Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1854)
- Date
- 1854-07-10
- Page
- Seite 349 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225906--13969-3243444- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
849 Zweitens, wollen wir den Besuch und das Wohnen bei den heiligen Trümmern, das Leben in Jerusalem zu einem Monopol der Reichen machen? Soll der Eintritt in Jerusalem zu einem theuer zu erkaufenden Privilegium werden, das gerade unsere Talmudgelehrten ausschließt? Weiß der Herr Vorschläger, was es heißt, einem türkischen Pascha seine Subflstenzmittel nachzuweisen? Und das sollen wir Juden selbst beantragen? Wir selbst sollen die alten römischen Decrete von der Verbannung der Juden aus Jerusalem, mindestens theilweise erneuen? Hat das Herr vr. Weil aus der Schweiz mitgebracht? hat er solches in England gelernt? wozu schreibt er dies nach Frankreich? Wir wundern uns sehr, daß der Redacteur der Archives dies so mir nichts aufnimmt, ohne eine Bemerkung zu machen^ Wir weisen eS energisch zurück. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Worms, 20. Juni. (Privatmitth.) Zur Renovation der hiesigen jüdischen Denkmäler gingen ferner ein: aus Pfeddersheim 4 Fl.; Jebenhausen 17 Fl.; Neustadt a. d. Hardt 3 Fl. 30 dct.y von der Buchhandlung Joseph Baer in Frankfurt am Main 5 Fl.; Abt.2 Fl.; Wittftvck 6 Fl.; Peine 3 Fl. 30 Fr. Hierzu laut Nr. 21 d. Zeit. 1829 Fl. 38 Xr., zusammen 1870 Fl. 38 Xr. Das Comite zur Renov. d. hies. Denkm. Worms, im Juni. (Privatmitth.) In Frankfurt am Main ist bereits die alte Synagoge abgetragen, und dürfte der Neubau wohl bald begonnen werden. — Ihre treffliche Zeitung wurde in der lebten Zeit einige Mal im „Frankfurter Journal" benutzt und Ihre Verdienste mit Anerkennung erwähnt; da hingegen wäre dem inNeu-Pork erscheinenden „The Asmonean“ empfehlen, die Quellen aus jüdisch-deutscher Presse genauer anzugeben. Dasselbe Blatt theilt seit einiger Zeit vollständig die Artikel mit, die Herr Dr. Lewysohn allmonatlich für den „Univers Israelite“ schreibt. Im letztem Blatte ist Ihr Memorandum vollständig abgedruckt und Ihrem Bestreben die vollste Anerkennung gezollt. >— Am 22. d. gingen zwölf jüdische Personen von hier nach Amerika. —m. Magdeburg, 2. Juli. Wir find es-der Wahrheit schuldig, und entrichten ihr mit Vergnügen diesen Tribut, zu bemerken, daß ein jüngster, aus Frankfurt am Main uns zugekommener Brief uns benachrichtigt : die Unterschrift „Ludwig R a sch i " sei ein Lesefehler, indem die Unterschrift „Lu d w i g Rapp" geheißen hätte, und nur allerdings etwas undeutlich geschrieben gewesen. Da nun auch das Papier den Stempel M. M. Rapp in Fr. tragt, so stehen wir nicht an, hiermit die Consequenzen zurück zu rufen, welche wir in sehr natürlicher Weise aus der vermeintlichen Pseudonymität in Nr. 25 gezogen haben. Ohne dazu aufgefordert zu sein, sprechen wir sogar unser Bedauern darüber aus, und genügen dem Wunsche, des Herrn Ludwig Rapp, das zweite Schreiben, das er: uns übersandte, hiermit abzudrucken. „Das Resultat der „Offenen Anfrage." „Und wenn sie nun nicht antworten?" fragten wir uns, als wir im April d. I. unsre Anfrage an die Leiter des künftigen Seminars veröffentlichten, wenn sie nun nicht antworten? fragten wir uns; „dann eben und dann auch haben sie vollständig geantwortet,"- entgegneten wir uns, dann haben sie dem Publicum gesagt, sie sind selbst noch nicht einig, noch nicht einig über das A B C, über die ersten Grundprincipien ihrer Aufgabe und w i ssen darum nicht zu antworten, oder sie wissen wohl, aber sie wagen es nicht, zu antworten, wagen nicht , die eigenen Grundsätze, die Seele ihres künftigen Wirkens darzulegen — beides gleich traurig, beides gleich schmerzlich, — aber beides gleich wichtig zu wissen, damit man eben wisse, woran man sei. Zwei Monate sind nun seit unsrer Anfrage verstrichen, und die Leiter des Seminars haben nicht geantwortet, und ihr Schweigen hat die Sache des JudenthumS um eine Hoffnung ärmer gemacht und um eine Erfahrung reicher. Damit aber dieses Schweigen nicht in dieser einzig möglichen Alternative seine Deutung finde, tritt eine B. ß. gezeichnete Privatmittheilung aus Dresden in der Nr. 23 der Aüg. Zeitung d. I. vor die Schweigenden, und für die Schweigenden hin, wirst uns statt der Antwort eine Handvoll Schimpfwörter in'S Angesicht und spricht zum Publicum : mißdeutet die Schweigenden nicht, „ihre Zeir ist zu kostbar," sie sind zu „gelehrt," um solche „Ignoranten," solche „Sidur-Lomdim" einer Antwort zu würdigen, die