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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-17 · Heft 29 (17.7.1854) · p. Seite 366

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 29 (17.7.1854)
Date
1854-07-17
Page
Seite 366 (sequence 10)
Language
German
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366 zur angenehmen Kenntniß nehme, und das Nöthige wegen Veröffentlichung derselben verfüge, ermächtige ich den k. k. Herrn Bezirkshauptmann dieser Gemeinde, hiefür den Dank der Regierung in angemessener Weise aussprechen zu wollen. Brünn, am 22. April 1854. Für den Statthalter Böhm m. p." Möge jegliche Gemeinde, wie wir, kein Opfer scheuen, die Interessen der Judenheit zu fördern, das wäre dann das schönste Mittel, sich aller schmählichen Berichte ferner .zu verwahren. Korrespondenz. Pariser Skizzen. VII. Magdeburg, 7. Juli. Wir haben unsere Leser schon zu oft über die Aus-- grabungen in Niniveh, die seit 7 — 8 Jahren vorgenommen worden, und über die Denkmäler und Produkte altassyrischer. Kunst, die von dort nach Europa gebracht sind, unterhalten, als daß sie nicht voraussetzen sollten: 1) daß ich auf das Museum von Niniveh ganz besonders meine Aufmerksamkeit gerichtet habe, und 2) daß sie nun auch etwas aus Autopsie über diese, merkwürdigen Antiquitäten von mir erfahren würden. In beiden Punkten hätten sie sich dann nicht geirrt. Das Louvre ist unstreitig der wichtigste Palast von Frankreich. Sein Ursprung ist so dunkel wie sein Name. Es war oft genug Residenz der Könige, ihre Schatzkammer und Festung, und Gefängniß wichtiger Männer, oft alles drei auf einmal. Im Louvre wohnte Kaiser Karl V., als er seinen Todfeind Franz I. besuchie, und unverletzt auS der Löwenhöhle kam. Aus einem Fenster des Louvre nach dem Quai zu, am Ende der Gallerie, die jetzt Apollogallerie heißt, gab Karl IX. das Signal zu den Mordthaten der Bartholomäusnacht und schoß selbst auf seine Unterthanen. Erst unter Ludwig XIV. erhielt das Louvre die wundersame >,Kolonnade" an der Seite zur Kirche Saint-Germain-l'Aurerrois, erst unter Napoleon wurde es vollendet und dieses große, herrliche, vollkommene karre von vier mächtigen llorp8 de bätimens mit den reichgeschmücktesten Pavillons abgeschlossen. Dieses Louvre hat aber aufgehört Residenz, Schatzkammer und Gefängniß zu sein, und an die Stelle dieser hohen und gefallenen Machthaber sind die ewig siegreichen Musen eingezogen. Diese goldenen Gemächer, diese marmornen Säle sind von den Schöpfungen der Künste eingenommen, und haben ihre Pforten zuerst den schönsten Erzeugnissen des Menschengeistes, dann denen geöffnet, welche an jenen sich erfreuen, bilden, veredeln wollen. ' Wir wollen nicht den Führer in diesem ungeheuren Labyrinthe von Sälen und Zimmern, von Museen der Antiken und der Gemälde, bis zu denen der Marine und Entwürfe der Meister spielen, denn wir fühlen uns nicht geeignet hierzu. Wir gehen, mit unserm „Passe-Port" bewaffnet — denn in Paris darf der Fremde seinen „Paß" niemals aus der Tasche lassen, nicht der Polizei wegen, die frägt Niemanden nach dem Paß anders, als beim Eintritt in Frankreich, sondern weil ihm der Paß zu aller Zeit den freien Eintritt in alle Sammlungen öffnet, während der Einheimische auf die Tage warten muß, an welchen der Eingang Allen freisteht — in jenes Untergeschoß, wo über die beiden ersten Zimmer die Inschrift: „Musee de Ninive“ steht. ES sind zwei große und hohe Zimmer, die sich öffnen, hoch mußten sie sein, sollten sie die übercolossalen Reste der assyrischen Kunst fassen können, zu groß aber brauchten sie noch nicht zu sein.... In diesem Musee de Ninive erging eS uns, wie es oft im Leben ergeht: wir fanden in dem Vielgerühmten lange nicht das, was man nach den vielen Phrasen und Reden vermuthete; aber man fand doch so Vieles, daß es genug war, und bewunderungswürdig trotz den geschehenen Uebertreibungen. Es mag fein, - daß London durch Layard mehr hat, als Paris durch Botta.- Aber auch dieses ist genug, um sich ein Urtheil zu bilden. Und da geben wir vorher Zwiefaches: all das Gerede von Rawlinson und Genossen, welche auf's Bestimmteste die Inschriften auf diesen altassyrischen Denkmälern entziffern und deuten zu können vorgeben, oder sich selbst einreden, ist eitel und nichtig; weder sind sie schon entziffert, noch ist überhaupt die Hoffnung da, daß sie je entziffert werden — so wenig, wie bei den ägyptischen Hieroglyphen oder den Felseninschriften der arabischen Wüste. Auch daS Musee de Ninive im Louvre hat eine Menge Schriftproben; selbst unter den Bäuchen der kolossalen Stiere ist Schrift eingegraben. Aber die einzelnen Schriftzeichen sind so wenig von einander unterschieden, -sie bestehen meist in geraden Strichen und-Punkten, daß man kaum ihre Differenzen zu fassen vermag. Woher also die Lautkenntniß? und wenn diese, woher die Sprachkenntniß? Aller-

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