Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1854)
- Date
- 1854-05-29
- Page
- Seite 268 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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268 überseeischen Bedarf gar nicht mit. Was ich, aber vermuthlich ich nur ganz allein, den meisten Rabbinern -vorwerfenzu dürfen 'glaube, das ist Ahr sichtliches 5 SRebett, eine Kirchen -Behörden - Autorität zu stabilitiren, einen Generalstab der jüdischen Religion gegenüber den Gemeinden, und daran arbeitet, wahrlich der berühmte Bund der 77er von 1846nicht allein! Bei den meisten Rabbinern ist eS meiner Meinung nach zu bedauern, daß sie sich diesem Fach gewidmet, daß sie sich diesem Fach gewidmet, daß sie sich diesem Fach gewidmet und daß sie sich diesem Fach gewidmet: bin. Ob man die Gestattung der gemischten Ehen dem Judenthum nützlich oder schädlichchält, das hängt davon ab, was man für Begriffe vom Judenthum überhaupt und von seiner Lebenskraft hat. Der Vater, Ausarbeiter und Durchsetzer des hiesigen Gesetzes über diese Materie, ist der wahrhaft religiöse, gelehrte Chef der orthodoxen, ja pietistischen Richtung in dieser Stadt, der Senator Hudtwalcker, also kann die Sache ja wohl nicht offenbar antireligiös sein. Jedenfalls sollten diejenigen, die nicht für Mischehen sind , die Auswanderung der Juden nach Nordamerika nicht begünstigen; denn dort können sie deren alle Tage finden, bei denen hinsichtlich der Religion der Kinder nach allen möglichen Launen verfahren wird, und die gar nichts danach fragen, ob die Herren Ehr- und Wohlehr- und Hochwohlehrwürden in Deutschland und Polen das Judenthum ihrer dem Judenthum einmal zugeführten Kinder anerkennen oder nicht. Von Südamerika gar nicht einmal zu reden, wo gar nicht selten solche Kinder, die beschnitten werden sollen, erst spät einmal eine Seereise nach St. Thomas, nach Curaoao oder gar nach Europa machen. Die hiesige Gemeinde ist, wie mün vernimmt, gleich so vielen anderen in Verlegenheit; welcher Agentur sie die für die armen Juden in Palästina bestimmten Gelder (Legate und altherkömmliche, feststehende Auflagen) anvertrauen sollen. So lange der alte-Lehrer in Amsterdam lebte, ging daS so im alten Geleise; jetzt soll man sich aber zwischen drei, vier und mehr Agenturen entscheiden, und das ist nicht leicht. Wenn man es nur den dortigen Gemeinden begreiflich machen könnte, so thäten sie gewiß recht, das ganze Geschäft der Redaction dieser Zeitung anzuvertrauen, da könnte denn auch ani leichtesten Rechnung und Bericht abgelegt werden, und es ~ würde mehr Interesse und Vertrauen entstehen: jetzt,.weiß jedoch kein Geber, was eigentlich mit femem^Gelde geschieht. „ES wird vertheilt,^ ja, daS "'ist^letcht^efagty aber:wie?v V *; y Ob auch die israelitischen Unterthanen deS Königs Otto Erlaubniß erhalten haben, in Constantinopel zu bleiben? Ob die Helden GrivaS und TzavellaS die Juden - verschont haben, da, wo eS ihnen gelang, einige türkische Unterthanen abzuschlachten? Ob die edlen Montenegriner und die Baschi-Bozuks abgeschnittene Judenköpfe und- Ohren höher oder niedriger im Werthe halten als andere? Wer weiß daS zu sagen? Zeitungscorrespondenten halten wir uns ja nicht dort im Lager und die zahlreichen „Collectanten," die unS wohl bald mit Brandbriefen besuchen werden,' sind auch nicht die Leute, von denen man Wahrheit erwarten kann. Ob für die Juden im Ottomanischen Reich in bürgerlicher Hinsicht etwas geschieht — woran wohl Niemandem weniger liegt, als ihnen selbst — darüber schweigen die Chroniken jetzt auch. Welche Negierung soll denn da interveniren? Wenn nur derjenige Ankläger den Stein werfen darf, der sich ganz rein fühlt, dann bleibt die Frau Ehebrecherin noch lange frisch und gesund. Preußen. Berlin, den 14. Mai. (Privatmitth.) In den heutigen Morgenstunden stieg eine Frau in'S Grab, an deren Leben voll Geist und Tugenden dreiundneunzig Jahre der bewegtesten Weltgeschichte vorüber gegangen, dreiundneunzig Jahre unerhörter-Umwälzungen in Staat, Synagoge, Kirche, Wissenschaft/ Kunst und Gewerben, ganz durchgreifend der Umwälzungen im Streben und Erfolge des Judenthums, an denen allen sie bald als wohlwollende Zuschauerin, bald mittelbar wirkend Theil genommen. Die am vergangenen Donnerstag verstorbene Frau Wittwe Sara Levy ward in den letzten Jahren deS siebenjährigen Krieges geboren. Ihr Vater, der berühmte Mäcen D a n i e l I tz i g (in jüdischen Schriften bn^n '-i ns*» unb löbn bto:n 'n genannt), mit den vornehmsten Personen in Verbindung stehend und reich , gab seinen Kindern eine wissenschaftliche Erziehung, deren er selbst'sich nicht erfreuenkonnte, -und die Tochtergeistvoll von Natur, ward auch eine Zierde der gebildeten Gesellschaft. Ihr war es vergönnt, die bei-