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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-08-21 · Heft 34 (21.8.1854) · p. Seite 425

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 34 (21.8.1854)
Date
1854-08-21
Page
Seite 425 (sequence 3)
Language
German
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kannt voraussetzen. Wir haben sie an sich für berechtigt gchallcn (s. Nr. 20), aber in ihrer .Art und Weise für verunglückt angesehen. Wir schwiegen aber absichtlich, um dem werdenden Institute auch im Entferntesten nicht auf irgend eine Weise irgend eine Verlegenheit zu bereiten. Wir erwarteten mit Bestimmtheit, daß sich der Director der neuen Anstalt, wenn auch ganz objectiv, über.Alles, was die innere und äußere Einrichtung des Instituts betrifft, auslassen werde. Denn daß die früher versandte gedruckte Anzeige nicht über den Inhalt eines Zeitungsartikels hinausging, ist bekannt. 9hm, wir haben jetzt „das P r o g r a m m zur Eröffnung, des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau" vorliegen. Es faßt 42 und 9 gedruckte große Quartseiteu. Nun, dies wird uns doch endlich Etwas über die Einrichtungen, über den Studien - und Lectionsplan, über die Methode und die Grundsätze und dergleichen bringen? Ha, wieder Steine statt Brodes! Eine große, 42 Seiten große Abhandlung des Vr. Frankel „über palästinensische und alcrandrinische Schriftforschung;" nnd ein Bericht des Curatoriums „zur Geschichte deö jüdisch-theologischen Seminars," 9 Seiten lang! Die Abhandlung wäre gewiß eine Zierde der Frankel'- schen Monatsschrift gewesen; sie verschweigt zwar allerdings die Arbeiten aller andern Gelehrten, und zwar die viel gründlicheren, z. B. Hirschfeld's Geist der talgindischen Auslegung der Bibel, sie kennt allein Frankels Monatsschrift und seine „Vorstudien" und seinen „mosaisch-talmudischen Beweis," höchstens noch Zunz und Grätz; sie leidet an jenem bekannten Schwanken und Schaukeln, das auf der einen Seite die talmudische Auslegung vergöttert, auf der andern vor den Spaniern das Knie beugt, das sowohl der „Wissenschaft" als dem „Glauben" ihr Recht einräumt, aber nie sagt, was es unter „Wiffenschaft" und was unter „Glauben" versteht, so daß beide Worte dem Leser willkürlich und nebelhaft werden, niemals sich herbeiläßt, zu sagen: wie weit im Judenthume dieser Glaube sich zu erstrecken hat, ob bis zur Chronik, oder bis zum letzten Tractat deö Talmuds, oder bis zu R. Mosche Sofer-aber was hat diese Abhandlung nnt der Eröffnung des jüdisch - theologischen Seminars zu thun? Söll dies eine Nachahmung der Gymnasial- und Schulprogramme sein, nun? warum ahmt der Director nicht alle diese Programme auch darin nach, daß er über die Anstalt selbst, mindestens den Lectionsplan. den Studiengang, die Schülerzahl u. s. f. berichtet? Also Alles Geheimniß, Alles der Beurtheilung entzogen, also nur Glaube," gar kei» .„Wissen?"... Doch' halt? vielleicht der Bericht des Curatoriums? - Auch da Nichts. Die Geschichte, wie das Curatorium die drei Lehrer en-> gagirt hat> wie Frankel erst provisorisch, Hann definitiv die Stelle angenommen, wie die Staatsbehörden die Anstalt genehmigt haben, und wie viel Geld dafür fundirt worden ist, dies Alles mit vieler diplomatischer Kunst, -einige Male zweideutig, ausgeführt, ist interessant, aber lehrt über die Anstalt Nichts.... Wir werden unS hüten, Fragen zu stellen; theils fragen wir nicht gern, wo nicht gern geantwortet wird; theils hat denn doch die Sache nicht so viel Wichtigkeit, wie die guten Deutschen gern ihren Angelegenheiten beilegen. Es eristirt auch eine Rabbinerschule in Padua, wo Luzzato und della Torre seit. 1828 .die gedeihlichsten Ziele erwirken, eine in Metz, welche Frankreich mit Rabbinen versorgt, es giebt mehrere Lehrerseminare in Deutschland, und — eö werden noch andere Institute erstehen. Wir sprachen dies aus, nur um durch unser Stillschweigen nicht zu billigen, was unbillig erscheint, und um einfür allemal darzulegen, -aß, wo wir schweigen, es nicht geschieht, weil wir nichts zu sagen wüßten. Es liegen der Falle mehrere vor,. . Gaben sür die Israeliten in Palästina liefen ferner ein: durch Herrn Oberrabbiner Kahn in Trier: 36 Thlr.*); von S. L. ll. in 6 ut-ffow 2 Thlr.; durch den Vorsteher Herrn L. Blumenthal in Oranienburg 61/* Thlr.; durch Herrn vr. H. Werner in A d e l s d o r f 51 Fl. 21 Kr. **); von N. N. aus G u st r o w 2 Thlr.; durch den Vorstand in Cöthen, die Herren A. Anger und Moritz Fried heim 20 Thlr.; als dritte Sendung durch die Herren I. Wehl und I. Lehmann in Haltern 39'/2 Thlr.***); durch Herrn Berliner *) Nämlich: aus Thal fangen 23 Thlr. 20l)* Sgr., Spiefen 3 Thlr. 13'/s Sgr., Leimen 4 Thlr. 4 Sgr., Mehring 2 Thlr., Sien 1 Thlr. 14 Sgr., Bausendorf 1 Thlr., Herr Ackermann aus Fell Vs Thlr., nachträglich aus Trier 5 Sgr., Rest 6 Sgr. — In Nr. 28 muß es „ Freuden bürg" statt „Neidenburg" heißen. **) Nämlich: aus Adelsdorf 21 Fl. 30 Kr., Mühl - hausen 15 Fl., Forchheim 9 Fl. 27 Kr., Lonnerstadt 5 Fl. 24 Kr. '***) Nämlich: aus Bewerungen 8^/12 Thlr,, Neu- 34*

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