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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-09-04 · Heft 36 (4.9.1854) · p. Seite 455

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 36 (4.9.1854)
Date
1854-09-04
Page
Seite 455 (sequence 5)
Language
German
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455 kennern in Jerusalem auf'S Dringendste anzuempfehlen, und ersuchen, darüber Auskunft zu ertheilen. Wir sind gern bereit, für einige Geldmittel zu sorgen, wenn daS Ziel erreichbar ist. Wir gaben diesen Artikel aber auch, um jüdische Lehrer in kleinen Städten und Dörfern auf den Gegenstand aufmerksam zu machen, der an vielen Orten am Platz wäre. Was daS heilige Land betrifft, so war der Maulbeerbaum von jeher dort heimisch und ist es noch. Reisende auS dem sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert, namentlich Neitzschitz 1635, spricht ausdrücklich vom Seidenbau, der in Beirut getrieben wird, Baumgarten (1508), Villamont (1589), Monconys erzählen von den herrlichen Maulbeerhainen, welche die Umgebung Beiruts zieren. Robinson berichtet von den schönen Maulbeerhainen um Saida (Sidon), dessen Hauprhandel in Seide, Baumwolle und Galläpfeln besteht (III S. 699), wie die ganze Gegend des Flusses Auly voll Feigen- und Maulbeerhaine ist (S. 711), und die Umgebung von Beirut ganz mit solchen bedeckt ist (S. 716). Schwarz bestätigt die Häufigkeit der Maulbeerbäume (mn) im heiligen Lande, auch bei Jerusalem sind solche (S. 309). Der Gegenstand ist also sehr wichtig. Als Gaben für die Israeliten im heiligen Lande sind wieder eingelaufen: durch den Herrn Rabbiner Di*. Schwabacher und den Vorsteher H. Cohn in Schwerin a. d. Warthe 27 Thlr.; von S. G. in Miasteczko 1 Thlr.) durch den Vorstand der Gemeinde in Mühlhausen, die Herren D. Mankiewitz und A. B. Blachstein 11 Thlr. 12% Sgr.; durch den Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Hirschberg in Schlesien, die Herren Sachs und Berger aus Hirschberg 14% Thlr.) aus Warmbrunn 3 Thlr., zusammen 17% Thlr.) von Herrn Emanuel Hertz in Rheinberg 1 Thlr., mit dem Bemerken, daß die Hälfte von Nichtjuden ihm gegeben) durch den Lehrer Herrn Jsaacsohn in Cappel bei Detmold 3 Thlr. 16 Sgr. 2 Pf., theils dort, theils 'aus Klein- und Groß-Marpe, Mossenberg, Relkirchen, Herrntrup. Endingen, 25. August. Aus der Schweiz. Zu den intolerantesten Nestern der Welt gehören gewisse Schweizer Cantönli, und zwar recht viele. Ueber die neuesten Vorgänge theilen wir hier eine Correspondenz aus Endingen und einen Artikel der Thurgauer Zeitung mit, weil dieser die Zustände in den Cantonen einmal recht deutlich kund thut. — Indem ich Ihnen eine Abschrift aus Nr. 185, 186 und 187 der Thurgauer Zeitung zu gutsindender Benutzung für Ihr geschätztes Blatt übermittle, finde ich mich veranlaßt, folgendes voraus zu schicken: Versiossenen Winter berieth ein Verein gemeinnütziger Männer zu Eschenz, Canton Thurgau, die Mittel zur Hebung des Volkswohls und nahm unter seinen Vorschlägen ein Gesetz zur Beschränkung des Verkehrs der Juden auf, welcher Vorschlag als Motion vor den dortigen Großen Rath gebracht wurde. Vergebens traten sämmtliche Mitglieder der Regierung, so wie bedeutende Capacitäten des Cantons gegen dieses Project auf. Die Motion wurde zum Beschluß erhoben und die hohe Regierung eingeladen, dem Großen Rathe ein Gesetz zur Beschränkung-des Verkehrs der Juden vorzulegen. Seither haben die öffentlichen Organe der Schweiz Manches für und wider dieses Beginnen vorgebracht und zur Realisirung. desselben zeigt sich namentlich bei der Regierung keine große Lust, weil hochdieselbe human und aufgeklärt genug ist, um das Widrige und Unangenehme dieser ihrer Aufgabe einzusehen. Auch sieht der hohe Bundesrath, der freilich in Cantonalangelegenheiten nicht interveniren darf, das Auftauchen solcher mittelalterlichen Schöpfungen nicht gern und jeder vernünftige Schweizermann schüttelt darüber den Kopf. Merkwürdig ist's, wie auch hier sich der Satz les extrew68 se touelient, bewahrheitet. Der besonnene Liberale und Radikale ist gegen solches Treiben) aber Jesuiten, Aristocraten, Demagogen und Ignoranten wollen Judengesetze. Dennoch aber kommt das projectirte Gesetz zu Stande und dürfte dasselbe zur Folge haben, daß solche und ähnliche wie die Pilze in den übrigen nicht-judenfreundlichen Cantonen aufschießen, da wahrscheinlich das Gesetz in spe auch nichts anderes sein wird als eine Copie des basellandschaftlichen Judengesetzes. — Leider aber thun die Juden selber zu wenig, um solche Erscheinungen zu verhindern. Wenn erst jeder Jude in diesem oder jenem Dörflein oder Städtlein die Erlaubniß zur Niederlassung, erhalten, dann kümmert er sich wenig um bürgerliche Gleichstellung der

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