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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-10 · Heft 28 (10.7.1854) · p. Seite 352

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 28 (10.7.1854)
Date
1854-07-10
Page
Seite 352 (sequence 8)
Language
German
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die Mädchen iahet die weiblichen l Schulanstalten besuchen,- Religionsunterricht ertheilt. . : :n Der Rabbiner von Laupheim, wohin, die Gemeinde Ulm; als Tochtergemeinde gehört,. hat fünf bis fechs Mal des Jahres Predigt und Catechese allda zu halten,-die Schule in ben Religionsfächern zu prüfen und zu beaufsichtigen. WaS heute aber insbesondere zu berichten ist,, das ist die Einweihung-. deS von der kleinen Gemeinde erworbenen-und neu eingerichteten Friedhofs, der von dem christlichen nebenan liegenden nur durch eine Zwischenmauer getrennt ist: Diese Einweihung wurde, wie auch anderwärts üblich, mit der ersten Beerdigung verbunden. Vom Hospital aus, wo der Verstorbene, Handlungs-Commis Moritz Ulfelder aus dem bairischen Landgericht Windsheim, nach mehrwöchiger Krankheit -gestorben war, ging der erste feierliche Leichenzug durch -die.'Straßen der Stadt. Am Friedhof angekommen, trugen die Freunde des Verstorbenen die Leiche bis in die Mitte der Trauerstätte. Eine große, unübersehbare Menschenmenge war in dem Friedhof und um denselben versammelt. Aus allen Ständen und Confessionen waren Viele hinzugeströmt, da schon Tages vorher Alles auf diese traurige Feierlichkeit gespannt war. Rabbiner Wälder von Laupheim begann mit dem Gebet ->nbrr in hebräischer und deutscher Sprache. Dann begann die Rede, welche die wenigen Worte aus dem 37. Cap. Jesaja zum Tert hatte i-idn na-o ‘y’rpnb iL „bestelle dein Haus, denn du mußt sterben." Der Eindruck auf das ganze große Auditorium war sichtbar. ES verließ Niemand unbefriedigt die Trauerstätte. Noch muß schließlich hier bemerkt werden, daß das schöne eiserne Thor am Eingang eine Schenkung des gegenwärtigen Filial-Anwalts Kaufmanns A.J. Maier daselbst, ist, obgleich auch der frühere Gemeinde-Anwalt, Rechtsconsulent Heß, Kaufmann Röder und S. Gugenheim sich um die Erwerbung und Anlegung des Friedhofs seit etwa zwei Jahren gleichfalls Verdienste erworben und die Sache zu fördern gesucht haben. Auf der Abendseite ist in einer Nische der innerseitigen Mauer ein Grabstein angebracht, der von dem Stiftungs-Rath in Ulm aus dem.dortigen Münster, wo noch mehrere solche hebräische Grabsteine als Antiquitäten aufbewahrt werden, der israelitischen Gemeinde zu diesem Zweck verabreicht worden ist. Bekanntlich warim Mittelalter) in Mm Me ^größere jüdische .Gemeinde: In den ältern Rechtsgutachten mba kommen mehrere kasuistische Fragen aus. Ulm an Männer jüdischer Gelehrsamkeit -vor. Auch war daselbst früher ein. eigener Rabbinatssitz. -; Ein freier Platz in der Nähe des Münsters heißt noch heute der Judenhof. Man zeigt noch heute.das HauS,. wo die Judenschule, das Frauenbad, die jüdische Metzgewar.. . Die Grabsteine desfrüheren jüdischen Friedhofs, der mit der Vertreibung der Juden aus. der Stadt im 14. und 15. Jahrhundert demolirt wurde, wur? den zu Brücken, verschiedenen öffentlichen Gebäuden benutzt. Unserer Zeit, die den Lebenden mehr. Gerechtigkeit widerfahren. lassen will, scheint es Vorbehalten zu sein, auch gegen die Tobten mit mehr Schonung zu verfahren. Die hie und da aufgefundenen Grabsteine wurden gesammelt und im Münster, woselbst eine ziemlich gut erhalten leserliche emgemauert ist, aufbewahrt. Die eine führt das Datum tbbp, nach der bürgerlichen Zeitrechnung entsprechend dem Jahr 1379, eine andere ibp -----1366, wieder eine andere von i»p, 1384 und 1358. Als Muster ehemaliger hebräischer Grabschriften möge folgende hier eine Stelle finden: iimirab rpaoii ‘pia-rt p rma 'i öni!) tbn pp niv» iböibh NN1272 üiv Möge die Gemeinde Ulm von dem mit vielen pecuniären Opfern erworbenen Friedhof nur sehr selten und erst nach langer Zeit Gebrauch machen dürfen, ein Wunsch, den ich bei dieser feierlichen Gelegenheit vielfach äußern hörte, und in den ich aus vollem Herzen einstimmte, M. R. . Preußen. Aus der Provinz Posen, 21. Juni. (Privatmitth.) Bromberg wist einen neuen Cantor eugagiren und legt hierbei das größte Gewicht darauf, daß der Anzustellende Peirusch hamiloS verstehe^ muffe. Diese Bedingung, ist nur zu loben, und weny dieselbe auch von andern Gemeinden bei ähnlichen Gelegenheiten gestellt worden wäre, so würden wahrlich! unter unfern Chasanim nicht so. viele Ignoranten angetroffen werden. Vorbeter, denen man'S an ihrem Vortrage gleich anhört, daß sie das, was sie recitirey oder absingen, auch, verstehen, gehören

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