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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-22 · Heft 21 (22.5.1854) · p. Seite 263

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 21 (22.5.1854)
Date
1854-05-22
Page
Seite 263 (sequence 11)
Language
German
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schüft Dank, daß ihr die' vollständige Kenntniß zweier, wenn auch-nicht ertremer, doch weit, aus einander liegender Epochen gewonnen ist. In der That datirt der von Layard so sorgfältig durchforschte Palast zu.Nimrud von dem ersten Regierungsjahre Adala's, d. i, vom Jahre 1200 v. Ehr., indeß der Palast. von Khorsabad im letzten Jahre der Herrschaft Sargons, des vorletzten assyrischen: Königs, 667 v. Ehr., also 553 Jahre später, noch nicht ganz vollendet war. Nun können wir die Denkmäler assyrischer Kunst von sechs Jahrhunderten mit einander vergleichen. Bieten sie auch keine wesentlichen Un-. terschiede, so wird die Vergleichung dennoch zu Gunsten der ältesten, der Monumente zu Nimrud, ausfallen. Diese zeigen einen Grad der Vollkommenheit in der Conception und der Feinheit in der Ausführung, wie man sie nicht immer in den Sculpturen deS Palastes zu Khorsabad antrifft. Die assyrische Kunst, die vor dreißig Jahrhunderten in so lebhaftem Glanze strahlte, mußte damals schon eine lange Reihe von. Jahren durchlaufen sein. Hoffen wir, daß die Durchforschung der noch jungfräulichen Schutthügel, die Herr Place beabfichtigt, jene Urzeiten und die dunklen Anfänge einer Kunst aufhellen wird, die, obwohl viertausend Jahre alt, , für uns ganz neu ist. Literarische Nachrichten. Biblisch-talmüdische Medicin. Wir haben in Nr. 37 und 38 des vorigen Jahres das Tr.usen'sche Werk über biblische Medicin und das Wund er b.ar'sche über biblisch - talmüdische Medicin besprochen. Wir müssen Leser und Verfasser um Verzeihung bitten, daß, durch-viele. Berufsgeschäfte verhindert, wir erst jetzt den Schluß jener Recension geben. Diese Verzögerung kann wenigstens auch das Gute haben, daß sie das Publicum von Neuem auf jene literarischen Erscheinungen aufmerksam macht und das Interesse, welches fie verdienen , auffrischt. Das'vierte Heft von Wunderbar'S: Biblisch-talmudischer Medicin, nach den Quellen in gedrängtester Kürze bearbeitet Mga und Leipzig 1853), schließt daS Werk. GS enthält die Therapie und Sympathie der. alten Israeliten. Wenn die eigentliche Therapie oder Heilungslehre in der Bibel fast gar nicht, und im Talmud nur sehr mangelhaft vertreten ist, so ist es dagegen die sogenannte Sympathie oder Lehre von den Euren durch sogenannte geheim wirkende Kräfte um so mehr, deren Geschichte besonders in so fern interessirt, als sich darin die Volkssitten und Ansichten vergangener, Zeiten treu abspiegeln. In dieser Hinsicht hat. diese Partie allerdings archäologischen Werth. Nicht aber können wir dem Herrn Verfasser beistimmen, wenn er auch ihrem realen Werth nach diese Geheimlehre in Schutz nehmen will und dies mit Citaten aus Nork, Most, Schubert u. A., deren Naturansichten längst verschollen sind, bekräftigt. Die Anlehnung an kosmische Einflüsse, an Electrici'tät, Magnetismus u. dgl. führt nur in die Irre. Jedes Mittel kann nur durch seine physikalischen und chemischen Eigenschaften auf die Physik und Chemie des Organismus wirken, oder die Psyche des heilenden Menschen wirkt auf die Psyche des zu heilenden. Die Heilung ist also ein Vorgang, der sich in der Physik, Chemie oder Psyche des Kranken bewegt. Wenn wir, auch die Art und Weise dieses Vorgangs sehr oft nicht erklären können, so kann doch dies der Wissenschaft nach und nach gelingen und ist ihr, auch schon oft gelungen. Das hat aber mit dem, waS das Volk unter sympathetischer Heilung versteht, nichts zu thun, von diesem Standpunkte aus würde man die China auch ein sympathetisches Mittel nennen müssen, weil wir die Art und Weise, wie ihre bekannte Alkaloide das Wechselfieber heilt, noch nicht erklären können. Sehr richtig giebt daher Men de den Ursprung der sympathetischen Euren aus drei Ursachen an: 1) die Wirkung auf den Geist durch Abwendung der Aufmerksamkeit und Beschäftigung der Einbildungskraft, 2) die Entfernung aller andern Mittel, 3) die gleichzeitige Anwendung von Medikamenten u. s. f. Wenn aber noch eine vierte angenommen wird: die unzuberechnende Wirkung, die aus dem innern Zusammenhänge aller Dinge und aus ihrer, wenn gleich verborgenen Sympathie hervorgehend, im menschlichen Körper oft die größten und unerwartetsten Veränderungen hervorbringt, — so heißt dies an das Mystische appelliren, welches jedem Aberglauben Thür und Thor öffnet und jeder Wissenschaftlichkeit stemd bleiben muß, die eS nur mit der Erklärung eines Vorgangs, d. h. mit der Zurückführung auf einfache Thatsachen zu thun hat. Hierauf läßt sich freilich nicht zurückführen, wenn der Talmud (S. 44) gegen das dreitägige Fieber empfiehlt: Man nehme sieben, verschiedene Beeren von sieben verschiedenen Weinstöcken, sieben Späne von sieben Balken, sieben Nägel von sieben Brücken, sieben Haustein Asche von sieben Oefen, sieben Erdstäubchen von sieben

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