Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1854)
- Date
- 1854-08-07
- Page
- Seite 404 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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404 So eben ist hier erschienen der ni^bn mmn in's Deutsche übersetzt von E. Baumgarten, mit einer Einleitung von Di'. Geiger. Die Übersetzung ist recht fließend und correct, weniger einverstanden find wir mit dem Einleitenden deS Uebersetzers. Leider habe ich Ihnen wieder den Tod eines der geachtetsten Männer mitzutheilen. Es ist Herr Bernhard Wertheim, Chef deS GroßhandlungshauftS Lazar HarzfelderS Enkel, Director der Wien-Raaber Eisenbahn, Censor der Nationalbank rc. Derselbe war Jahre lang Vertreter der Gemeinde und gehörte zu den edelsten Charakteren, ‘pnat b* ban. Möge die Erde ihm leicht sein! Frankreich. Paris, ick Juli. (Nach dem Uvivsrs 181-361.) Die kaiserliche Regierung hat das Budget des israelitischen Cultus für 1855 um 10,000 Frcs. erhöht, und zwar um 1000 Frcs. das Gehalt deS Großrabbinen des Central-ConsistoriumS (9000 FrcS. jährlich); 1000 Frcs. das Gehalt deS Großrabbinen von Paris (5000 FrcS.), 500 FrcS. jeder andere Großrabbine (7 zu 3500 Frcs.), und den Rest an verschiedene Gemeinderabbinen (46 und 60 niinistres officiants (2^ ml zusammen 78,900 FrcS.), so daß die Totalsumme für 1855 sich auf 164,400 Frcs. beläuft. — In Algerien bestehen bereits 8 französischisraelitische Schulen. — DaS Juliheft des vnivers isräelite beginnt mit einem höchst elegant uüd warm geschriebenen Artikel (I-ettres ä'une kariLionne) aus der Feder einer Dame, des Fräulein Julienne Bloch, Tochter deS Redacteurö. Sie will, daß die Confirmation der jüdischen Jugend nicht confirmation und nicht initation heiße, fonbent consecration „Weihung" (aber ist nicht der Israelit durch die Geburt, durch die Beschneidung zu seiner Religion consecrirt? Da scheint Confirmation „Bestätigung, Befestigung" noch immer thunlicher;) und daß die Confirmandinnen nicht in weißen Kleidern gehen. Man kann der jungen Dame nur zurufen: Immer weiter, im Gehen wachsen die Kräfte. Donaufürsteiithümer. Jassy, 29. Juni. (Wien. Z.) DaS Hereinströmen paßloser russischer und zum Theil auch galizischer Juden, welche ihre Heimath verließen, um der Militairpflichtigkeit zu entgehen, hatte allmählig die Zahl der jüdischen Bevölkerung in der Moldau auf fast 80,000 Seelen gebracht. Diese Wahrnehmung; so wie der Umstand, daß zur Vollzähligmachung der durch das kcAleinent orgauigue auf 2000 Mann festgesetzten moldauischen Miliz noch 400 —500 Mann erforderlich waren, hatte den Hospodar der Moldau, Fürsten Ghyka, schon vor zwei Jahren bestimmt, die Einverleibung einheimischer Israeliten in die LandeSmiliz anzuordnen; in Folge der von der moldauischen Judenschast gebrachten sehr bedeutenden Geldopfer hatte es von diesem Beschlüsse jedoch stets wieder sein Abkommen gehabt, bis vor Kurzem die Russen dessen thatsächliche Ausführung beschlossen. Da alle anderen Mittel fruchtlos blieben, nahmen die moldauischen Juden zu Folgendem ihre Zuflucht. Ein an den Mauern der Synagoge angeschlagenes Placat verbot allen Juden unter Androhung eines schweren Bannfluches vor der Zurücknahme der Recrutirungsmaßregeln Fleisch zu genießen, ein Verbot, das den Pächtern der jüdischen Fleischtare einen täglichen Schaden von 8 — 10,000 Piaster verursachte und ihnen dergestalt die Erfüllung ihrer der Regierung gegenüber eingegangenen Verpflichtungen unmöglich machte. Zur Entdeckung der moralischen Urheber dieses als revolutionär bezeichneten Placats wurde allsogleich eine Untersuchungs-Commisston eingesetzt und zu dieser auf Ansuchen des Herrn von Osten- Sacken ein i k. österreichischer Agentie-Beamter für den Fall der etwa nothwendigen Einvernehmung eines österreichischen Israeliten delegirt. Trotz der strengen Einhaltung jenes Verbots von Seiten der Juden beschloß die Regierung doch zur Aufrechthaltung ihres Ansehens die Recrutirung sofort nötigenfalls auch zwangsweise vorzunehmen, was in Jassy am 29. Mai ohne alle Ruhestörung effectuirt wurde. Den Ansuchen fremder, um den k. k. österreichischen Schutz sich bewerbender jüdischer Bittsteller konnte von Seiten der k. k. österreichischen Agentie nicht willfahrt werden, um die Rechte der k. k. wirklichen Staatsangehörigen um so wirksamer vertreten zu können. Der Herr Vice - Präsident des administrativen RatheS, Herr von Osten-Sachen, erließ bei diesem Anlasse die strengsten Befehle gegen etwaige Belästigungen der k. k. österreichischen Juden. Seitens der k. k. österreichischen Agentie wurden dieselben in eigenen Kundmachungen