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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-29 · Heft 22 (29.5.1854) · p. Seite 271

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 22 (29.5.1854)
Date
1854-05-29
Page
Seite 271 (sequence 5)
Language
German
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271 strebungen um die Verbesserung der geistigen und materiellen Wohlfahrt der Gemeinde, der er Vorstand und der er seine ganze Zeit und Kraft gewidmet, haben fortwährend die verdiente Anerkennung gefunden und durch sein glänzendes und imposantes Leichenbegängniß, bei dem alle Parteischattirungen zahlreich vertreten waren, einen paffenden, wenn leider auch traurigen Ausdruck erhalten. Ein schönes Beispiel seiner warmen und aufrichtigen Gesinnungen für die hiesige Gemeinde liefert sein Testament, mit dem er sich zugleich ein ewiges Denkmal in der Dankbarkeit künftiger Generationen gesetzt hat. Den größten Theil seines ansehnlichen Vermögens hat nämlich der Verstorbene israelitischen WohlthätigkeitSanstalten vermacht und einen 30,000 Gulden betragenden Fond für die Gründung eines Waisenhauses für jüdische Mädchen bestimmt, wobei er die Verfügung getroffen, daß Jede, sobald sie das zwanzigste Jahr erreicht, 200 Gulden als einen Beitrag zu ihrer Versorgung erhält. Z. Czernowitz, den 13. Mai. (Privatmitth.) Ein Hochgefühl der reinsten Freude gewährte der ganzen jüdischen Bevölkerung der Bukowina die hohe Anerkennung und Auszeichnung, welche von Seiner Majestät unserm allergnädigsten Kaiser und Herrn zum ersten Male einem hiesigen israelitischen Inwohner vorzüglich für Verdienste um unsere Glaubensgenossen zu Theil geworden. Es ist dies der hiesige durch seine ausgezeichnete Humanität und seinen in unserer Mitte glänzend bewiesenen' WohlthätigkeitSsinn berühmte Kaufmann Herr M Zucker, dessen hochherzige, von den edelsten Menschlichkeitsgefühlen bewegte Brust mit dem k. k. goldenen Verdienstorden geschmückt wurde. Nicht weniger erfreulich ist eS, die hohen Verdienste deö in seinem Vorsteheramte durch dreißig Jahre rastlos thätigen und für die Förderung alles Guten unter seinen Glaubensgenossen eifrig bemühten, humanen, edlen und vielseitig gebildeten Herrn Hersch W. Juster, von der hohen Regierung anerkannt und gewürdiget zu wissen. So verdient unter den vielen schriftlichen Ausdrücken der Anerkennung Seitens hoher k. k. Behörden die jüngst erstoffene Zuschrift des hiesigen k. k. Magistrats hervorgehoben zu werden. Sie lautet: „Per Magistrat rechnet sich's zum Vergnügen, dem Herrn Juster Hersch , HauSeigenthümer und Mitgliede des Ezernowitzer israelitischen GemeindevorstandeS bestätigen zu können, daß seine Moralität und Humanität, sein ausgezeichnet zuvorkommendes Wesen, verbunden mit strenger Achtung vor dem Gesetz, sein unermüdliches Streben, zu öffentlichen guten Zwecken mitzuwirken, ihn unter den Stadtbewohnern auszeichne. Insbesondere bars nicht unerwähnt bleiben, daß Herr Juster bei der Subscription des freiwilligen StaatSanlehenS wesentlich und mit überraschendem Erfolge mitgewirkt, und durch feine Energie den Bau der Ezernowitzer Synagoge, welche seit dreißig Jahren unauSgebaut da stand, ,zu Ende gebracht hat, und sich jetzt noch im gleichen Eifer um die neue israelitische Schule und das neue israelitische Spital bemüht. Für den gebildeten Theil der Bevölkerung ist Herr Juster ein ehrenhafter Charakter, und. der größte Vorwurf, den ihm seine allenfälligen Gegner machen können, ist sein übertriebener Eifer für neue, wohlthätige Anstalten — daS schönste Zeugniß, waS ihm jemals die Gemeinde auSftellen kann. Vom königl. Stadtmagistrate. Czernowitz, am 22. Februar 1854. Frankreich. Paris, im Mai. (Nach dem Univ. israel. Daß die Israeliten von Paris hinsichtlich der Wohlthätigkeit noch immer Juden sind, dafür sprechen viele Beweise. Die durch das Consistorial- Conritö veranstaltete Sammlung zu Mazzoth für die Armen, Soldaten und Gefangene, brachte diesmal 8000 Frcö., aber die Ausgabe belief sich auf 12,000 FrcS. (3200 Thlr.) Zum ersten Male wurden alle Soldaten und Gefangene die ganzen acht Tage gespeist. DaS Comite vertheilte 21,000 Pfund Mazzoth. — Ein noch schöneres Schauspiel bot die diesmalige israelitische WohlthätigkeitSlotterie von Paris dar. ES war eine ungeheure und prächtige Sammlung von Loosen vereinigt, und 25,000 BilletS zu einem Frank waren verkauft. Ein Journal vom 8. Mai erzählt darüber: „Diese Tage fand eine bescheidene, aber wunderschöne Lotterie statt, deren BilletS sehr gesucht wurden — die deS Comite der israelitischen Wohlthätigkeit. Die zahlreichen Loose waren mehrere Tage im Palais Bonne-Nouvelle im €>aa(e de TAssociation des Artistes auSgefetzt. Der Saal war in einen zierlichen

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