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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-17 · Heft 29 (17.7.1854) · p. Seite 361

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 29 (17.7.1854)
Date
1854-07-17
Page
Seite 361 (sequence 5)
Language
German
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361 stillen Herzen verehrend. Wie thöricht aber ist der Mensch, der Gott durch Gaben zu bestechen glaubt, ihn, der sich selbst vollkommen genug ist und nichts von dem, was eristirt, bedarf! Er, der das Gute in höchster Vollkommenheit ist, die unversiegbare Quelle der Weisheit, Gerechtigkeit und jeglicher Tugend, verabscheut die Gaben des Ungerechten *). Zn dieser Weise spricht sich Philo noch an manchen andern Stellen aus; für meinen Zweck genügt es, diese mitgetheilt zu haben. Mögen die wenigen Samenkörner, die ich hier ausgestreut, unter dem Segen Gottes fruchtbringend werden und die Gottesverehrung fördern helfen, die das prophetische Wort lehrt: „Liebe verlange ich und kein Opfer, und Erkenntniß Gottes mehr denn Ganzopfer." Hosca 6, 6. Magdeburg, 9. Juli. Als Gaben für die Nothleidenden in Jerusalem sind ferner eingelaufen: 26 Fl. 36 Kr. durch Herrn Rabbiner Herz in Jebenhausen bei Göppingen (Württemberg); von der Frau Wittwe Simon Loeser in Fulda 20 Gulden, von Herrn Hirsch Löser 3 Gulden 36 Kr.; durch Herrn Vorsteher Cohn in Wolfenbüttel 10 Thlr. In Wahren (Mecklenburg) hat sich ein Verein ge-' bildet, der die durch wöchentliche Beiträge erzielte Summe gemäß Nr. 24 dieser Zeitung der Redaction zur Disposition stellt. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt, 26. Juni. Eine israelitische Wittwe hat der Gemeinde für den Bau der neuen Synagoge in den letzten Tagen 6000 fl. zum Geschenk Übermacht. Preußen. Stolp, im Juli. (Privatmitth.) Wenige Gemeinden giebt eS wohl im Vaterlande, in welchen ge- *) offne c8v To 7tQ(üTov uyad-, xsXaioxaxov utrvaog nrjyr] cpQovtiattog xai dixcuoovvrjg xal nu.oi]g ugexijg, änocxQttptxou xag nupu xcüv uih'xcov dioQtug' De vict. oll', p. 345. räuschloS so viel Treffliches geschieht, wie hier, unter der segensreichen Einwirkung deS Herrn Rabbmen vr. Klein. Seit Ostern besteht hier neben der Religionsschule auch eine jüdische Elementarschule, an der ein junger Lehrer wirkt, welcher, durch vr. Klein praktisch und theoretisch ausgebildet, bei der Regierung zu Cöslin ein sehr gutes Eramen bestanden hat, und unter der sorgfältigen Leitung deS vr. Klein hat die Schule einen sehr guten Fortgang. Jeden Sabbath Nachmittag hält vr. Klein einen Vortrag für junge Leute, die hier im Geschäft sind, über den Inhalt der Sidra, jüdische Geschichte und dergleichen. Berlin, 1. Juli. Gestern Vormittag fand die feierliche Beerdigung der am Dienstag früh um 2 Uhr in Folge wiederholten Schlaganfalls verstorbenen Frau Geh. Commercien-Räthin Amalie Beer, gebornen Liepmann Meyer Wulff, Dame des Luisenordens, statt. Wie die Verstorbene durch ihren seltenen Wohlthätigkeitssinn und patriotische Gesinnungen sich in den weitesten Kreisen unter Reichen und Armen, unter den Gelehrten und Künstlern die allgemeine Achtung und Liebe erworben hatte, so war die Theilnahme von Seiten der hiesigen Bevölkerung bei der Bestattung eine ungemein große. Es hatte sich vor dem Trauerhause im Thiergarten schon am frühen Morgen ein sehr zahlreiches Publicum aus allen Ständen eingebunden. Nachdem in der Wohnung noch eine Todtcnfeier gehalten, setzte sich der Trauerzug nach 10 Uhr in Bewegung; dem Sarge zunächst folgte eine Abtheilung von Waisenkindern aus dem unter dem Director Auerbach stehenden jüdischen Waisenhause, denen sich eine Abtheilung von Waisenknaben deS LouisenstifteS anschloß. Hinter den Waisenknaben folgte eine Trauer-Equipage Sr. Maj. des Königs und Sr. König!. Hoheit des Prinzen von Preußen, welchen ein langer Zug von Trauerwagen folgte. Unter den bei der Feierlichkeit anwesenden Gelehrten und Künstlern bemerkte man auch Se. Ercellenz den Geh. Rath von Humboldt, Prof. Boeckh, den Oberbürgermeister KrauSnick und Bürgermeister Naunyn. Der Zug ging nach dem vor dem Schönhauser Thore gelegenen jüdischen Kirchhofe, woselbst die irdische Hülle in dem auf demselben befindlichen Familien-Erbbegräbniß beigesetzt wurde. Berlin, 9. Juli. (Privatmitth.) Die englische Missions-Gesellschaft, welche in Berlin durch beson-

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