Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1854)
- Date
- 1854-07-10
- Page
- Seite 347 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225906--13967-3243442- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
347 scher Juden ist bis jetzt in französischer Sprache im Univers israelite, in italienischer Sprache (übersetzt und befürwortet von Prof, della Torre in Padua) im l'Edu* catore israelila, in englischer Sprache im Jewish Chronicle und Asmonean erschienen, und überall auf's Wärmste empfohlen worden. Magdeburg, 4. Juli. Unser Bibelwerk beendet. In dem Augenblick, in welchem der freundliche Leser diese Blätter in Händen hält, sind den Abonnenten unseres Bibelwerkes die 30. und 31. Lieferung des dritten Bandes, das sind die 95. und 96. des ganzen, zugekommen, und damit hat das Werk seine Beendigung erlangt. Ich glaube sicher, unsere Leser verargen es uns nicht, wenn wir nach glücklicher Beendigung eines Werkes, das, im Jahr 1838 begonnen, 16 Jahre eifriger Förderung bedurfte, einen Augenblick dabei verweilen. ES ist nicht blos eine lange Zeit, es war auch eine schwere, wechselvolle Zeit, die darüber hingegangen — aber nicht niederdrückende Familiengeschicke — wie sie keinen Staubgeborenen verschonen — nicht toddrohende Krankheiten, und eben so wenig die Stürme des letzten JahrzehendS vermochten uns, Verfasser und Verleger, abzuhalten, langsam, aber sicher, unübereilt, aber unermüdlich das Werk fort- und endlich zum Ziel zu führen. Wir wenden zuerst unser dankerfülltes Gemüth zu dem Einig-Einzigen droben, der in seiner väterlichen Leitung uns gegeben hat, Sein Wort im Licht und mit den Hülfsmitteln unserer Zeit umfänglich, ausführlich zu besprechen und zu bearbeiten, und unsere besten Kräfte darauf zu verwenden, auch den Menschen unserer Zeit das Verständniß zu erleichtern und zu klären! Wir richten alsdann unfern Dank denjenigen unserer Abonnenten zu, die dem Werke ihre Theilnahme ununterbrochen erhalten haben. So wie Gott ihnen verliehen, das Ende zu erreichen, mögen sie noch einen langen und oftmaligen Gebrauch davon machen! Dann aber fordern wir die Rabbinen, Lehrer und Begüterten in Israel auf, dieses Werk, in welchem ein großes Capital angelegt ist, und dem so viele Zeit und Kraft gewidmet worden, zu verbreiten und anzukaufen, damit einerseits und hauptsächlich Israels heiligstes und erhabenstes Erbgut auch in dieser Gestalt in die Hände Vieler komme und zum Nutzen Vieler werde, andererseits dadurch, daß dem Arbeiter sein'Lohn wird, die jüdische Literatur an Vertrauen und Energie gewinne! So fällt jeder Segen einer Förderung immer wieder auf uns selbst zurück. Die 30. Lieferung Bd. HI. enthält die letzten Capitel des zweiten Buches der Chronik und die Einleitung zur Chronik, zu Esra und Nechemjah. Die 31. oder letzte Lief, bringt die Register zum dritten Bande und die „allgemeine Einleitung zur heiligen Schrift." Diese letztere ist weniger ein Product ausführlicher Kritik und ein Sammelwerk erschöpfender Gelehrsamkeit, als vielmehr, nach der Tendenz des ganzen Werkes, darauf gerichtet, den positiven Inhalt der heiligen Schrift zu zeichnen, dessen Erkenntniß und Verständniß zu mehren. Indem daher die kritische. Arbeit über alle Details in den Einleitungen zu den einzelnen Büchern der heiligen Schrift vorausgesetzt wird, berichtet §. 1 über Namen, EintHeilung, Ordnung und Schrift der heil. Schrift; der §. 2 stellt sowohl in einer Tabelle, als auch ausführlich die Abfassungszeiten, die Literaturepochen und Literaturzweige aller Bücher der heiligen Schrift dar, wo sich sehr überraschende, neue Resultate ergeben; der §. 3 stellt umfänglich die Idee und Lehre dar, wie sie als „religiöse Idee" in allen Büchern der heiligen Schrift über Gott, Welt und Mensch verkündet und bearbeitet sind. ES werden zu diesem Zwecke drei Mal sämmtliche Bücher durchgegangen und ercerpirt. Der §. 4 giebt eine kurze Geschichte der religiösen Idee, welcher in §. 5 eine kurze Geschichte der Bücher der heiligen Schrift folgt. Dem Ganzen hat die Verlagshandlung noch einen ausgezeichneten Stahlstich, „Moscheh" nach Philippe de Champagne, gratis beigelegt. Für diejenigen, welche das Werk noch nicht kennen, gestatten wir uns noch folgende Bemerkungen. Die Ausstattung ist eine vorzügliche zu nennen, der Druck der Uebersetzung groß, des Textes geschmackvoll, des Commentars und der Einleitungen klar, das Papier sehr gut, die 500 Illustrationen fein, einige gehören zu den vorzüglichsten Holzschnitten, die wir je gesehen. Die Grundsätze bei der Uebersetzung waren treu und schön; möglichst dem Original wörtlich getreu, aber dabei schöner, edler, einfacher oder gehobener, energischer deutscher Ausdruck; alle poetischen Stellen find metrisch übertragen, d. h. nicht in einem modernen Versmaß, sondern dem Flusse und Charakter des Originals gemäß bald gebundener, bald freier, wo majestätische Ruhe, oder leiden- 28 *