Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1854)
- Date
- 1854-07-24
- Page
- Seite 376 (sequence 8)
- Language
- German
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376 dessen Prä^Mt'^tzrz. Mh^^.de5selheN:kKMtzM/iM lag, insgesammt,^ eben so diejenigen des^ Königs. Friedensgerichtes, Landcochmiffariates, des Fprstamtes, chie nützigkeit und großer WohlthätigkeitSsinn.. alle Anerkennung.; Nachschrift. So eben geht, mir die erfreuliche Nachricht zu, daß in Fürth bei einer „für die Juden Palästinas" veranstalteten Collecte 3500 Fl. erzielt wurden. Möchte dieses Beispiel recht viele Nachahmung finden! . . . II. L. Jugenheim in der Pfalz) 29. Juni. Am 23. Juni l. I. starb zu Kaiserslautern in der Pfalz Leopold Dick, Professor an der Königlichen Kreis-Gewerbschule, in Folge eines epidemischen Nervenfiebers. Tüchtig geschult an der,Königl. Academie in München, erwarb er sich schon im Jahre 1838 durch Herausgabe der lithographirten Bilder aus dem alten Testamente nach Raphael nicht geringen Ruhm im südlichen Deutschland. . Später ein sehr gesuchter Kunstmaler , tpurde er im Jahre 1848 zum Professor ernannt, und wirkte^ nach Entfernung des alten Schlendrians im Unterrichte der betreffenden Lehrobjeete so segenreich in der Anstalt, daß. bei den alljährlichen Visitationen die betreffenden Königl. Commiffäre des Lobes seiner inihren Berichten nicht Worte genug finden konnten. -Dem weisen Fortschritt in allen Richtungen mit treuem Herzen, in wild aufgeregter Zeit, seinem. Könige und Vaterlande treu ergeben, religiös gesinnt, ohne zu frömmeln, den Lockungen der verschiedensten Art, seine Religion zu wechseln, fest und . mit Abscheu widerstrebend, nur seinem Berufe und seiner Familie lebend,, wohlthätig nach allen Seiten, mehr, als es ihm seine Mittel erlaubten, mild und freundlich, und von Jedermann hochgeschätzt, arbeitete er seit einem halben Jahre an einem Bilde für die diesjährige Münchener Ausstellung, und diese, anstrengende Arbeit und die Ertheilung deS Unterrichtes ließen ihm wenig Zeit zur Erholung, und disponirten ihn für die Aufnahme des ContagiumS. Er starb unverheirathet, 37 Jahre alt am 23. Juni, und seinem Leichenbegängnisse am 25. ist eine Anerkennung und Theilnahme.geworden, wie sie in den Annalen über das Begräbniß eines Juden wohl sehr selten erscheinen mögen. Der ganze Stab deS dort garnisonirenden 4. Infanterieregimentes, den Oberst an der Spitze, die gesammte Geistlichkeit beider Confessionen,. die Beamten deS Königl. Bezirksgerichtes, Anwälte, Notare, HuissterS, hie Professoren der Kreisgewerbschule,, deS. Progymnasiums, des Schullehrer- Seminars, alle, Schüler dieser Anstalten mit; schwarz zem, Flore, die Bürger aus allen Ständen und Confesfionen, mehr als. 10,000 Personen aus der Stadt , und - .Umgegend, begleiteten trauernd den Leichenwagen. Zwölf Zöglinge mit schwarzen und; weißen Flören umgaben den Leichenwagen, der mit Kränzen verziert war, unter Absingung von Psalmen von . Seiten deS Schüler - und Sängerchores , und,, am Weichbilde der Stadt angekommen, .hielt der Be-, zirkSrabbiner Seligmann eine ergreifende Trauerrede,> die,,kein Auge thränenleer ließ,, und,eine zahlreiche/; tief trauernde Menge aller Confesstonen begleitetes den Leichenwagen bis auf den zwei, Stunden entfernten Begräbnißplatz der Israelitenzu Obermehlingen.s - Dort ruht nun die Leiche eines Edlen, nach mensch-i lichen Begriffen viel, zu MH -Verstorbenen, seiy-. M-, denken,wird an der Anstalt und bei seinen zahlreichen Schülern ewig dauernd sein und auf ihn paffen die Worte Psalm 17,15: „Jch werde mit Gerechtigkeit dein Antlitz schauen, erwachend mich ergötzen an. deiner Gottes - Gestalt," vr. Löwenstein, praktischer Arzt. Ivesterreichischer Äaiserstaat. Wien,, 3. Juli. (Privatmitth,) Ich möchte, mir erlauben, Ihre Aufmerksamkeit heute auf einen allerdings zunächst localen Gegenstand, zu lenken, der .aber auch in weiterer Beziehung Bedeutung, hat..; Es wurden in letzter Zeit Stiftungen, für Rabbinats-.Candidaten gemacht; es ist sogar zu hoffen,, daß, nachdem das Beispiel einmal gegeben ist, die- Summa größer wird. — Aber was thun RabbinatS-, Candidaten hier? Sie können sich allerdings aufwissenschaftlichem Gebiete ausbilden, aber; für daS> Rabbinerfach am allerwenigsten. Es fallt mirnicht ein, auf den „verzehrenden Hauch des Capua'S der Geistert hinzuweisen. Wer festen Sinn hat, den verführt Wien mit allen seinen Reizen nicht; aber; jedenfalls müßte doch etwas dem Rabbinats-Can^ didaten geboten werden können. Die Frage wird für, den Wiener entschieden noch von größerer Wichtig-