Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1854)
- Date
- 1854-06-05
- Page
- Seite 284 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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fest am Glauben! " für alle Zeiten. — Von dem evangelischen Consistorium ist eine neue Fibel und ein Lesebuch für die evangelischen Schulen Württembergs herausgegeben worden, die auch für israelitische Schulen eingeführt werden sollen. Lehrer Hilberth, ein fruchtbarer Schriftsteller für die Jugend, hat nun diese Bücher'für Israeliten überarbeitet; es sind diese Schriften angezeigt, aber noch nicht edirt. Es wäre sehr wünschenSwerth, wenn endlich auch die.israelitischen Schulen in Beziehung ihrer Schulbücher planmäßiger und besser bedacht würden. — Ein Mißstand ist eS, daß unsere Confirmation und der gesetzliche Termin für den Austritt aus der israelitischen Volks-' schule nicht übereinstimmen. Die Entlassung auS der Schule findet am Georgy statt,, die Confirmation aber; am Wochenfeste. Nun liegen gewöhnlich zwischen beiden Acten fast zwei Monate und die der Schule entlassenen Zöglinge sind dadurch verhindert, dem designirten Berufe sich zw widmen und gehen müßig. Für ärmere Jünglinge und Mädchen ist dies um so drückender, als sie dadurch verhindert werden, früher in einen Dienst zu treten. Wir geben diesen Mißstand der Königlichen'israelitischen Oberkirchenbehörde zu bedenken, damit die Schulentlaffung entweder Voc¬ oder die Confirmation zurückgerückt werde. — Herrn Abenheim, Musikdirektor der Königlichen Hofcapelle; in Stuttgart, Schwager des Kirchenraths Dr. Maier, wird im Schwäbischen Mercur schöne Anerkennung gezollt, es heißt darin wörtlich: „Schließlich müssen wir die ruhigen, acht mozartischen Tempi erwähnen, welche Herr Abenheim durch die ganze Oper hindurch einzuhalten verstand. Ueberhaupt verdient dieser Dirigent die größte Anerkennung für die Lösung feiner schwierigen Aufgabe, während der Verhinderung der beiden Hofcapellmeister seit mehreren Wochen so viele und große Opern zu leiten." Eö wird nämlich im Schwäbischen Mercur eine Kritik der durch mehrere, auswärtige Künstler ausgeführten Oper „Don Juan"; gegeben, die mit jenem Lobe schließt. Die Stuttgarter , Hofcapelle hat in den Herren Levi und Schwabacher zwei jüdische Künstler, die als ausgezeichnete Musiklehrer in Stuttgart viel beschäftigt sind. Preußen. Berlin, den 22. Mai: (Privatmitth. Sie wissen bereits, mit welchen lebenden Bildern jetzt das AmthauS unserer Gemeinde geschmückt ist, und das Musterbild des H. Jacob kennen Ihre Leser einigermaßen. Weniger originell, aber doch als Zeichen des ZeitjudettthumS. anziehend ist ein zweites Bild, das deS A.^H. Heymann, nicht bloS Vorstehers, sondern auch und zugleich' Vorsitzers, also der erste Mann in der Berliner Gemeinde, und wenn ich in mitgliedschaftlicher Eitelkeit diese Gemeinde für die erste der Welt halte, 'so muß ich geradezu Herrn Aron Hirsch Heymann für den i-sb^s-? -on bs bui 12-1 erklären.^ Dieser Erilarch wird wegen seines WohlthätigkeitSsinneS gerühmt, was zwar eine große Tugend , doch an sich allein nicht ausreichend ist, darauf den Anspruch auf das wichtige Gemeindeamt zu gründen, er ist ferner Mohl (Beschneider), kann einen plötzlich erkrankenden, yin aus dem Stegreife vertreten, und ist endlich sehr angesehen bei Herrn L ipp mannsohn. Daß' aber Herr Heymann bei seinen College» nicht dazu beigetragen, das Ansehen der Juden in den Augen der Behörden zu erhöhen, das konnte man eben bei einer Familienfeier dieses Vorstehers selbst erfahren. Am vergangenen Dienstag feierte H. Heymann seine silberne Hochzeit, und laut Beschreibung (wahrscheinlich von der zärtlichen Hand des Herrn Lippmannsohn) brachten das hiesige Rabbinatdie jüdischen Lehrer, kurz die Beamten der Gemeinde theilS schriftlich, theils mündlich ihre Huldigungen, dagegen werden alle Zeichen der Achtung von Seiten. der Behörden und hochgestellter Personen gänzlich mit Stillschweigen-übergangen, und nicht einmal der städtischen Behörde wird erwähnt, daß sie sich um das Hauptihrer jüdischen Schwester gekümmert hätte! Neben dieser tragischen Seite der Feier spielt aber auch eine komische , Don welcher Sie einen Act hören mögen:^ Ein Anonymus begrüßte das Braut- . paar mit einer nicht mißverständlichen Anspielung in der Vosstschen Zeitung in hebräischer Sprache. - Der Anfall kam offenbar aus einem Kreise, in welchem bisher Heymann seinen Anhang aufgelesen und zeigt, daß auch dort schon die Parteikraft gebrochen ist; ja, , in der Vosstschen Zeitung vom Sonnabend deutet Jemand an, es sei das Inserat von Einem, der hier werden wolle, und er nennt ihn deshalb witzig : 2^.2*#. / Um indessen nicht zuzugeben, daß im eigenen Lager ein j Bruch herrscht, fand eS die verächtliche Partei ge- / rächen, mir den Balg vor die Thüre zu setzen, und j sowohl aus der Börse, wie in den Tabagien, wo die /