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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-08-07 · Heft 32 (7.8.1854) · p. Seite 405

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 32 (7.8.1854)
Date
1854-08-07
Page
Seite 405 (sequence 9)
Language
German
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405 aufs Dringlichste ermahnt, sich wahrend der ganzen Dauer der Recrutirung ruhig zu verhalten, die moldauische Regierung m Anwendung der von ihr getroffenen Maßregeln in keiner Weise zu beirren und weder durch Zusammenrottungen noch durch an Einheimische geleisteten Vorschub irgend wie Anlaß zu Beschwerden zu geben. Den mit der Aushebung beauftragten moldauischen Viertel-Commiffairen wurde endlich einer mit der k. k. österreichischen Agentie getroffenen Verabredung zu Folge je ein f. k. Unterosficier beigegeben, damit in den Häusern, wo moldauische und österreichische Familien zusammen wohnen, keinerlei Irrung oder Unordnung vorfalle. Die ■ moldauischen Israeliten haben kürzlich durch Staffelte an Se. Durchlaucht den Fürsten PaSkiewitsch ein Bittgesuch abgeschickt, dessen Resultat sehnlichst erwartet wird. * Der Orient. Constantinopel, im Juli. Die „Schl. Ztg." enthält Folgendes über das in Constantinopel erscheinende Blatt Or Jisrael: „Sie ist zunächst für die Juden in der Türkei bestimmt und muß unter diesen Theilnahme finden, da sie bereits im zweiten Jahrgange erscheint und ihre Commisstonaire in Smyrna, Salonichi, Adrianopel, Gallipoli, Bruffa, Bukarest, Belgrad, Sarajevo, RhoduS, TemeSvar und anderen Orten hat. Sie trägt den hebräischen Titel: „Or Jisrael,“ Licht Israels, ist auch mit rabbinischen Charakteren gedruckt, jedoch in der dort unter den Juden, als zum größten Theile Nachkommen ehemaliger spanischer Flüchtlinge, üblichen spanischen, oder wie fie eS nennen, spaniolischen Sprache. Wöchentlich erscheint eine - Nummer, die mir vorliegende ist Nr. 57, — und es scheint demnach die Anzahl der im ersten Jahrgange erschienenen Blätter immer weiter mit gerechnet zu werden —, ist datirt vom 29. Nisan 5614, d. h. vom 27. April d. I. Sie beginnt mit der Entschuldigung, daß in den zwei vorhergehenden Wochen wegen des jüdischen Osterfestes keine Zeitung erscheinen konnte; der Herausgeber verspricht jedoch, die beiden Nummern nachzuliefern. Darauf folgen Nachrichten vom Kriegsschauplätze, Auszüge aus fremden Zeitungen, aber nur, in so weit fie die türkischen Zustände betreffen, und auch die „Enthüllungen," welche in der Korrespondenz Lord SeymoürS mit dem englischen Ministerium enthalten sind, finden ihre Stelle. Zuletzt folgt ein ziemlich gut geschriebener Artikel in hebräischer Sprache , welcher die Bemühungen des französisch - israelitischen Central - Konsistoriums , um auch den Juden die den Rajahs verheißenen Rechte zuzuwenden, bespricht; die Eingabe desselben an den Kaiser von Frankreich wird übersetzt und mit einem Artikel eingeleitet, der mit großer Entschiedenheit auf eine Umgestaltung in der Erziehung der Jugend bei den Juden, auf einen geordneten Unterricht in der hebräischen und in fremden Sprachen, namentlich in dem Englischen und Französischen dringt und überhaupt mit vieler Einsicht in die Bedürfnisse der Gegenwart geschrieben ist. Der Verfasser dieses Artikels ist David Levi, gewesener Rabbiner in Zante und gegenwärtig öffentlich angestellter Lehrer in Galata. Darauf folgen die Course und die Unterschrift deS Redacteurs, in dessen Selbstverläge die Zeitung erscheint, Leo de Castro. Dieser Nummer lag noch ferner eine Anzeige und Aufforderung bei von älterem Datum, nämlich vom November 1853, worin der Entschluß ausgesprochen wird, ein literarisches Beiblatt in hebräischer Sprache zu gründen, wenn sich eine genügende Anzahl Abonnenten findet. Auch diese Aufforderung ist in fließendem hebräischen Style abgefaßt, von de Castro unterzeichnet, aber von David Levi geschrieben. Correspondewz. Magdeburg, 27. Juli 1854. Eine Straßburger Skizze. Unsere Leser verargen es uns nicht, wenn wir unsere Skizzen ans Paris unterbrechen, um sie wie. mit einem Zauberschlage nach jener Stadt zu versetzen, welche einst deutsch war, alsdann von Frankreich an sich gerissen ward, und nun eben so gut französisch und deutsch, wie weder französisch noch deutsch ist. Man hat übrigens in der Regel die^ Meinung, daß solche zwieschlächtig gewordene Städte sittlich sinken und an Energie und Bildung verlieren. Man kann dies von Straßburg nicht sagen; denn man sieht dort überall ein regsames, aber, einfach es, ein blühendes, aber nicht künstliches Leben. Straßburg bietet ganz den Anblick einer Mittlern deutschen Stadt: 32

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