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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-06-12 · Heft 24 (12.6.1854) · p. Seite 302

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 24 (12.6.1854)
Date
1854-06-12
Page
Seite 302 (sequence 10)
Language
German
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302 standsmitglieder anbelangt, so hielt man es eben so selbstverständlich, daß die Berliner Synagogengemeinde, die größte des Landesauch um so mehr die im Gesetz gestattete höchste Zahl besitze, als dies -ei der Zahl der Repräsentanten eben so der Fall ist. Diese letzte Auffassung soll denn auch höheren Orts als die richtige festgehalten worden sein und ist nunmehr dem jetzigen Vorstande der Gemeinde durch eine ihm am 16. d. M. zugegangene Verfügung des König!. Polizeipräsidiums die Weisung zugegangen, einen Termin zur Einführung der Repräsentanten und deren Stellvertreter anzusetzen. Demgemäß wird am 26. d. M. die Ein> führung und eidesstattliche Verpflichtung durch den Commiffarius des Königl. Polizeipräsidiums Reg.- Rath Gerber erfolgen. Berlin, 28. Mai. Durch den Reg.-Rath G erber, als den von Seiten deS Königl. Polizei-Präsidiums dazu ernannten Commiffarius, und im Beisein deS seitherigen Vorstandes fand gestern Vormittag in dem jüdischen Gemeindehause die Einführung der auf Grund deö Gesetzes vom 23. Juli 1847 gewählten Repräsentanten und deren Stellvertreter statt,' wobei dieselben in Gemäßheit deS §. 49. deS erwähnten Gesetzes an Eidesstatt mittelst Handschlages verpflichtet wurden. Nachdem derRegierungScommissär die Eingeführten in einer kurzen Ansprache auf die Pflichten ihrer Aemter aufmerksam gemacht und ihnen die nächsten Aufgaben ihrer Thätigkeit bezeichnet hatte, constituirte sich däS Collegium unter dem Vorsitz deS ältesten Mitgliedes, Buchhändler Comm.- Rath Carl Heymann, und schritt dasselbe darauf zur Wahl seines definitiven Präsidiums. Hiebei wurden mit überwiegender Majorität der Buchhändler und Stadtverordnete Dr. Veit zum Vorsitzenden, der Kaufmann M. S. BaSwitz zu dessen Stellvertreter, der Dr. med. L. Posner zum Schriftführer und der Stadtrath Dr. Moritz Meyer zu dessen Stellvertreter gewählt. O e st e r r e i ch i sch e r K a i s e r st a a t. Wien, 28. Mai. (Privatmitth.) Vorige Woche starb hier Frau Fanny IeitteleS, Wittwe deS stl. Dr. phil. JeitteleS, Verfassers deS ästhetischen LericonS. Die Frau starb kinderlos und hinterließ ihr bedeutendes Vermögen, mit Ausnahme einiger tausend Gulden für Anverwandte, wohlthätigen Stiftungen, und zwar für ein jüdisches Armenhaus 36,060 Gulden C.-M. — Stipendien für vier Studirende der Medicin und vier der Jurisprudenz, jedes mit 8000 Gulden C.-M.; Unterstützung für jüdische Künstler, die nach Rom gehen r'c. Das israelitische Spital ist im Testament als Universalerbe angeführt und demselben dürften außer den 70 — 80,000 Gulden, die die andern Stiftungen und Legate ausmachen, noch 40,000 Gulden zufallen. ES wird daS jedenfalls dem Spital sehr zu Gute kommen und es dürfte jetzt die Möglichkeit vorhanden sein, ein Spital zu bauen. — Die Bewilligung zum Tempelbau ist auch bereits von der Statthalterei herabgelangt. ES ist stillschweigend bei demselben eine Concession gemacht worden, die früher unter keiner Bedingung gestattet worden wäre. Die Fronte desselben wird nämlich nach Außen und an dem Tempel werden Thürme angebracht feinl — Herr Hirsch Kolisch, Gründer deS israelitischen Taubstummeninstituts, hat von Sr. Majestät in Anerkennung seiner Verdienste das goldene Verdienstkreuz erhalten. — Gestern hielt der Verein für Krankenpflege und Unterstützung handlungSbefliffener Israeliten unter seinem Präses, Herrn Friedrich Bo sch an - Sitzung. Der Verein hat während der Zeit seines Bestehens ein Capital von 17,000 Gülden C.-M. gesammelt und dürfte sich als sehr wohlthätig erweisen. Die Krankenpflege wird bereits geübt, Unterstützungen hingegen beginnen statutenmäßig erst im Jahre 1856. — Vom Herrn Rabbiner Fasse! in Groß-Kanischa ist erschienen 'in , zwanzig gottesdienstliche Vorträge über die zehn Gebote. Der Verfasser spricht sich in der Vorrede aus, daß dies nicht bloS eine Sammlung von Predigten sein soll, sondern ein Lesebuch, eine Erbäuungsschrist, eine Morallectüre u. s. w. — Wir glauben, eS bewahrheitet sich da das: ridsn ab rüT-iw nöan. Für Predigten sind sie viel zu langathmig, als Lesebuch zu wenig interessant. — NS. So eben geht mir aus ziemlich zuverlässiger Quelle die Nachricht zudaß die Antworten der' Statthalter in den Kronländern in Betreff der Anfragen des Herrn Ministers des Innern wegen der Juden günstig ausgefallen seien, mit Ausnahme der Antworten aus Galizien und Croatien. , Czernowrtz, 11. Mai. (Privatmitth.) In Folge der endlich herabgelangten hohen Entscheidung bezug-

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