Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1854)
- Date
- 1854-07-10
- Page
- Seite 354 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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m eine Wicht,, VMN .ich, mich hier -entlMge, -wenn ich ihren stillen, HMeidonm Verdiensten urn dnS allgemeine WM Meytliche Anerkennung zu Theil werden .lasse.. Die aufrichtigen Segenswünsche der W- Men^chie ihre Unterstützung -genießen, Knd. ihr schönster Lohn hienieden. Z. Großbrita-uniev. London, im Juni. Die gute Sache der Gewissensfreiheit hat wider des Lord John Rüssels Bemühungen. einen Srqg erfochten, indem in die Reformblll der Universität Oxford die Claüstl eingefügt ward, daß der .aufz-unehmende Student Lei der Jmmatriculation keinen andern Eid als den „Unterthanen- Cid (Osch of Allegiance), abzugeben habe, so daß also auch die Dissidenten daselbst studiren können. Lorp John hatte noch die Unterschreibung der 39 Artikel -der anglikanischen Kirche beibehalten. Er (also die Regierung) fiel mit 252 gegen 1.61 Stimmen durch, also mit einer Minorität von 91 Stimmen. Correspvudenz. Pariser Skizzen. VI. Magdeburg, 28. Juni. Der Boulevard Montmartre wird auf der rechten Seite von der rue äu ksudourg Nontmsrtre und der rue Kränge Lsteliöre begrenzt. Letztere zieht sich aber rund herum, bis sie .selbst auf die rue c!u kaub. Montmartre -ftöfjt. In diese Letztere mündet sich andererseits die rue Lergere, in welcher daS Hotel gleichen Namens sich .befindet, woselbst ich meine RefideM aufgeschlagen Hatte. Ich brauchte daher nur quer äbex die Straße zu gehen, um auf rue Orange vstoliere lio. 1 zu stoßen, und dahin wollte ich öfter, denn da wohnt, zwei Treppen hoch, in einer sehr schönen, .geräumigen Wohnung unser gelehrter Landsmann, Herr S. Munk, Secretair des Central-EonsifioriumS^ Sicher verdient dieser Mann, daß unser Leser uns in seine Zimmer folge. Das Gerücht, daß Munk, der Verfasser mehrer gelehrten, insbesondere die jüdisch-arabische Literatur betreffenden Schriften, an den Augen leide, war seit lange schon zu uns gedrungen — daß er aber jetzt gänzlich erblindet fei, und ihm die Aerzte alle Hoffnung abgesprochen L^chricht übeMschte schmerzlich bei meiner Ankunft in Paris,. , Ich. kann wohl sagen-Hast Nichts seit langer. Zeit mich so -tief bewegt hat, als, nach-« dem ich in seine Bibliochek getreten war, dir Thüre sich öffnete, und ein Vlann.sich zu mir herbewegte, an duffen langsamen, ungewissen. Schritten, .gehobenem Haupte. und voxgestreckten Armen der.Erblindete leicht zu erkennen war. Seine Begrüßung, daß er so lange mich zu sehen gewünscht, nun aber mich dennoch nicht sehen .könne, schnitt mir um so mehr in's Herz. Bald aber wird der Besucher noch mehr von Bewunderung .als von.Mitleid erfüllt, denn wenn ihm die.Frische deS Geistes, die lebendige Theilnähme, die Munk fich ,zu erhalten verstanden, schon bald den.Mangel des Gesichts vergessen macht, so noch mehr die Ruhe, die Mäßigung, die Weisheit, mit welcher er den großen Verlust erträgt. Ich war eines Pbends bei ihm, als seine, Frau, den Thee servirte, und seine blühenden Töchterchen sich .an ihn schmiegten, die sein väterliches Auge nie wieder sehen wird, und welche .er nur mit der Hand streichelte..... . Munk ist ein Mann von 46 Jahren, kleiner Statur, ziemlich breiten Baues., sein Antlitz und ferne fast Hohe Stirn mannichfaltig gefurcht, überall Zeugen vieler.und langer Arbeiten,, mit vieler Ruhe und Sanftmuth im Ton der Stimme. Er ist ein sehr lieber Mensch, ohne Falsch, treu — und das will in Paris viel sagen. In seinem letzten Schreiben an mich sagt er.: „WaS mich betrifft, so bin ich ganz von der äußern Welt abgeschlossen, und es ist mir gleichsam wie einem Abgeschiedenen untersagt , durch Wort und That bei Fragen, wie die jetzt erhobenen, mitzuwirken. Alles, was ich wünsche, ist, daß die Vorsehung mir Kraft und Muth verleihen möge, noch einige Trüimnrr literarischer Thätigkeit ans meinem Schiffbruche zu retten»..." - Jndeß sind diese Trümmer durchaus nicht so .gering cmzuschlagen. Herr.Munk ist nämlich unermüdlich beschäftigt, das arabische LrrgLnal des Morel) Nebuchim von Maimuni herauszngeben, und find bei meiner Anwesenheitin Paris bereits 12.8 Blätter vom ersten Lheil gedruckt .gewesen,, so haß der erste Theil .(der drei) bald der Oeffentlichkeit übergeben werden kann. Die Ausgabe enthalt das arabische Original in hebräischen Lettern, die französische Uebersetzung und.Noten in französischer Sprache, theils über den Wortlaut und Wortfinn des Textes und dessen Varianten, theils zur Vergleichung mit Aristoteles und jüdischen Philosophen. Herr Munk hatte die Güte, mir die Aushängebogen einige