Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1854)
- Date
- 1854-08-21
- Page
- Seite 426 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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426 in Obersitzko in Folge eines Aufrufs deS Herrn Rabb. Zuckermann am 9. Ab in Obersitzko durch H. B. und H. Simonsohn gesammelt 52/3 Thlr.; durch Herrn M. L. Karger im Dorfe Polagewo gesammelt 3^3 Thlr.; durch Herrn Bezirksrabb. C. Selz in Harburg im Ries und zwar von dort 20 Fl. und von Deppin gen 15 Fl., und verheißen diese Gemeinden weitere Unterstützungen) durch Herrn Koppenhagen in Wongrovice eine zweite Sendung von 9 Thlrn.; durch Herrn Rabb. Fle h i n g er in Meisen he im 18 Fl. 134/2 Kr., gesammelt am 9. Ab. Zeitungsnachrichten. Palästina. Jerusalem, 17. Juli. (Privatmitth.) Wir dachten, unsere Correspondenz ein wenig ruhen zu lassen, bis Ihre jüdisch-orientalische Frage, Herr Redacteur, in der Entwickelung fortschreite, und siehe da, der Anfang geschieht schon, und der Orient ist Ihnen ewig zu Dank verpflichtet! Dieser Anfang geschah in der Herkunft des Herrn Albert Kohn, dessen Verheißungen hoffentlich in Erfüllung gehen werden. Er begann damit, ein Comitö von 24 Personen zu bilden, welches die Verwaltung über das jüdische HoSpital führen soll. Ferner hat Herr Baron Anselm v. Rothschild die Mittel in die Hände deS Herrn Kohn gelegt, eine Leihanstalt zu gründen, wo der Arme Geld ohne Zinsen erhalten soll; die Frau Baronin v. Rothschild gab die Mittel her, um wöchentlich an die Armen Brod zu vertheilen, und die ältere Baronin, um Wöchnerinnen Wäsche, Kleider. und Diät zu verabreichen. Eine ansehnliche Zahl junger Leute wird auserwählt, für die daS Handwerkslehrgeld bei den Meistern gezahlt werden soll, wobei die Lehrjungen noch eine monatliche Unterstützung bekommen sollen. Hoffen wir daS Beste! M, Sachs. S. HauSdorfer. Deutschland. Nkandegg, im Juli. (Privatmitth.) Man hat schon oft behauptet, die Auswanderung nach Amerika kirchen 6 Thlr., Ahlen 2 Thlr., Hagen 14V« Thlr., Lübbecke 5*/« Thlr., Tudorf 2 Thlr., Rest 2*/2 Thlr. übe auf die deutschen Juden in religiöser Beziehung erschlaffend; dies ist doch nicht immer der Fall. Ein hiesiger Familienvater ist kürzlich auS den südlichen Unionsstaäten hierher zurückgekehrtobschon es ihm dort in materieller Beziehung ziemlich gut gegangen ist. Der Mann erkannte die Unmöglichkeit, feine Kinder nach jüdisch-religiöser Weise dort zu-erziehen, und sich nicht entschließen könnend, beständig von Weib und Kindern entfernt zu leben, kam er lieber wieder zurück. Ein anderes Beispiel verdient ebenfalls Erwähnung. Vier Söhne und ein Neffe deS hiesigen israelitischen Hauptlehrers Leopold Moos befinden sich seit mehreren Jahren in Amerika, in Cincinnati wohnhaft, und erhalten mit ihrem Vater und Onkel eine lebhafte Correspondenz, geben demselben viele kindliche Beweise der Liebe, haben auch schon ihre andern Anverwandten und selbst die israelitischen OrtSarmen im Allgemeinen wohlwollend bedacht. Wenn dies Zeichen ächter jüdischer Moralität sind, so trat in neuester Zeit eine Aeußerung religiöser Anhänglichkeit hinzu. Am Sabbath Bahaalotecha (17. v. M.) wurde dem hiesigen Rabbiner Schott zur Feier seines Geburtstages von dem genannten Herrn Moos, im Namen seiner Söhne und seines Neffen, ein prächtiger silberner, vergoldeter Pokal überreicht, worauft außer den Namen der Geber, folgende, Worte schön eingravirt sind: „Aus Liebe und Achtung gewidmet von Ihren dankbaren Schülern." Die guten Leute sind in weiter Entfernung für den zum Theil schon vor mehr als zwölf Jahren erhaltenen Religionsunterricht dankbar! Wenn dieses Verdienst zugleich auch der eigenthümlichen Weihe zuzuschreiben sein mag, womit der Empfänger genannter Liebesgabe seinen Unterricht zum innigsten Eigenthum seiner Schüler zu machen versteht, so ist damit doch immerhin der Beweis geliefert, daß die Auswanderung keineswegs so erschlaffend auf die Erhaltung jüdischer Gesinnung einwirkt, als man oft glauben zu machen suchte Aus dem Großherzogthuin Baden, im Juli. (Privatmitth.) Ich kann Ihnen heute etwas Erfreuliches miltheilen. Schon seit längerer Zeit werden auf Anregung des großherzoglichen Oberraths der Israeliten Personalzulagen von je 20 Gulden an öie meist bedürftigen und würdigen Schullehrer vertheilt. ES giebt jedoch noch viele sogenannte ReligionSschu-