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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-08-21 · Heft 34 (21.8.1854) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 34 (21.8.1854)
Date
1854-08-21
Page
Seite 424 (sequence 2)
Language
German
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schen Gesandtschaft, welche ihnen auch einen Winkel deS Gottesackers bewilligt hat, der der englischen Factorei gehört. Die-Regierung weiß dies Alles sshr wöM ist aber damit - einverstanden. - . Die von dem jungen Könige in Aussicht gestellte Aufhebung der Vrrbannungsdecrete vom Jahre 1498 würde diese stillschweigende Duldung in eine vollberechtigte Niederlassung verwandeln , , und damit auch den europäischen Juden die freie Einkehr eröffnen. Aber schon früher, als Obiges von den Zeitungen berichtet wurde, waren unsere. Augen auf die pyrenäische Halbinsel gewendet. In Spanien ist eine außerordentliche Wandelung vor sich gegangen. Es ist Gott sei Dank! weder unser Recht, noch unsere Pflicht, an diesem Orte ein Unheil, über den politischen Inhalt dieser Wandelung abzugeben. Aber den Wunsch können wir nicht verhehlen, daß Spanien vor dem Wirbel der extremsten Parteien bewahrt bleibe, damit nicht durch diesen zuletzr eine eben so wilde Reaction eintrete. Wie eS aber sei, frägt es sich, ob nicht, falls unter der Herrschaft der liberalen Principien Ruhe und Ordnung wieder hergestellt würden, auch in Spanien die Aufhebung der Verbannungsdecrete zu erlangen wäre?... Wir haben uns deshalb an die israelitischen Consistorien zu Bordeaux und Marseille als.die nächsten amtlichen Behörden gewandt, um Auskunft zu erhalten, ob wohl Hoffnungen für diese große, und dabei leichte Sühne eines vor beinahe vier Jahrhunderten geschehenen Unrechts zu hegen seien? Es ist unsere Absicht, den zu berufenden EorteS eine dcsfalfige Denkschrift einzureichen. Wir werden unsere Leser weiter davon, in Kenntniß setzen. ES. ist bisweilen dem Sterblichen vergönnt, einen wie prophetischen Blick in die Zukunft zu thun. Im Jahre 1841 verfaßten und veröffentlichten wir in dieser Zeitung ein Gedicht „der Jude in Granada." Damals ras'te in Spanien noch der Kampf zwischen den. Karlisten und Constitutionellen. DaS Gedicht schloß (S. 1841, Nr. 32) mit folgenden drei Versen: Ha! ihr unbebauten Küsten, . Spaniens trümmerreiche Wüsten,; Zeugen der Vergangenheit, Fried' und Glück sind euch entschwunden, Da ihr Achtung nie empfunden Vor des Menschen Glück und Leid. Lang' schon ist der Kampf entsponnen, Und noch lang' nicht Sieg gewönnen, Zitternd schwankt noch das Geschick: . Denn die aufgeregten. Kräfte. Führen noch das Schwert am Hefte, . .. Mit dem mordbegier'gen Blick. . .'Wollt .des Friedens- ZeichM wissen?! '-./.Wänn.^sie SiHeswimpel hissen,.. Und geheilt der., alte Bruch? Wenn der Jude hier wird landen Frei zu gastlich heitern Banden, Dann ist Dir gelöst der Fluch! Die Eröffnung des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau am IO* August 1854. Die durch mehrfache äußere Umstände verzögerte Eröffnung des jüdisch-theologischen Seminars „Fränkel'sche Stiftung" fand am 10. August e. statt, und ist uns ein Exemplar des „Programms" vom Curatorium zugesendet worden.' Daß die Herstellung einer solchen Anstalt als ein sehr glückliches Ereigniß von uns angesehen wird, brauchen wir kaum auszusprechen. Nachdem der De. Geiger früher Einiges über eine jüdischtheologische Facultät geschrieben, ohne daß cs uns zu Gesicht gekommen war, waren wir es im Jahre 1837, welche durch einen überall mit Enthusiasmus aufgenommenen Aufruf die ganze Idee zuerst wirklich öffentlich aussprachen und sie populär machten. Die Ausführung scheiterte an dem Cynismus des damaligen Vorstandes der Berliner Gemeinde, welcher uns zuerst enthusiastisch seine Billigung zu erkennen gab, dann die Erwirkung der Erlaubniß der Königlichen. Staatsbehörden von uns verlangte, als diese aber uns geworden, sich ausließ: „er müsse erst für seine Armen sorgen," dann an dem Verbote der Königl. Baierischen Regierung, an dem Ausschlüsse des K. K. österreichischen Staates re. rc. Wir waren es, welche diese Angelegenheit.immer wieder bei der Rabbiner-Versammlung zur Sprache brachten, wir,, die durch persönlichen Besuch und schriftliche Anträge in Verbindung mit llr. Geiger die Kuratoren deS Fränkel'- schen Nachlasses 'aufforderten, an die Realisirung zu gehen. Wir zählen dies lediglich aus zwei Gründen , auf, zuerst, um das Interesse, welches wir an diesem Institute haben, dann aber auch ein gewisses Anrecht, welches wir) nach der speciellen Einrichtung des Instituts fragen zu dürfen, besitzen, zu erweisen. Wir können die Streitschriften, welche über die religiösen Ansichten-. die dem neuen Institute zu Grunde liegen sollen - von Frankfurt am Main auSgingen, alsbe»

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