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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-07-03 · Heft 27 (3.7.1854) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 27 (3.7.1854)
Date
1854-07-03
Page
Seite 338 (sequence 8)
Language
German
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338 ibh 1-8 '•’öiw. Soll nun der gottesdienstliche Vortrag eines Ignoranten einen andächtig erbauen, erheben und die Seele tief bewegen? — Betrachten wir die Präeision, mit welcher an den 'enian die Vorbeter gewählt werden, so erscheint es um so ausfallender, warum nicht während deS ganzen Jahres eine so pünktliche Wahl getroffen wird? — tnbsn ■php vip7-2. Müssen wir nicht zu jeder Zeit dem Herrn ein wohlgefälliges Opfer bringen? — Ich habe es gewagt, öffentlich einen Gegenstand zu rügen, der jedem religiösen Menschen am Herzen liegen muß. Mögen diese Worte Eingang finden in die Herzen der Herren Rabbinen und Synagogen- Vorsteher, Erstere als Hüter des göttlichen Weinberges 'N212, Letztere als Pfleger der Ordnung an die Spitze der Gemeinde gestellt. Mögen sie mit vereinter Kraft der tief gewurzelten Willkühr abhelfen, damit auch in dieser Provinz unter Israel der Gottesdienst aus seiner Versunkenheit emporgehoben, und geregelter und erbauender gehalten werde. — Salomon Lewysohn, Lehrer. Aus der Provinz Posen, im Juni. (Privätmitth.) Posen hat den erledigten Rabbinerstuhl noch nicht wieder besetzt und überhaupt noch keinen ernstlichen Schritt gethan, der irgendwie zur Erreichung dieses Zieles führen könnte. — Herr Pleßner predigt nach wie vor abwechselnd bald in der „neuen," bald in der „alten" Schule und hält auch regelmäßig in dem neu gebildeten „Verein zur Förderung der hebräischen Sprachkenntniß u. s. w." wissenschaftlich-eregetische Vorlesungen, welche ihrer Gediegenheit wegen immer zahlreicher srequentirt werden. — Im Tempel der Brüder-Gemeinde scheint die Concurrenz um die Predigerstelle noch nicht geschloffen zu sein, da immer noch neue Candidaten gehörte werden. Von denen, die in den letzten Monden dort ihre Probe-Vorträge hielten, mögen namentlich hier die Theologen Dr. Ritter (aus - Berlin), Dr. Landsberg (aus Schlesien) und Cand. Friedberg genannt sein. Wie ich'jüngst vernommen (für die Authenticität dieser Nächricht kann ich jedoch nicht bürgen), so soll unter allen Kandidaten, die bis jetzt Probepredigten gehalten, der eben genannte Dr. Landsberg die meiste Aussicht haben, angestellt zu werden. Das Zaudern, mit welchem der Vorstand der Brüder- Gemeinde bei der Wiederbesetzung der Kanzel umgeht, muß aber jedenfalls eher gelobt , als getadelt werden. -- Die städtisch-jüdische Schule ist noch nicht erweitert. Die jüdischen Privatschulen haben — wie sich erwarten ließ — durch die Gründung der neuen städtischen Realschule (im Herbst v. I.) große Lücken bekommen, welche bis jetzt von Quartal zu Quartal noch immer bedeutender geworden, — was jedoch in Betreff der meisten dieser Winkel-Anstalten durchaus nicht stark zu bedauern sein dürfte. (Denn die jüdischen Privatschulen Posens sind —mit wenigen Ausnahmen— bis jetzt faftnichts Anderes als sogenannte „modernisirte Chedarim" gewesen.) — In der oben gedachten städtischen Realschule wird den Zöglingen jüdischer Confesfion von Dr. Deutsch der Religions-Unterricht ertheilt. — JnSchwersenz ist bei der Neuwahl des Magistrats, welche (auf'Verlangen der Regierung) Ende April c. hat vorgenommen werden müssen, wiederum der General-Agent A. Hirschfeld (vergl. Nr. 4 d. Bl.) zum Schöffen gewählt worden. — In Schrimm wird auch Seitens der Juden stark dahin gearbeitet, daß daselbst ein Gymnasium errichtet würde, und sollen sogar einzelne begüterte Juden — für den Fall, daß dieser Plan wirklich zur Ausführung käme, — zu namhaften Geldopsern sich erboten haben. — Jarocin will einen zeitgemäß gebildeten Rabbiner anstellen und bedauert es nicht, sich im Jahre 1852 von der städtischen Simultanschule abgezweigt und eine eigene jüdische Elementarschule errichtet zu haben. — MiloSlaw hat im Magistrats-Collegium zwei jüdische Schöffen, die bereits vereidigt sind. — Krotoszyn denkt nicht mehr im Entferntesten daran, den..längst erledigten Rabbinerposten — sei es „alt," sei eS „neu" — wieder zu besetzen. Mit der Aufnahme eines musikalischen Cantors und der Bildung eines ChorS für den öffentlichen Gottesdienst glaubt man dort dem Zeitgeiste schon wer weiß wie große Opfer gebracht zu haben. — Die jüdische Schule hat nur vier Clasen. — Da ich nun einmal in der Nahe der russischen Grenze, so gestatten Sie mir wohl auch schon, einen kleinen Sprung über dieselbe zu machen und Ihnen aus dem nahe gelegenen Kalisch (von wo ich bald wieder nach der lieben Heimath retournire) zu berichten, daß dort neulich (nach Nr. 138 des Kur. Waseh.) einem Juden, dem Banquier Ludwig Mamroth, die unerhörte Auszeichnung widerfahren, — „zum Beweis der Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um die Stadt? und deren wohlthatigen Institutionen"

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