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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-29 · Heft 22 (29.5.1854) · p. Seite 269

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 22 (29.5.1854)
Date
1854-05-29
Page
Seite 269 (sequence 3)
Language
German
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269 den in vieler Hinsicht so verwandten, und doch so von einander entfernten großen Männer Friedrich und Mendelssohn,auf dem Gipfelpunkt.der Kraft und des Ruhmes persönlich zu kennen, ihr ward das Glück, bis in'S hohe Alter einen Mann, wie den edlen David Friedländer, zum Schwager und Freund zu haben, und die großen Fragen der merkwürdigsten Zeit, welche vor ihren Augen gelöst wurden, mußten bei ihrer Stellung ,tiefe Eindrücke bei ihr zurücklassen , während die specifisch große Frage des JudenthumS, die sich an das Wirken Mendelssohns reiht, und die Friedländer mit solchem Feuer der Lösung entgegen führte, ihre besondere Aufmerksamkeit und innigste Theilnahme hatte. Sie blieb inmitten einer christlich gebildeten Umgebung und inmitten einer christlich gewordenen Verwandtschaft bis zum letzten Augenblicke bei ihren jüdischen Gesinnungen und Sitten - Lehren - aus der Schule ihrer Freunde M e n dels - sohn und Friedländer, opfervolle Theilnahme für jede bildende Bestrebung, freisinnig, freigebig und tolerant. Sie stand wegen ihrer anregenden GeisteSgaben, Vorzüge des-Herzens und großen Tugenden in allseitiger Hochachtung, und ihr bedeutendes Vermögen war stets dem HülfSb.edürftigen zugänglich: Im Sterbehause fanden sich die angesehensten Männer ein, darunter Alexander von Humboldt und Böckh.— Man sagt, sie habe den beiden jüdischen Waisenhäusern jedem ein Legat von 10,000 Thalern zurück gelassen, und der Gemeinde ein Capital, aus dessen Zinsen ihr Beitrag für ewige Zeiten sicher gepellt sein soll. . F. Lt. —. Die Vossische Zeitung theilt mit: „Das vorgestrige Leichenbegängniß der Frau Wittwe Sara Levy hatte in dem Trauerhause ein theilnehmendeS und zahlreiches Leichengefolge, namentlich viele Notabilitäten in Kunst und Wissenschaft ver> sammeln Vor.Allem nennen wir Alexander v. Humboldt, welcher, trotz der frühen Morgenstunde, erschienen war, dann: Böckh,. Dove , Dwichlet, Grell u. A. Um 8^2 Uhr setzte sich der Zug nach dem jüdischen Begräbnißplatze in Bewegung. Dem Leichenwagen folgten die Zöglinge des Auerbach'schen Waisenhauses. Die Hülle, der Verstorbenen ruht in ihrem Erbbegräbnisse neben der ihres vor fast zwanzig Jahren Heimgegangenen Schwagers D. Friedländer. Sie hat sich durch ihren, von einem seltenen WohlthätigkeitSsinn zeugenden letzten Willen ein unvergängliches Gedächtniß gestiftet. Goch, am Niederrhein, 16. Mai. (Privatmitth.) Die Nummer 130 der Kölner Zeitung eröffnet ihre Besprechung der bei Gelegenheit der Credit-Bewilligung von Herrn Professor Stahl in der ersten preußischen Kammer gehaltenen Rede mit folgenden Bemerkungen: ... Diese Partei (deS Herrn Stahl) haßt im Allgemeinen nichts so sehr, als das „Pack, welches man jetzt die Gebildeten nennt." Unter diesen Gebildeten sind ihr wieder diejenigen am widerwärtigsten, welche mit der Feder umzugehen wissen, — die Literaten. Und unter diesen Literaten sind ihr die aus jüdischer Abstammung am allerunausstehlichsten. Ein „jüdischer Literat" ist in ihren Augen das ärgste Schimpfwort. Da ist eS denn sehr merkwürdig, daß diese Partei aus ihrer' eigenen Mitte keinen Führer hervorzubringen gewußt hat, sondern ihre Zuflucht nehmen muß zu einem jüdischen Literaten, welcher, worauf sie ein großes Gewicht legt, nicht einmal in Preußen geboren ist. Sie schwört nicht höher, als bei Herrn Stahl, dem anerkannten Führer der Rechten in der ersten Kammer... u. s. w. — In Betreff unserer orientalischen Frage habe ich Ihnen zu berichten, daß Herr Oberrabbiner Bodenheimer einen recht eindringlichen und ergreifenden Aufruf an alle Gemeinden seines Sprengels erlassen hat, um sofortige Geldsammlungen für die Armen in Jerusalem zu veranstalten. Hoffentlich wird ein gesegneter Erfolg nicht auSbleiben. So weit ich nur zu hören Gelegenheit hatte, war das Schreiben ein Wort zu seiner Zeit, und ist wie ein Funke in die bereits durch Ihr Blatt vielfach vorbereiteten Gerüüther gefallen. — Es wäre zu wünschen, wenn Ihrem in verletzten Nummer mitgetheilten Memorandum dasselbe LooS wartete. Der. Einzelne kann darin freilich wenig thun, nur die Gesammtheit kann dieses in seinen Folgen gewiß großartige Unternehmen und zwar mit leichter Mühe (wenn nur der rechte Wille da ist) ausführen. Wäre eS. nicht zweckfördernd, wenn sich über ganz Deutschland Vereine bildeten, um die Herbeischaffung der nöthigen Geldmittel zu erleichtern! Die geringsten Beiträge könnten dann mit Segen benutzt werden. Es müßten alle diese Vereine unter einem gemeinschaftlichen Namen an irgend einem Punkte 22*

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