Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1854)
- Date
- 1854-08-21
- Page
- Seite 430 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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480 rien Artikel empfiehlt daS Uniyers israelite .ben Beginn seines zehnten Jahrgangs. DaS letzte Heft des neunten Jahrgangs enthalt unter Anderm einen Aufsatz deS Rabbiner Dreyfuß zu Mühlhausen (la question d'Orient sous le point de vue israelite), der verlangt, man solle weniger für daS materielle Wohl der orientalischen Juden (ist.„materiell" hier nicht gleichbedeutend mit ,Mellectuell und religiös?"), sondern man soll Jerusalem nützlich für den Occident machen; eS solle eine rabbinische Hierarchie hergestellt werden, deren Spitze in Jerusalem refidire, uno juridiction judaique spirituelle universelle, et d’accorder dans celte liierarchie une preponderance spirituelle au chef de tous les.rabbins qui aurait son siege ä Jerusalem!! . Der Mann sagt gerade zu, Jerusalem soll für das Judenthum werden, was Rom für den KatholiciSmuS. Er entwirft eine Schilderung , die man lesen muß: ein geistiges Oberhaupt, „anerkannt durch alle orthodoxe Rabbinen," also „ein souverainer Prinz der ganzen Synagoge," restdirend in Jerusalem, umgeben von einem Tribunal der ausgezeichnetsten Doctoren in Israel, mit einer hebräischen Canzelei, gegründet auf unsere alten Traditionen, aber mit moderner Regelmäßigkeit, ihre Verzweigungen in den letzten Dörfern der entferntesten Länder habend, die rabbinische Sanction durch Handauflegen gebend und dergleichen, mit einer osfieiellen Presse, mit Mutter- und Töchter-Universitäten rc. rc. :-- kann man sich Etwas vorstellen,, was mehr dem Geist des JudenthumS und dem Geist der Zeit widerspricht? kann man sich Etwas denken, was schneller zu fürchterlichsten Kämpfen, Sectirereien, Verfall, ja Untergang führen würde?.... Wir lassen dem Herrn Rabbiner Dreyfuß alle Gerechtigkeit des guten Willens, widerfahren, was er aber vorschlägt, ist noch weniger jüdisch, als es. ausführbar, am wenigsten aber dauerhaft und wünschenSwerth! —. Nordamerika. Cincinnati, O., im August. Es liegen uns die ersten beiden Nummern des neuen (dritten amerikanischen) jüdischen Journals in englischer Sprache vor: the Israelite edited Jby Isaac Mayer Wise. Sie beginnen mit einer, wie es scheint, sehr ausgedehnten, . wir wissen nicht, ob originalen oder übersetzten Erzählung „che (chuvert^ die in. Böhmen spielt; es folgt eine Darstellung der. israelitischen Institute pon Cincinnati, die noch mehrere Fortsetzungen.haben wird; eine Ansprache am 4. Juli (dem Jahrestage der nordamerikanischen Republik); Einzelnes; dann über den Inhalt der Zeitschrift;„der gegenseitige Einfluß des Glaubens und . der Vernunft" von Jffd. K a l i sch (unbedeutend); „waS wird vom amerikanischen Israeliten gefordert?" (entschieden modern: er soll amerikanischer Bürger und nur in Glaubenssachen Jude sein — wir fragen: ist der amerikanische Bürger, nicht auch Mensch, und hat er gerade als solcher nicht noch besondere Pflichten als Jude?) Aufforderungen wegen der Armen in Palästina; eine große Auswahl Nachrichten aus der Allg. Zeit. d. Judenth. *) Eben so in der zweiten Nummer mehrere einsichtsvolle und gut geschriebene Aufsätze, unter Anderm über die Schulen, wo eine Vereinigung der Gemeinden zur Herstellung guter Schulbücher beantragt wird. Wir wünschen, daß dieses neue Blatt sich nicht zu sehr von extremen Ansichten hinreißen lasse,, und hoffen, daß eS einen guten Fortgang haben werde. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Ein Fragment aus Luzzatto's „Dogmatik." Uebersetzt von Vr. Igel. (Schluß aus Nr. 33.) 38) Dieses über jeden Zweifel und jede Bedenklichkeit erhabene Wunder ist das Wunder vom Manna. So wie schon A. Saadjah gegen das Ende der Vorrede seines dogmatischen Traktats mit folgenden Worten bemerkte: Ich halte das Wunder vom Manna für ein größeres Wunder als alle andern, weil dieses, in so fern es von langer Dauer gewesen, überraschender ist,'als die andern momentanen Ereignisse. Denn kein Kunstgriff ist gar denkbar, mittelst dessen eine Bevölkerung von Ungefähr einer Million Menschen, d. h. 40 Jahre hindurch, ohne irgend ein natürliches Mittel, sondern mittelst einer von Goft zum ersten Male in der Atmosphäre erschaffenen Speise'/ ernährt werde. Wäre irgend ein Mittel vorhanden/ diesiS wenigstens zum Th eil zu erlangen, würden schon die alten *) Es giebt mehrere jüdische Blätter, welche ans dem Hebr. Obs. oder dergleichen citiren, was diese der Allg: Zeit. d. Judenth. entnommen haben. R^dacl..