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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-08-14 · Heft 33 (14.8.1854) · p. Seite 417

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 33 (14.8.1854)
Date
1854-08-14
Page
Seite 417 (sequence 7)
Language
German
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Häuser in Erinnerung zu bringen. Leider! hat die Meseritscher Gemeinde die Assecuranz verabsäumt. Von Synagogenbauten theile blos mit, daß der großartige Bau der Brünner Synagoge der Vollendung entgegen schreitet und im laufenden Jahre eingeweiht werden wird. — Ad voeem Einweihung! Der Zufall spielte mir in die Hand als Maculatur das Programm der Einweihung der Synagoge zu Schaffa, worüber sich natürlich nichts als post festum sagen läßt. Lächerlich sind aber darin folgende Phrasen: „Die Thoraträger stellen die Thora's in die oberhalb des Bodiums (??) angebrachte Nische) der Chor nimmt seinen Platz auf dem Bodium u. s. w.) die Herren Rabbiner besteigen das Bodium vor der heiligen Lade." — Ich glaubte anfangs das Programm einer Theatervorstellung zu lesen und noch dazu Bodium anstatt Podium!! ES ist nichts Seltenes, daß man bei derartigen Programmen solche ungewöhnliche Ausdrücke z. B. Sanctisstmum u. dgl. findet! Früher hörte man Operntriller in der Synagoge; jetzt spricht man von einem Podium! Aus Mähren, 2. August. (Privatmitth.) Zwei Dinge sind es, von denen jetzt die Gemüther hier wie in ganz Oesterreich angeregt sind. Zunächst das neue Anlehen von 500 Millionen Gulden, das andere ist die große Theuerung. Trotz dem die Ernte allgemein gut, ja vortrefflich ist, so sind, die Gemüther nichts desto weniger in Spannung, indem man glaubt, daß durch den drohenden Krieg die Theuerung nach wie vor andauern werde. Sie werden vielleicht fragen, welches Interesse diese Nachrichten für ein Publikum haben soll, das zunächst von jüdischen Angelegenheiten hören will, weil eS diese Neuigkeiten auch aus andern Blättern schöpfen kann. Nichts desto weniger glaubte ich sie Ihnen mittheilen zu sollen. ES zeigt sich wieder, daß wir daS Erbe unserer Väter 12i traram ■»aa noch nicht aus Händen gegeben haben. In den theuern Zeiten, wo jedem Hausvater die wenigen Groschen um so theurer^sind und derselbe sie daher im Geschäft, in der redlichsten Weise viel besser als zu 6 und 7 Procent verwerthen muß, tritt der wohlhabende und begüterte für den ärmern Bruder ein. Nicht nur, daß der Jude alle möglichen Opfer bringt, um dem Aufrufe seines Kaisers mit allen Kräften nachzukommen, giebt es gar Viele, die überdies noch eine größere Summa zeichnen, um dadurch die weniger Bemittelten zu entheben. Ich berichte Ihnen dieses mit um so freudigerem Herzen, da ich Ihnen dabei sagen kann, daß in allen Gemeinden sich wohlthätige Vereine bildeten, die zum Zwecke haben, Brod und Lebensmittel an Arme zu vertheilen. — Aus den Zeichnungen zu den Anlehen dürften die Behörden auf's Neue die Ueberzeugung erhalten, wie opferfreudig der Jude ist, wenn eS gilt, Etwas für daS Vaterland zu thun, für das Vaterland, das noch immer sich nicht ganz für denselben erschließen will. Hoffen wir, daß das Wort der Statthalter in den Kronländern, die auf's Neue den Juden versprachen, daß die warme Betheiligung an Anlehen die Judenangelegenheit günstig fördern werde, in Erfüllung gehen wird. Bei diesen äußern Verhältnissen ruhen die innern; die religiösen Fragen ganz, und ich habe Ihnen nur noch das Erfreuliche zu berichten, daß ein Geist der Ordnung in die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten getreten ist; hoffen wir, daß dieses nicht.zu Bureaucratie führen werde. — Wien, 1. August. (Privatmitth.) In dem Archiv der hiesigen israelitischen CultuSgemeinde herrscht jetzt große Thätigkeit. Unter Anderm wird jetzt auch ein Dupplicat der Geburts-, Trauungs- und Sterbebücher angefertigt. Diese Bücher wurden, ohne äußere Anregung, vom Prediger Mannheimer in'S Leben gerufen und von demselben geführt. Auf Anordnung deS Vorstandes wird nun dafür gesorgt, daß ein zweites Eremplar vorhanden sei. Der Dichter L. A. Frankl, der in der Cur zu Rohitsch in Steiermark ist, hat zu Gunsten der dort Abgebrannten eine musikalisch-declamatorische Vorlesung arrangirt, wozu er auch einen Prolog schrieb, die 300 Fl. C.-M. eintrug. Frankreich. Paris, 30. Juli. Gestern wählte die Academie der schönen Künste an Stelle Raoul Rochetti's ihren neuen beständigen Secretair. Mit 18 von 33 Stimmen fiel die Wahl auf Halevy. (Sicherlich hat die Academie mit Halevy eine bessere Wahl getroffen, als die französischerkJsraeliten mit ihm als Mitglied deS Central - ConsistoriumS, da er fast niemals den Sitzungen beiwohnt!! Red. d. A. Z. d. Jud.) -

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