesen und daß sie solche in Anwendung brachten. Diese Strophenabtheilung findet sich insbesondere in den alphabetischen Gedichten, indem mehrere dem Gedanken nach zusammenhängende Reihen (masorethische Verse) je einen der auf einander folgenden Buchstaben des Alphabets an der Spitze haben (Ps. 9 u. a.). Eben so ist die Wiederholung eines Refrains oder wenig abgeänderten Schlußgedankens eine gleichfalls deutliche und zwar natürlichere und ansprechendere Art, die Lheile des Gedichts von einander zu sondern (Ps. 39), oder die Theilung deutet sich dadurch an, daß der gleiche Gedanke am Anfänge der Strophen wiederkehrt (Ps. 62). Endlich giebt die regelmäßige Setzung des Selah, man mag eine Meinung über die Bedeutung des Wortes haben, wie man wollenden Beweis auch einer striktem äußern Scheidung einzelner Stücke, und es wird somit nicht schwer, auch an Stellen, wo uns die genannten Anzeichen verlassen, aus dem Gedankengange natürliche Ruhepunkte und somit Strophenscheidung aufzufinden. Verf. weiset dies an verschiedenen Beispielen nach. — Andere Wahrnehmungen führen aber auch darauf hiy (S. 12), daß eine weitere Gliederung des Gedankens zu einzelnen, kleinen Reihen, also eine Verseintheilung ihnen bekannt war, wie sich dies zunächst in den alphabetischen Gedichten vor Augen stellt (achtzeilige Strophe z. B. in Ps. 119, dreizeilige in Klagel. 3), wo selbst zuweilen jede masorethische Reihe einen andern Buchstaben des Alphabets an der Spitze hat (Ps. 25, 34 fg.), und andere, in welchen noch kleinere Gedankenbilder in derselben Weise erkenntlich gemacht sind (Ps. 111. 112). Aber auch in nicht alphabetischen Dichtungen wird man die kleinsten Versreihen dem Gedanken nach sehr leicht heraus finden, wie sie denn auch die Masorethen durch die Accentuation geschieden haben. — Geht man auf die Anschauung der einzelnen Verse näher ein, so findet man, daß dieselben lange Reihen hindurch aus einer ganz oder fast ganz gleichen Zahl von Worten bestehen, z. B. Pf. 111, wo die meisten Reihen drei Worte haben. Schon die alten Forscher machten auf die vierwortigen Reihen 2 M. 15, 6. 7., dreiwertige Habak. 3, 3, auf solche, wo drei mit vier Worten abwechseln (Ps. 68, 5. 6.), aufmerksam. Der Verfasser führt uns nun weiter. Es entging auch den alten Forschern nicht, daß in denjenigen Versreihen, in welchen diese Gleichzahl im Allgemeinen zweifellos stattfindet, sie in einzelnen Fällen dadurch unterbrochen wird, daß zwei kleine Worte eines von gewöhnlicher Länge vertreten. Sie sprachen, demnach schon von Gliedern, nicht von Worten, indem sie zwei kleinere Worte, nur für ein Glied rechneten, z. B. Ps. 3, 3, oder es entsprechen drei Worte zwei, wenn diese die scheinbare Lücke durch ihre Länge auszufüllen im Stande sind (Ps. 114, 2). Diese Gleichmäßigkeit in dem Baue der VerSreihcn kann Keinem entgehen (S. 16). Bei einem sehr großen Theil der Psalmen, im ganzen Buche Hiob, in den Sprüchen Salom., in den poetischen Stücken der Bücher Mosis und anderer Theile des A. T. zeigt sie sich so ausfallend, daß eine betreffende Absichtlichkeit von Seiten des Dichters nicht geläugnet werden kann und schon P. Asarjah de Rosst im Meor Enajim weiset Metren (ohne Berücksichtigung des Rhythmus) nach. Nach ihm kann der ganze Satz sich so theilen, daß man einzelne Glieder'von zwei Metren erhält, als rnrr 2 M. 15, 6. Hierzu treten noch zwei Metra: welches demnach im Ganzen vier Metra giebt. Desgleichen: atf« II sjipa* Dagegen besteht der Gesang 5 M. 32 aus drei Metren, welche, mit einander verbunden, Reihen von sechs Metren geben, nach Art des heroischen Gedichtes (Hexameter) als V. 1. 2. 1| y^'v || »HttJniHI rnsmi II II Zuweilen wechseln auch in einem Gedichte jene beiden Versarten in zwei oder drei Metren mit einander ab. (2 M. 15, 8). vya | sjbk | 'mN,äV : : | nahn J wag || | irtaa | “Disa ' In solcher Weise sucht R. Asarjah den Angaben des Philo, Iosephus und Hieronymus gerecht zu werden,/ohne jedoch sich selbst zu genügen. Er fühle, sagt er, beim Lesen die Eristenz eines noch weiter gehenden rhythmischen Gesetzes, vermöge aber nicht, demselben auf den Grund zu kommen. Es stellten sich nach ihm Andere die Aufgabe, den Rhythmus der hebräischen Poesie vollständig wieder zu finden. Am berühmtesten haben sich die Versuche Bellermanns (Versuche über die Metrik der Hebräer) gemacht. Wir werden sie und die des Herrn Verfasserim Nächsten besprechen/ Beide können nicht genügen: Mit dem Nachweis unrhythmischer Metren scheint eS wirklich abgethan und das, was dem R. Asarjah und Andern beim Lesen auffällt, wohl auf einem rhythmischen Gesetze, welches sich dem Ohre offenbart, zu beruhen/ aber nicht

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