Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-06-19 · Heft 25 (19.6.1854) · p. Seite 316

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 25 (19.6.1854)
Date
1854-06-19
Page
Seite 316 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225903--13933-3243405
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

So äußerte z. B. der Superintendent W—ui—r gegen den in New - Vork wohnenden; Mineralienhqndlcr Herrmann aus Breslau — ein höchst achtbarer Deutscher und Christ von Geburt. — der verschiedene Gegenstände auszustellen hatte und dem Belmont behülflich war: „Lassen Sie sich nur nicht mit den Juden. ein!" — Dg es mir darum zu ist,, Jedermann G elegenheit - zu geben, sich von der Wahrheit meiner Angaben zu überzeugen oder — wenn man es im Stande mich Lügen zustrafen, so kann man mir keine Jndiscretion;mm Vorwurf machen, wenn ich die.Namen der Männer nenne, die7durch meine Mittheilung nicht gravirt werden. — Die Anfeindungen des Superinlendenten gegen Belmont wurden immer ärger, und sah. sich Letzterer genöthigt, dem General-Superintendenten Capitain Dupont diese Angelegenheit vorzubringen. Belmont, wiewohl Familienvater, den der Verlust des einträglichen, sichern Postens hart treffen mußte — bat den Capitain Dupont, ihn, falls irgend ein gerechter Grund zur Beschwerde sich vorfände, sofort zu entlassen; wenn aber nicht, in einer andern Abtheilung zu beschäftigen. -Nach einigen Tagen arbeitete Belmont schon im österreichischen Departement. — Im Crystall-Palast wurden jedoch immer häufiger kostbare, ausgestellte Gegenstände gestohlen, als deren Entwender endlich der S u p e r i n t e n d e n t d e s D e p a r t e m e n t S für den deutschen Zollverein Mr. W—m—r bei der That erwischt wurde. Nur einer zu großen Schonung und dem Umstande: wie kein eigentlicher Kläger gegen ihn auftrat und er sich sofort selbst schuldig bekannte, hatte er es zu danken, daß die Strafe dem Verbrechen gar nicht angemessen und viel zu gelind war. Nun aber.denke man sich, welche Freude gute deutsche Blätter gehabt hätten, und wie bereitwillig deutsche Scribler gewesen wären, diese Neuigkeit aller Welt zu verkünden, wenn-der Superintendent und Dieb in einer Person ein Jude gewesen wäre! Der Jude aber schämte sich als Deutscher zu sehr, um darüber zu berichten. Gern hätte ich auch, jetzt noch davon geschwiegen; nur scheint mir diese Mittheilung hier in Deutschland zur Widerlegung geflissentlich verbreiteter, boshafter. Lügen allzu nothwendig. Durch die bessern deutschen Blätter — ich glaube, einer rundsch.auerlichen Notiz der Kreuz-Zeitung entkrochen ~ läuft eine Nachweisung über die unverhältnißmäßig starke Betheiligung der Juden in der deutschen Journalistik. Die Wahrheit dieser Angabe kann ich weder bestreiten, noch bestätigen, noch auch überhaupt hier auf die. mögliche Veranlassung dazu eingehen; wohl aber der strengsten Wahrheit gemäß versichern,, wie bei der deutschamerikanischen Presse — die quantitativ bereits fast eben so; entsetzlich, - wie; qualitativ — nur sehr.selten sich Juden finden. Zumeist wohl daher, weil in Amerika sie ihre Thätigkeit nach allen Seiten hin ehrenhaft entwickeln können. Die Wahrheit meiner- Angabe ist leicht ersichtlich, wenn man nur einen Blick in die.deutsch-amerikanischen Zeitungen wirft. . Mit geringen — deshalb aber um so rühmlicheren — Ausnahmentheilen die meisten die judenfeindlichen Gesinnungen ihrer College» in Deutschland. Also auch nicht einmal viel getaufte Juden dürften in Amerika hierbei thätig sein, da für sie daselbst gar kein Gewinn, daher auch keine Veranlassung ist, ihren ehemaligen Glauben und dessen getreue Anhänger noch mehr zu verunglimpfen, als es schon ohnedies oft durch ihr — der getauften Juden — Treiben geschieht. Die für deutsche Blätter aus Amerika berichtenden Literaten find aber zumeist eben fo wenig Juden, wie der Verfasser des Aufsatzes: die jüdischen Kleiderhändler in Ehatham-Streetder sich in Deutschland gewiß mehr wie „creatürlicher Rechte" zu erfreuen hätte. — . Zufällig habe ich in Amerika auch mehrere deutsche Literaten kennen gelernt; möglicher Weise sogar den Verfasser und Uebersetzer des oben bezeichnten Aufsatzes auch dabei; sollte es mir nöthig scheinen, eröffne ich vielleicht nächstens eine Bilder - Galerie dergleichen Subjecte und damit eine Reihe —' illustrirter Stestbriefe. — E. A11 z ei gen. Die hiesige Synagogen- Gemeinde, sucht zum 1. November d. I. einen verheiratheten Cultusbeamten, der Religionsunterricht ertheilen und das Vorbeter-, auch Schächteramt versehen kann. Das Gehalt ist bei freier Wohnung 250 Lhlr. außer den Einkünften des Schächteramts.- Offerten, . unter Beifügung von Attesten, sehen wir baldmöglichst ftanco entgegen. Colberg, den 25. Mai 1854. Der Vorstand M^yer. Ikieß^ Gronau. Die Stelle eines im ist seit. Kurzem, in der Unterzeichneten Gemeinde vacänt, und soll baldmöglichst wieder besetzt werden. « Hierauf Reflectirende müssen sich durch Zeugnisse als wahrhaft religiöse Männer ausweisen können, im Besitz der erforderlichen Kenntnisse deö Hebräischen sein, die regelmäßige Bildung.eines 'jm sich.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.