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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-17 · Heft 29 (17.7.1854) · p. Seite 358

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 29 (17.7.1854)
Date
1854-07-17
Page
Seite 358 (sequence 2)
Language
German
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358 aufhören (??) und somit das bedeutendste Hinderniß für deren einstige Realisirung beseitigt sein. Sa, nicht nur frohe Hoffnungen für die Zukunft sich 4s, W sich unö dadurch.eröffnen, sondern auch Lm Augenblicke schon soll, mindestens für einen beträchtlichen Theil unserer Nation, reicher Segen daraus hervorquellen. Die unmittelbare Berührung, in welche durch jenen gewaltigen Kampf der Occident mit dem Orient gebracht ist, hat (man kann es nicht anders als mit dankbarster Anerkennung aussprechen) vorzüglich durch Ihre unermüdlichen Bestrebungen in Wort und That, Herr Redacteur! das Auge der Israeliten im Abendlande auf das traurige Loos ihrer Glaubensbrüder im Morgenlande mehr als je hingelenkt, und es als eine dringende Aufgabe, als eine der Solidarität des Judenthums entspringende heilige Pflicht erkennen lassen, für die allmählige Beseitigung des materiellen und geistigen Elends, unter dem die Letzteren schmachten, geeignete Mittel zu ergreifen. Die bisher aus Europa und Amerika nach dem gelobten Lande gesandten Geldunterstützungen, sie waren unter den obwaltenden Verhältnissen zwar nothwendige und löbliche, aber gleichwohl nur winzige Palliativ-Mittel, bei denen die mißliche Lage nach wie vor dieselbe blieb, und die armen Menschen höchstens den Klauen des Hungertodes entrissen wurden. Durchgreifende Hülfe aber kann, das muß jeder Unbefangene anerkennen, allein auf dem Wege erzielt werden, den Sie, Herr Redacteur! in dem Memorandum vom 1. Mai klar vorgezeichnet, und in der Zeitung des Judenthums außerdem mehrfach besprochen haben. Und Dank dem Himmel! der von den Vätern ererbte Wohlthätigkeitssinn der Judenheit verläugnet sich auch hierbei nicht. Mannichfache hochherzige Zusicherungen, Ihrem Plane den besten Vorschub zu leisten und Opfer dafür nicht zu scheuen, sind Ihnen bereits von Seiten jüdischer CultuSbehörden und Gemeindevorsteher großer Städte gemacht worden, und so wird es Ihnen denn durch den Beistand Gottes, der keiner guten That entgeht, und die thatkräftige Mitwirkung einflußreicher, edeldenkender Männer hoffentlich auf's Beste gelingen, an dem trüben Horizonte unserer orientalischen Glaubensbrüder eine schöne Morgenröthe herauf zu führen, der ein heiterer Morgen und ein Heller, glänzender Mittag wohl in nicht gar weiter Ferne Nachfolgen wird. Wo es aber gilt, ein Werk der Humanität im vollsten Sinne des Wortes zu fördern, wer wollte da zurückstehcn, der überhaupt noch ein menschliches, ein warmfühlendes israelitisches Herz im Busen trägt? Ist daher auch nach Ihrem, wohldurchdachten Plane für den Anfang die Bereitwilligkeit zur Aufnahme jüdisch-orientalischer Jünglinge Seitens Haupt-Gemeinden Europa's hinreichend, so wird doch, wie Sie in jenem Schriftstück auch bereits angedeutet, für die Dauer eine allgemeine Beteiligung der occidentalischen Judenheit nicht fehlen dürfen. Deshalb gestatten Sie mir denn die dem innigsten Interesse an dieser Angelegenheit entkeimende Bitte, daß, sobald die Sache in's Werk gesetzt sein wird, Ihrerseits oder von dem wahrscheinlich in Paris sich bildenden Central- Comite ein Aufruf an die Juden aller Länder der civilifirte» Welt erlassen werde, allenthalben Special-Comite'S zu bilden, welche die Beiträge der Gemeinden ihres Landes oder ihrer Provinz sammeln und an den Mittelpunkt des ganzen Unternehmens befördern mögen. Die erforderlichen Opfer werden dann aller Orten nur unerheblich sein, und dadurch um so bereitwilliger und anhaltender gebracht werden. Auch mögen Rabbiner und Prediger aufgefordert werden, das Interesse an dieser heiligen Sache lebendig anzuregen und stets warm zu erhalten; und erkläre ich mich im Voraus von ganzem Herzen bereit, auf's Emsigste und nach besten Kräften für die Förderung der-, selben in meinem Wirkungskreise thätig. zu sein.. Möge der Höchste das treffliche Beginnen mit dem besten Fortgange und Erfolge krönen! vr. M. Stern. Wir können diesem guten Worte nur hinzufügen, daß allerdings nur eine materiell etwas bessere und sorgenfreiere Zeit, als in diesem Augenblicke, und noch einige andere Vorbereitungen abgewartet werden. Die Redaction. Philonische Idee» über Gottesverehrnng, von Di*. Wolff in (5 ul nt. In meiner Schrift über die Philosophie Philo's') habe ich bei der Darstellung der Philosophie des Geistes in Kürze die Höhe religiösen und sittlichen Lebens gezeichnet, zu der Philo den Menschen erheben will. Ganz von Gott durchdrungen und erfüllt, , mit seinem ganzen Wesen, Denken und Wollen in das göttliche Wesen sich versenkend, strebt er den Menschen zur höchsten Gottesbegeisterung zu entflammen; in Gott soll er das Eins und Alles, in der Einheit mit ihm die größte Glückselig- *) Die Philonische Philosophie in ihren Hauptmomenten dargestellt. Leipzig. Im Verlage von C. L. Fritzsche. 1849.

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