Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1854)
- Date
- 1854-06-19
- Page
- Seite 315 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m nungSwerthen Streben zollen, - veränlaßt üns^ hierüber ein wenig ausführlicher' zu werden. Eigentlich ist dieser Aufsatz aus dem Englischen übersetzt, und nur das Judengehäfff 0e und manche Witzelei von dem deutschen Uebersetzer dem Geschmack seiner deutschen Leser angemessen zubereitet. i r: r i Abgesehen davon, daß der Amerikaner in feinem Lande, wo es' keine herrschende Religion giebt,' nicht 'systematisch zum'Judenhasse exogen wird;- — konnte-er schon in einem in New - Kork erschienenen Werke nicht ausschließlich von den' jüdischen Kleiderhändlern in der Chathäm-Street sprechen: eines der bedeutendsten Clothing-Store in dieser Straße gehörtja gerade einem Christen, einem Amerikaner, der noch dazu den durch ganz Amerika bedeutsamen Namen Barnum führt! * Der für Deutschland ü b ersetzende Original- Schriftsteller hat bei solchen Fälschungen der weiten Entfernung wegen schon weniger die Entdeckung zufürchten, oder ist' vielleicht schamlos genug, 'sich darüber weg zu setzen. Es ist hierbei keineswegs meine Abficht, dem schächerischen Treiben, wo und bei wem es stch findet., das Wort -zu reden; aber diesen einen Artikel hebe ich deshalb so hervorweil er mir prägnant genüg erscheint, -die Nichtswürdigkeit deutscherlohnschreibender Scribler— ich spreche nicht von achtüngswerthen, weil sich selbst achtenden Schriftstellern — nachzuweisen. ‘r Gab es irgend einen Ort in Amerika, wo ich mich schämte, ein Deutscher zu sein, als solcher erkannt zu werden: so war es zumeist in der C h a t h a m- S tr e et in New-Dort. Nicht etwa aber nur der Kleiderhändler wegen, wiewohl ihr Handel und Wandel auch nicht sonderlich gefallen kaun, — sondern der säubern, daselbst befindlichen Kneipest wegen, die zumeist von Deutschen, aber Nichtjuden gehalten werden. ' Um die Art dieses ehrenwerthen Erwerbes anzudeuten, will ich nur erwähnen,' wie-daselbst zumeist : jene Industrie cultivirt wird ) zu. de-, rest Zulassung in Hamburg noch vor einigen Jahren —^ vielleicht gar noch, oder wieder jetzt — vor Allem ein christliches - Taufzeugniß erforderlich war/ — ' ' Der jüdische Deutsche fühlt sich fern in Amerika zu sehAMMrütschM und - achtet sein Geburtsland und des- 'senBewvhnerzu Hoch. als daß erzuftlner eigenen Schande' .däS^W^t/'jyiwe):'-'laüktte,'TE ehemaligen Lands-, leuje verö^tzjlichou Mte, Als Zurückweisung übertriebener, häufig sogar ganz erlogener Berichte über die. Juden ist Amerika kann ich jedoch nicht umhin,, mitzutheilen; wie gar häufig arme, deutsche, christliche Einwanderer-vön-ihren Landsleuten und Glaubensgenossen, zuweilen sogar von nahen Anverwandtengröblichst betrogen werden. Den armen Betrogenen ist es dann gar sehr erfreulich, wenn durch die Tüchtigkeit eines, amerikanischen - Police - Officier — Polizeibeamte - der häufig - ein Jude ist •— der Betrüger ergriffen und dem Jüdge-Richter, auch oft ein Jude—- zur Bestrafung überliefert wird. > - Ich-kann nicht Umhin , von den'vielen , mir bekannt gewordenen Fällen, die so deutlich den'Unterschied zwischen deutscher und amerikanischer AnschauuugS - und Handlungsweise nach dieser Seite hin darthun, einen zur bessern Ueberzeugung hinzustellen. ' :; . u?.? Bei der Welt - Industrie -Ausstellung im Crystall - Palast in New-Uork vorigen'Jahreswaren in den verschiedenen Abtheilungen Beamte angestellt, der Sprache dev betreffenden Länder.kündig, - umzugleich den vielen anwesenden Fremden in ihrer Landessprache Rath und Auskunft zu - ertheilen- Die Beamten eines jeden Departements waren unter Superintendenten-Obet-Beamte — gestellt und diese wieder standen unter' dem General - Superintendenten Capitain Dupont, einem eingeborenen Amerikaner, einem Manne, gleich ausgezeichnet durch'strenge Rechtlichkeit, tüchtiges Wissen und liebenswürdiges, freundliches Benehmen. Die Abtheilung für! den -deutschen Zoll-Verein stand unter-Superintendenten W—r. Da-derselbe dem deutschen Volke wenig Ehre brachte- Nenne ich seinen Namen nicht; doch kann ihn Jeder, der ihn zu wissen wünscht, aus den Criminal-Berichten der englischen Zeitungen in New-Uork erfahren."---- 1 •;v'! / ■ -,y' :" ■ - Daß in Amerika bei der Wahl der Angestellten auf Religion oder Confession nicht -gesehen wurde , darf ich wohl kaum erst'sagen; und so wirdman es wohl nicht gar so sehr erstaunlich finden, daß auch viele Juden-daselbst Anstellung erlangten. ' ■ In' der Abtheilung des deutschen Zoll -Vereins war es namentlich ein Officier, Namens Delmönt — von Geburt ein Deutscher und ein Jude, der aber schon seit langen Jahren in Amerika und daselbst Bürger ^ist-^- der dürch seine' Dienstfertigkeit und Zuvorkommenheit die Zuneigung - seisserehemaligen Landsleute ' — ohne Unterschied der Confesfion — erwarbüi:d von, ihnen stark in Ansprüche genommen wurd^ -' ' - ' ''N" ' - Dieses jedoch Mochte den Neid seines Superintendenten erregen; — vielleicht bedürfte' es'' dessen nicht einmal: wie so öfk der Judenhaß weder -eine Ausrede hat-noch braucht —und wär es gerade Mr. Belmont- -der müN'che Chicane'zw-erduldenHatte? -- -"v'-' j'‘- ’ ' f;,-;: 25*