Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-24 · Heft 30 (24.7.1854) · p. Seite 377

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 30 (24.7.1854)
Date
1854-07-24
Page
Seite 377 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225908--13999-3243476
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SW Uvt: Wir wollen hoffest, daß hier noch nicht dev gättze Sinn für das Judenthum ausgestorben ist. Welcher Mittel haben die Wienerihre Kinder aus dem Borste jüdischer Weisheit schöpfen zu lassen? Allerdings besteht hier eine Religionsschule, wo das Hebräische obligat ist; aber reicht das trotz der größten Mstrengung Gebotene hin, daß Israels Jünglinge Rabbiner- Prediger, Ehasanim u. s. w. werden können? Wollte man auch den Kreis weiter äusdehnen, so ginge eS Nichtda die Schüler des Gymnasiums materiell nicht die Zeit dazu haben. Was Nun vot Allem Nöth thatewäte: die Möglichkeit zu verschaffen, talmudischeS Wissen sich anzueignen. Man hat dem Bedürfnisse dadurch entsprechen wollen, indem eine Fraction hier eifte rmn nirwn-Schule in's Leben rief, die freilich zunächst für die unterst Claffen bestimmt ist. Aber diese Schule ist ohne alle Uebeiwachüng und iS ist nur ein vollständiges Che der. Und doch, so sehr wir aus aller Kraft gegen ein Cheder sprechest, so köstnen wir andererseits auch Nicht verhehlen, daß die neuere Zeit ohne Zweifel eiti Viel größeres in Betreff des hebräischen Wissens verlangen wird, älS dies biShet geschehen ist; daß überhaupt die Zwittergeschöpfe, die Prediger als fütche, aüfhören werden und mit dem Rabbiner identisch sein müssen. Ich will vor der Hand die wichtige Frage blos berührenkomme aber noch darauf zurück. Für jetzt möchte ich nur mir erlauben vorzuschlagen, daß hier in Wien dem Nebel zunächst abgeholfen werden könnte: wenn fich Jemand fände, der fähig istr^nviLi rite Md die religions - philosophischen Schriften der Juden KuSri/ More u. s. w. zu lehren. — Dann dürfte das NöthweNdigste in geistiger Beziehung geschehen sein. In materieller Beziehung wird eS den RabbinütS- Candidaten hier auch dadurch leichter werdenda das CultuS-Ministerium dem Professor HerrN vr. Goldenthül gestattet hat, Univerfltätsstipendien für Rabbinats - Candidaten zu sammelnwobei aber den Herren Vertretern daS Recht zuerkannt wirddieselben zu vertheilest. Auch dürfte dann daS StipettdiuM- WelcheS der selige Freiherr v. Eskeles für einen Talmüdstudtrenden gegründet hatnach dem Willen deS Stifters vertheilt werdenwelches bisher unmöglich war. Dieser Vorschlag kann allerdings zunächst nur für diejenigen gellen, die die Maturitätsprüfung bereits übgelegt haben. Dabei würde sich auch noch eiste Bibliöthek astf jüdischem tNeßiete als Notwendigkeit Herausstellen. Jetztwenn schon Jelstand Täkmttdstudrüm milchen willhat er kein Buch dazu. Auf Veranlassung vr. Ludwig August Frankl läßt die Chewrä Kadischa die GrabschrifteN auf dem altert'Gottesäcker abdrucken. vr. Frankl giebt sie heraus und giebt zu den Gräbschristen interessante geschichtlich-biographische Notizen rc. Herr M. 6. Stetn hat den Atcharist aüf's Neüe . herausgegeben. Wien- 10. Juli. (Privatckitth.) ES freut mich, Ihnen berichten zü können, daß der Secretair der hiesigen Gemeindeder schon manches wahrhaft Güte gefördert hat, auf's Neue einen Antrag eingebracht hat, der, wie ich hoffe, die ersprießlichsten Folgen haben wird. Bei dem hier bestehenden Handwerks- Vereine fehlte bis jetzt bin Mittelglied, und daS ist die Obsorge für Gesellen. Es ist nämlich durch den Verein für die Lehrlinge gesörgt, durch die großartige Stiftung des seligen Hermott Tedesco werden jüdische Meister Unterstützung erhalten, üm sich hier zu etabliren; nür für die Gesellen ist Nichts geschehen. Nachdem Hetr v. Wertheimstein die Interessen von 3000 Fl. für jüdische Gesellen bestimmt hat, so machte Herr vr. Frankl den Vorschlag, daß MaN die Gesellen ist wissenschaftlicher Beziehung ustterstütze, um sie über dasjenige belehre, was ihnen zunächst Noth thut. Auf Veranlassung des Herrn Antragstellers giebt Herr Jaques, Erbe des Herrn v. Wertheimsteinaußer dem stüherN Beiträge des Verstor- - denen noch 50 Fl. jährlich füt eine Gesellestschüle. Hoffen wir, daß der Erfolg ein gesegneter sein werde. Frankreich. Parisim Juli. (Arch. ist*, de Fr.) Der Testipel von portugiesischem Ritus hat am jüngstest Schebuoth ebenfalls, wie an den Sabbathen, den Nachmitt a g s g o t t e s d r e n st sehr feierlich begangen. Bekanntlich wird daselbst die Orgel auch am Festtag und Sabbach gespielt: Abek Eines fehlt noch — die Predigt. — Die bisher unbekannte Damewelche an best Juden, namentlich zu Metz, so viele Wohlthatest geübt, welche insbesondere einen Preis ssür junge Jüdinnen ausgösetzt hat, die das Hebräische erlernen, wovon wir schon öfter berichteten, ist in Athen ge- 30

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.