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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-22 · Heft 21 (22.5.1854) · p. Seite 262

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 21 (22.5.1854)
Date
1854-05-22
Page
Seite 262 (sequence 10)
Language
German
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bet Figuren in den- Hälbhöchbildern von KhorssLad ähnlich ist. Der Hügel von Bavian im Nordosten von Khorsabad bietet eben so wie Maltar eine große Zahl solcher in den Fels gehauener Halbhochbilder. So viel sich aus einer Photographie ersehen laßtmüssen diese Skulpturen mit wenigen Ausnahmen durch die Zeit sehr gelitten haben. Sie find sichtlich 'Vas Werk assyrischer Meister und stellen Personen in kolossalem Maßstab dar, die mit den fttgu* reu in den Halbhochbildern von Khorsabad Arhnlichkett haben. Ueber diesen Sculpturen und fast auf dem Gipfel des Felsens ist eine Reihe von lebensgroßen Bildern assyrischer Könige, durchweg den Figuren von Khorsabad ähnlich, in neun Feldern, in den Stein gehauen. Vier von diesen Sculpturen, die des Verwüsters Hand nicht erreichen konnte, find vollkommen wohlerhalten. Als Ergänzung zu diesen interessanten Entdeckungen fand man in dem unten am Berge fließenden Bache einen ungeheuren Block, der stch von einer Höhe von achtzig Mötres abgelöst hatte und in's Wasser gerollt war. Dieser Block nicht weniger denn neun Mötres hoch und sechs Mötres lang, läuft an seinen Enden in eine Art geflügelten Stieres ausden Stieren von Khorsabad ähnlichnur daß die Kopfbedeckung derjenigen der.Malta;'schen Figuren gleicht. Menschliche Figuren,, ebenfalls in den Block gehauen, begleiten diese Stiere. Diese großartigen Felscnsculpturen find den dort ursprünglichen Volksstämmen eigen und in der Folge von Persern* und Parthern nachgeahmt worden. Im Januar 1853 nach Khorsabad zurückgekehrt, wollte fich Herr Place über das, was hinter der schon besprochenen- Doppelreihe von Säulen und Terrassen wohl verborgen fein dürfte, Gewißheit verschaffen. Er ließ daher einen langen Graben eröffnen und stieß auf eine Mauer von fünf Fast Höhe und einundzwanzig Fuß Länge, ganz bekleidet mit wohlerhaltenen, gemalten und emaillirten Backstoinsn. Diese Art Mosaik, Menschen, Thiere und Pflanzen darstellend, ist die erste assyrische Malerei, die bis jetzt aufgesimden worden, und löst ein archäologisches Problem, das die glücklichen Untersuchungen des Herrn Fulgenco Fresnel auf der Baustelle des alten Babylon neulich zuerst beleuchtet haben. Ktesias, griechischer Arzt am Hofe eines der Achemeniden, spricht in einer hinterlaffenen Beschreibung des befestigten Palastes von Babylon von Halbhochbildern auf bemalten Backsteinen, welche die Mauern dieses Gebäudes zierten. Diese Schmelzmalereien -stellten, wie er sagt, Jagdstücko dav, die auch. Diodor nach ihm noch vvrgefunderr hat. In dem Schutte des Ka fr, einer Abheilung von Nebucadnezars Palastdeffen Trümmerhaufen die gesammten Ruinen der Stadt beherrscht, hat nun Herr. Fresnel eine.Menge Bruchstücke emaillirter Backsteine gefunden, die zu den von KtesiaS beschriebenen Gemälden gehört zu haben scheinen: denn man sieht darauf Füße von Rothwild, 'Hunden, Schwänze und Pfoten- Löwen - oder Pantherzähnesogar zwei Augen, ein schwarzes und ein blaues. Jenes gehörte, glaubt Fresnel, zu dem Bilde des Königs, der, nach Diodor, eine» Löwen durchbohrend, dieses zu dem der Königin, die einen Wurfspieß nach einem Panther schleudernd dargestellt war. Die von Herrn Place aufgefundenen Schmelzmalereien zeigen eine große Aehnlichkeit mit den babylonischen und geben uns Licht darüber, wie die Affyrer diese Kunst zur Ausschmückung ihrer Gebäude verwendet haben. Diese Entdeckung liefert einen Beweis mehr, daß die Malerei, wie die Skulptur, ursprünglich eine dekorative Bestimmung hatten Erst später, bei den Völkern der Civilisation aus zweiter Hand, machte sich die Malerei von den Mauern los und schloß sich in engere, leicht zu versetzende Rahmen ein. . Die Entdeckung der Schmelzmalereien hat in den Gruben Niniveh's eine reiche Ader geöffnet. An einem Ende nämlich dieser mit bemalten Backsteinen ausgelegten Mauer fand man eine wunderbar erhaltene Bildsäule; eine Person darstellend, die eine Flasche in den Händen hält. Diese Bildsäule, die erste, die bei den assyrischen Nachgrabungen gefunden worden, hat fünftehalb Fuß Höhe und ist aus demselben gypsartigen Marmor, wie die Halbhochbilder der Säle. Da die Mauer von emaillirten Backsteinen zu einem Gange gehört, der in einen weitläufigen Saal zu führen scheint, so hofft Herr Place an dem anderen Ende dieses Ganges das Seitenstück zu dieser Bildsäule zu finden. Man hat von nun an allen Grund zu der Erwartung, das Denkmal von Khorsabad, mit vollem Recht als das wahre Musterbild eines assyrischen Palastes angesehen, werde uns in seinem Ganzen, wie in feinen Einzelheiten, wiedergewonnen werden. Das allein wäre schon wichtig genug; aber die Entdeckungen haben fich ja, wie wir gesehen, nicht auf das Gebiet dieses Palastes beschränkt, die Untersuchungen umfassen vielmehr eine weit größere Zahl von Lokalitäten, Heren gründliches Studium dahin führen muß, viele! Lücken der Völker- und Kunstgeschichte auszufüllen. . Dem Herrn Läyard englischer- und den Herren Botda and Place ftanzöfifcherfeiisweiß es demnach die Wissen-.

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