Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1854)
- Date
- 1854-07-31
- Page
- Seite 388 (sequence 6)
- Language
- German
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T88 wbllen, ' ihnen die - vielleicht zm? gewäljreüdd Erlanbniß M-Ms Zeit' Meder zürücknehmenzu können.- - Allein sie wurden abschläglich beschieden, weil — ihre Religion die mosaische ift,: - Unter solchen Umständen wird eS auch nicht aufMig sein, wenn die Lust-der Auswanderung nach Amerika die Gemüther ergreift, Walldorf, als die größte jüdische Gemeinde im Lande, liefert daS bedeutendste Contingent zur Auswanderung. Ganze Familien schicken sich dort an, über demMeere eme Neue Heimat!) zu finden. Amerika wird der Jugend, möchte ich sagen, schon in der Wiege als daS gelobte Land gepriesen, und sobald daS Kind nur einige Jahre in die Schule geht, sucht man auch Gelegenheit, eS mit der englischen Sprache bekannt zu machen. — Preußen. Berlin, 20. Juli. ' Bei der am Sonntag von dem Repräsentanten - Collegium der hiesigen jü d isch en Gemeinde vollzogenen Neuwahl für den Geh. Comm.-Nath Meyer ist der prakt. Art De. O eftrei ch zum Mitglieds des Vorstandes der Gemeinde gewählt worden.: - Breslau, 12. Juli. iPrivatmitth.) Gerade unsere Gemeinde gewährt uns einen -Beleg, wie weit wir leider noch von der Realisirüng jenes frommen Wunsches, daß Eintracht unser klemes Häuflein umfasse, entfernt stehen. Noch immer scheitert jeder Versucht eine Einigkeit herzustellen, an der Starrköpfigkeit und dem Eigensinne einer kleinen Partei des sogenannten ConservatismuS. Obwohl von dem humanen, für eine einige Gestemmt-Gememde wirkenden Wahl-Comitö zu einer Vereinigung mit den Orthodoren dre Hand geboten wurde, obwohl sie Herrn Tiktin gern gleiche Berechtigung mit Herrn ür. Geiger genießen lassen wollten, obwohl sie eine Anzahl, von Männern ans der consecvativen Candidalen-Liste gern in die Gemeinde-Vertretung ausuehmen wollten, gleichwohl verharrte das conservative Wahl-Comite hartnäckig darauf, daß ihrem Rabbiner Tiktm Vorrechte erngeräumt werden müßten, obgleich derselbe Nicht einmal eine nprn auf das Rabbmat hat, da er bisher bekanntlich in keiner amtlichen Beziehung zur Gestimmt-Gemeinte steht, uud derglerchen wollten mehr die Herren Orlhodoren für ihren Rabbiner Vorbehalten wissen, so.daß jedes Gemeinde? Mitglied trotz seiner individuellen Ueberzeugung. wohl oder: übel bei solchen .Gelegenhiilen sich:, dem -Wüste von Formen und Ceremonirn in die Arme hättewer? fen müssen.. Und-gerade diese Functionen, machen ja die wesentlichsten Kriterien einer rabbinischew' Stellung aus. Noch mehr! - Das conservative Wahl- Comite sieht sich in der Gemeinde-Vertretung nach Aufnahme, einer namhaften Anzahl - von . Männern Tlktin'scher Richtung noch nicht stark genug vertreten;. sie möchten am Ende wohl gar die Majorität darin bilden. Allein das glaubten denn die Humanen um so weniger zugeben zu dürfen, als durchaus nicht die Majorität der Gemeinde der orthodoren Partei angehört. Der Erfolg wird eS ja auch genugsam darthun! Fürwahr! nicht im Bewußtsein der Schwäche hat die neologe Partei den Frieden angcboten, sondern weil sie das wahrhafte Gedeihen und Herl der Religion nur im Frieden sieht. Und sie. hat fast einstimmig durch ihr Organ, das -Comite, erklärt, sie wolle das Princip der Parität durchaus durchführen und in der Sache dasjenige realisiren, was die bei Weitem größte Mehrzahl der Gemeindemilgtleder aufrichtig wünscht. Der Wahltag ist auf den 14. Juli festgesetzt, und wird die Wahl in einem öffentlichen Vergnügungslocale abgehalten werden, weil die große Gemeinde: Breslau noch kein Local besitzt, überdas sie als über ihr eigelieS diSponiren könnte, Nicht einmal eine Synagoge. Breslau, 23. Juli. (Privatmitth.) Wir haben einige heiße Wochen hier erlebt, aber sie waren .auch „des Schweißes der Edlen wenh,'^ und sie haben der Wahrheit und der ganzen gedeihlichen. Zukunft unserer Gemeinde einen Weg verschafft, wie ihn kaum diejenigen zu erlangen -hofften, die ihn aus vollem Herzen wünschten. Jedoch zur-Sache! - Schon seit-langer Zeit har.„eme kleine, aber rührige Partei" unsere Gemeinde unterwühlt, sie in den Augen Fernstehender als eine Starte der Willkür zu verdächtigen gewußt und die Kraft der Besseren, die nicht zu einem fortgesetzten, mit Gehässigkeit geführten Guerrllaskr»ege aufgelegt waren, gelahmt. D:e Einsichtigeren merkten schon lange, daß nur der Mangel einer festen Organisation jenes Treiben möglich mache, und sehnten sich nach gesetzlichen Vcrwaltuiigsnormen. Das Gesetz vom 23; Juli 1847 gab