Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1854)
- Date
- 1854-06-05
- Page
- Seite 287 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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287 lange zum Guten und zum Segen wirken! das ist mein Wunsch, damit recht Viele nicht allein, in dortiger Gegend,, sondern auch in weitern Kreisen sie als Mustergemeinde betrachten und ihrem schönen Beispiele folgen. Vom Rhein, im Mai. (Privatmitth.) Welch einen Werth ein Blatt, wie die Allgemeine Zeitung des Judenthums, hat, wird in einer Zeit, wie die gegenwärtige ist, erst recht erkannt und gewürdigt. Das Klagegestön und der Verzweiflungsruf der Bedrängten aus dem Orient, unser Aller Wiege, tönt durch daS Organ der Allg. Ztg. d. Judenth. zu uns herüber. Hülfe! Hülfe! schnelle Hülfe, doppelte Hülfe, rufen, in Jammer und Elend versunken, unsere orientalischen Brüder. Hülfe wird ihnen und must ihnen werden. Umsonst nennt man uns nicht: rrmahTjdieses schönen Namens wollen wir uns würdig zeigen. — Herr Oberrabbiner Bodenheimer hat eine Aufforderung an alle Vorsteher.seines Sprengels erlassen, mit der Bitte, Beiträge zu sammeln für die im tiefen Elend Schmachtenden. Ich glaube, daß die Beiträge reichlich einlaufen werden. Regte sich doch Alles in hiesiger Gegend, ein Scherflein beizutragen, um Linderung zu verschaffen den so schwer Heimgesuchten. Von Grevenbroick aus, einem Ort, der nur neun Familien israelitischen Glaubens zählt, wird über fünfzig Thaler beigesteuert werden. Herr Rothschild, Vorsteher daselbst, hat sich der Sache mit vieler Wärme angenommen. Möge das aller Orten so geschehen! — Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 22. Mai. (Privatmitth.) Die Zeitungen berichten, daß den Juden in Galizien beschränkungsweise gestattet, ist, christliche Dienstboten zu halten. Wir glauben nicht, daß derartige Dinge von Oben ausgehen, sondern meinen, daß .»un .yns. Man kann yur daraus ersehen, wie weit die Leute gehen wollten , wenn, sie nur könnten. — Erfreulich ist es dagegen, daß hier in Wien Juden nach wie vor die Zuständigkeit zur Hiesigen Gemeinde, so wie das Bürgerrecht erhalten. Was aber trauriger ist: daß in letzter Zeit in sehr kurzen Zwischenräumen drei Selbstmorde unter den Juden stattgefunden Haben. Da istes denn doch l etwas faul nach innen,, und das: ist weit ärger, als; das, was uns von außen treffen kann. Es hat unsere » Zeit keine großen Charaktere aufzuweisen, aber die : schwachen nehmen von Tag, zu Tag mehr zu, und : dem müßte entgegen gearbeitet werden, s Die Mutter unseres vielberühmten Ober-Cantors S. Sulz er ist in einem Alter von 88 Jahren gestorben. Sie war es, die den meisten Einfluß aus ihren Sohn ausübte und ihn dem Dienste Gottes weihete, so daß derselbe mit 14 Jahren bereits daS kaiserliche Decret als Chasanvon Hohenems hatte. Die Frau wgr außerdem, so lange eS ihr die.Verhältnisse gestatteten, sehr wohlthätig und übte besonders die schöne Pflicht Der Urgroßvater desselben, R. Josef Sulz, hat sich ein unsterbliches Verdienst um seine Glaubensbrüder bei dem uns Sulz in Tyrol erworben. Der selige Kohn, später in Lemberg, hat dies näher in den „Annalen" besprochen. Dänemark. Kopenhagen, 16. Mai. (Fr. I.) Der Rabbiner und Prediger bei der jüdischen Gemeinde in Kopenhagen, vr. A. A. Wolfs, geboren in Darmstadt, der vor seiner Berufung nach Kopenhagen längere Zeit Rabbiner in Gießen gewesen, feierte am verflossenen Sonnabend sein sünsundzwanzigjähriges Dienstjubiläum. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich, welche Anhänglichkeit, Liebe und Achtung dieser treue Seelsorger nicht nur bei den Mitgliedern seiner Gemeinde, sondern auch bei allen Einwohnern Kopenhagens ohne Unterschied der Religion genießt. Er hat sich um Synagoge und Jugendunterricht große Verdienste erworben. Literarische Nachricht«!«. Aus der Altmark, Mai. Das Maiheft des „1’Educatore Israelila," redigirt von Professor Giuseppe Levi und Esdra Pontremoli liegt uns vor. Der philosophische Theil verbreitet sich über die Möglichkeit, den öffentlichen und häuslichen Cultus zu vereinfachen; zuerst: über die Einführung des Dogma in den Cultus, der anfangs nur in feinem öffentlichen Theile der freiwillige Ausdruck des religiösen Gefühls,* in -seinem häuslichen