Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1854)
- Date
- 1854-08-28
- Page
- Seite 446 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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446 36, ll JPl MW p 1$!;. ff Ist 1 ll -Dieser Stein ist^somit MS. dem Jahre 905 der üblichen Zeitrechnung.. Er ist klein, unansehnlich und nur -mit großer Mühe lesbar. — Er wird wegen seines hohen Alters bei der vorzunehmenden Renovation bedacht werden. — Der Name mag wie der Name der von hnöN fein (S. Bet Schemüel zu Eben Ha-Efer in den rii?2w). Ich erlaube mir zum Schluffe , mitzutheilen, daß meine Schrift die Stammtafel und fast die, vollständige Anzahl der Leichensteine von der Familie Bucharach enthalten wird. vr. L. Lewysohn. . Aus der Altmark. Beiträge zur Sprach - und Alterthumsforschung re. (Schluß)., Wir können hier nur kurz den Inhalt vorliegenden, Werkes anzeigen und müssen natürlich die Leser auf dasselbe selbst Hinweisen. ■ Im ersten Abschnitt wird von der Sprachmischung in > den ältern Werken, so wie in der spätern Zeit gehandelt. Das Eindringen des Griechischen in das jüngere Hebräische und in das Aramäische beginnt mit der unausweichlichen Berührung, in die seit dem Vorwalten griechischer Sitte und Bildung, namentlich nach den Zeiten Alexander .des Großen überhaupt das orientalische Wesen trat oder gezogen wurde. Personennamen und Institutionen, Gegenstände des Handels und des LebenSverbrauchs, Bezeichnungen deS Naturhistorischen und der Werke des Kunfifleißes, Urkunden und Dokumente bürgerten sich mit der ncuerkannten oder entlehnten Sache ein, verdrängten wohl, wo Aehnliches vorhanden war, die ursprünglich heimische Benennung, oder traten neben diese. Wenn nun auch die Volkssprache, das Aramäische, dem das Griechische in mancherlei Substantiven sein Siegel aufgedrückt hatte, keine Berührung griechischer Zeitwörter zuließ (Zunz, zur Geschichte der Literatur, S. 4), so weiset , doch Sachs auch Spuren von diesen nach. Zu einer wahren Sprachmengerei sinkt erst in den spätern Midraschim die Einführung griechischer und römischer Elemente herab. Die Fremdlinge sind bereits so heimisch, daß ohne Noth und Grund, eben nur durch Geläufigkeit und Gewöhnung sie dem Redenden gleichsam von gelbst in den Mund kommen, und der Verständlichkeit bei dem Hörenden gewisser' sein dürfen, als selbst die genuinen Bezeichnungen. Ja,' der sprachbildende Trieb verwendet diese neuen Zuflüsse und bildet sie um, als wären sie hebräische oder aramäische .Stämme,- der Witz, der die eigene Sprache und deren-Gebilde im Interesse einer geistreichen Accommodation.beliebig wendet, und in der Freiheit von den etymologischen und grammatischem Fesseln sich, seinem Zuge schrankenlos überläßt, zieht auch, diese ihm vertrauten Sprachen -und ihre Anwendung in sein Bereich! Dies klar darzüthun folgen nun zuvörderst Beispiele, um im Allgemeinen -eine Vorstellung von diesem gemischten Idiome, namentlich der Midraschim, so wie von-dem Hineinspielen der geschichtlichen Umgebung in die An-- schauungs- und Därstellungsweise zu geben. Verf. begnügt sich daher nicht mit der bloßen etymologischen Nachweisung, sondern erklärt die Stellen hier, wie überall, antiquarisch und inhaltlich, mit Bezug auf die griechischen und römischen Quellen, und vindicirt auch dem Gedanken der Stellen sein wenigstens historisches Recht. Im zweiten Abschnitt wird in einigen Beispielen dargestellt, daß in hebräischen Wurzeln und Ausdrücken ein Anklang an das Griechische und Lateinische hervorgehoben oder geradezu Hebräisches aus dem Griechischen erklärt und abgeleitet wird. Dadurch werden Stellen deS Midrasch oft vollkommen räthselhaft. Es sind einige interessante Beispiele aus Tanchuma Schemot Rabba und dergleichen angeführt und sprachliche und sachliche Erläuterungen gegeben. Charakteristisch z. B. für das tiefe Eingehen in den Kreis der herrschenden Sprech- und Anschauungsweise ist es gewiß, daß auch aus dem jüdischen Standpunkte fremde Völker, die sich feindselig gegen das römische Reich verhalten, ganz nach griechischer und römischer Bezeichnungsart als barbari gelten. Es theilt also hier der Sprachgebrauch der Juden, die den beiden/Völkern selbst als barbari erscheinen , derxn Gewohnheit und Brauch (s. Beresch. rabb. sect. XLII). Dritter Abschnitt. Mit den Traditionen von den frühesten Zeiten und ihren Helden geht die Deutung der Namen bei allen Culturvölkern Hand in Hand. In der Bibel finden sich Belege genug. Als neben dem Hebräischen das Griechische zur Herrschaft gelangte, war eine neue Quelle für diese Deutung erschlossen, aus der am natürlichsten bei solchen Namen geschöpft wurde, die durch ihren Klang an das fremde Idiom anstreiften, während iw den lateinischen Sprachmitteln kein Anklang sich darbot. Diese agadahartige Namenerklärung scheint zu einem selbstständigen Zweige ber Midraschthätigkeit ausgebildet gewesen zu sein (riiniv ■pttiw). So heißt der Prophet Jeremias (nach Midr. Koh.) so, weil in seinen Tagen Jeruschalajim eine Einöde e^ita war und so fort. Ja, diese Art der Namendeutung ist keine innerhalb des Midrasch allein stehende. Sie verbreitete sich in die griechischen Schriftsteller derbyzäntinischmZeit (<§. 35).