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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-10 · Heft 28 (10.7.1854) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 28 (10.7.1854)
Date
1854-07-10
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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348 schäftlicher Sturm verwaltet. Die Illustrationen. enthalten nur äußerst wenige Phantafiegebilde, sondern stellen ethnographische, naturhistorische oder antiquarische Gegenstände oder Landschaften dar. Der Commentar, in edler, deutscher Sprache, sucht vor Allem den Zusammenhang der einzelnen Partien, Abschnitte und Verse darzustellen, geht dann auf all die Bedenken und Fragen ein, die sich im Ganzen und Einzelnen erheben und sucht sie zu lösen, erforscht hierauf den Wortsinn, indem sie theils die Auslegung in den Talmudim, Midraschim, bei den bedeutendsten rabbinischen Eregeten, so wie bei den vorzüglichsten christlichen bis auf die neueste Zeit anführt, theils selbstständig nach Prüfung der früheren Erklärungen nach einer Entscheidung strebt. Hierbei ist denn aus vielen und besten Reisewerken über Sitten und Gegenstände des Orients Mannichfaltiges angeführt, was zur Beleuchtung der schwierigen Stellen dient. In den fünf Büchern Moscheh wurde über jeden Gegenstand, namentlich gesetzlichen, Alles, was sich darüberfindet, immer an einer Stelle zusammengestellt, und kurz angedeutet, wie die Tradition das Betreffende fortgebildet habe. In „Schlußbemerkungen" ist der positive Gedankeninhalt des Buches concinn zusammengestellt. In den Einleitungen wird im kritischen Theil eine vorurtheilslose Erforschung ohne hyperkritische Anmaßung, so wie ohne selbstgeschaffene Voraussetzungen, am meisten aus dem inncrn Charakter, dann auch aus äußern Momenten, über Zeit, Stellung, Verfasser angestrebt, dann die Idee, die Lehre, die Tendenz, der geschichtliche Inhalt, die Form u. s. w. in positiver Weise erörtert. Wir wissen sehr wohl, daß unser Werk Fehler und Irrungen genug enthält, aber weil wir dies sehr anerkennen, glauben wir auch ohne Anmaßung auf das viele Gute verweisen zu dürfen, welches die günstige Gelegenheit, der Reichthum der Zeit, ein unermüdlicher Eifer und etwas Begabung herbeigebracht haben. Es waren die glücklichsten Stunden, die wir seit zwanzig Jahren bei dieser Arbeit zugebracht haben. So glauben wir denn, daß Viele, welche dem „heiligen Worte" anhanqen, in-diesem Bibelwerke einen großen und manuichfaltigen Schatz haben werden, darin sie für Predigt, Unterricht und zur Selbstbelehruug und Selbstforschung viel Anregung und reichen Stoff finden. Man gestatte uns aber auch die Meinung, daß eine Zeit, in welcher ununterbrochen ein solches Werk, zu dessen Herstellung viele Tausende von Thalern gehörten, erscheinen konnte, doch noch nicht ganz dem Worte des Herrn und der Lehre Israels abgestorben sein kann!... Dem Herrn sei Ehre und Preis — Amen. Magdeburg, 5. Juli. Frühzeitiger Protest gegen eine vorgeschlagene Beschränkung. In dem eben angekommenen Julihefte der Arch. israel. de France macht der Dr. S. Weil in London einen Vorschlag Betreffs Jerusalem, den wir mit aller Energie bekämpfen und zurückweisen müssen. Derselbe setzt nämlich voraus, daß, wenn man erst für die nothleidenden Juden in Jerusalem gesorgt haben werde, sehr leicht ein Tausend Arme wieder dahin wandern könnten, und so die Sache wieder von vorn anging. Er schlägt daher vor: bei der türkischen Regierung zu beantragen, daß während der nächsten fünfzig Jahre die in Palästina Einwandernden genöthigt sein sollen, zu erweisen, daß sie ge-- nügende Eristenzmittel besitzen. Allerdings wäre die Voraussetzung des Herrn Dr. Weil sehr richtig, wenn man vorausjetzen könnte', daß für die Nothleidenden in Jerusalem genügend gesorgt würde, so daß dieser sorgenlose Zustand ein für Viele verlockender sein würde. Dies glaube ich nun nicht, denn alle Beisteuern Europa's reichen nicht aus, 12,000 Bettler genügend zu versorgen, sondern sie höchstens vor dem Hungertode zu schützen. Es wird vielmehr Vielen von diesen 12,000 nichts übrig bleiben, als aus Palästina wieder auszuwandern, und das wäre das Beste. Die traurige Noth der jetzigen jüdischen Bewohner wird vielmehr auf lange Zeit vom Einwandern zurückschrecken. Es stellt sich aber aus Allem dem heraus, daß das einzige Hülfsmittel die Unterweisung der Jugend zur Arbeit ist. Wie dem aber auch sei — wider den Vorschlag des Dr. Weil müssen wir schon jetzt, bevor er irgend realen Boden erlangt, auf's Energischeste protestiren. Zuerst, wollen wir der türkischen Regierung eine unter dem türkischen Regime noch nicht gekannte Beschränkung, die der Niederlassung, insinuiren? Sie würde — so wie damals die Damasker Geschichte — bald um sich greifen, und nicht lange bei Jerusalem stehen bleiben.

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