Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-24 · Heft 30 (24.7.1854) · p. Seite 374

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 30 (24.7.1854)
Date
1854-07-24
Page
Seite 374 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225908--13996-3243473
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

fMgkeit.stlbst in den 'Arten! Denket z. B. an die HundMe: von Rosazeen. Wd wisset Ihr es .in der That, Lvyzu diese Wnn^enkrone dg ist? Die Naturforscher antworten: die Blumenkrone ist bestimmt, durch ihre Forcen, Karben und ihren Geruch den Insekten das Behälter deS Honigs anzuzeigen, damit die Infekten die Gelarigung..deS BlumenstaubeS auf die Narbe., also die Befruchtung , .befördern*). J.n einzelnen Fällen: ja. Bei d.ss,r ungeheuren.Mehrzahl der Blumen und Blüthen aber spielen .dieJissesren gar keine Rolle, also wozu dann die MMenkrone? Zum Schutz der Befruchtungswerkzeuge, Wer zu welchem Schutz? Rein,. Weder ist die Nothwendigkeit anders als in .be* Nnsfuhrung .des frei gewählten SchöpfungSgedankenS in .der NMx obwaltend, noch reicht alle physiologische PrWuyg her Vorgänge im menschlichen Körper dahin, auch nur ioa Geringsten den kleinsten Akt des bewußten, srexey Willens ^nd des Gedankens, und seiner Associationen zu beleuchten!... Hütet «Euch also vor dem Aberglauben. . , , : . Ppr Kurzem schrieb mir ein junger Naturforscher aus Je na über die letzte dort gehaltene Generalversammlung der sächsischen.und thüringischen MgturfoMer. Er schreibt: „Polkmann Hielt einen Bortrag über die Idee des WeljschöpfM tiflm Htqndpunkte per Naturwissenschaften aus, jftm Wer.auch nicht weiter als der erste Bibelvers, trotz dem haß. er stVärmeausstr.ah/trng und latente Wärme und Dott weiß wah »och herbeischleppte." In der That, liebe Naturforscher, bleih.et bei und auf diesem Verse stehen, und welche erhabene Gebiete habet Ihr von dg aus zu durchwandern sind zu durchpstügen! Zertungsnaehrichten. Deutschland. Aus depx Mecklenburgischen, im Juli, (Privatnsitth.) Zu MMM picht geringen Erstaunen exsgh ich apS einex Lp her National-Zeitung ä. d, Dresden 4r Juli gegebenen Mittheilung, daß Nr. 21 der Zeit. d. Iudenth. hpxt deshalb confiScirt worden, wejl darin ein kurzer Auszug aus den „masteres öe kussie" enthalten spar, der von der Wegnahme jüdischer Knaben in Rußland vou der Seite ihrer El- *) G. LßjnaouJ, Jardin de§ plantps. -tery -und bAey EuMihuyg.in -die Mil-isairschulen handelte. Bedurfte diese Angabe noch' irgend, eines Mew ei se s, -so!svWd.e cdersel.be,jn -folgender -authentischen Begebenheit liegen : Kor .Kurzem passirte unser Kmd ein sehr respektabler Mann aus Rußland , um sich nach Palästina, y>o .er sich bereits viele Jahre uufgehalten, zurück zu begeben. Der Zmeck seiner zeitweiligen Rückkehr mar.hauptsächlich, seine-n -jetzt vierzehyjährLgen Sohn, der mährend feiner MweseMit plötzlich aus tzM-HMeb.er-iw^ Lande zurmckgMiebenen Muster Mggesühxt und in eine MilitairschnL.e gebracht worden war, aus dieser zurück zu erlangen. Mehr als drei Jahre hatte er-bereits daselbst gugebracht, als es der Mühe, und den .Kunftgriffw des Vaters gelang, ihn aus derselben zu entWren. . Der Knabe, der den Pater begleitete, mar von Natur anscheinend nicht vernachlässigt, .aber durch die.Behandlung, welche er erduldet hatte, und von der er ein zu schreckhaftes Bild .entrvarf, als daß es hier eopirt werden soll, verdampfte ex geistig so sehr, Paß es wohl nicht langer Zeit mehr bedurft hatte, um für immer - ein Medererwachen feines geistigen Lebens .uumöglich zu machen. Davon, daß er Jude sei, hatte er zur Zeit, da die Pforten der Militairschule sich pHneten, kaum mehr Me leise Ahnung , und .auch bisher ist es pur noch schwach gelungen, ihn in .diesen Kreis des Denkens, und Empfindens zurück zu führen, Waö Wunder also, daß das gleiche Verfahren auch bei der neuesten Recrutirung eingehalten morden? ~ Die in Ihren „Pariser Skizzen IV," -gemachte treffliche Bemerkung, daß alle Persuche und Anstrengungen, das jüdische Publikum zum Besuch des Gotteshauses zu ayimiren, an dem wert verbreite-teuMangel religiös -- kirchlichen Bedürfnisses bei unseren Maubssnsgenoffen scheitern, und diese Wahrnehmung eine förmliche RMostgkest über das, MS m Heilung deS Bruches zu thun fei, exzeugen müsse, ist mt bittere, weil lecher! nur zu wahre Ironie auf unser Ländchen insbesondere. Hier hat der JndiffexenttsmuS so ziemlich seipen Gipfelpunkt erreicht; KEtniß deS JudenthumS und Liebe zu ihm sind so vereinzelte Erscheinungen, daß man die Atome mühsam zusammensuchen müßte, um eine spärliche Dosis davon herbeizubringen. Ja, trotz der zahlreichen,, auS den Zeiten, da vr. Holdheim und Einhorn das hiesige Landes-Rabbinat inne hatten, herrührenden Reformen im Gottesdienste, giebt eS doch nicht viele

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.