Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1854)
- Date
- 1854-05-15
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
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1 249 Häusern bestehende -Städtchen ' M Raub der Flammendie so fürchterlich wütheten, daß trotz'aller Rettungsversuche /sechzehn, nach? Anderen achtzehn Per-' sonenr Den igräßlichsten Tod-erlitten. Die sprüchwörtlich - - gewordene Menschenliebe' und-der ’ angeborene Barmherzigkeitssinn der- Juden' gab sich hieraüs eine« Weise kund die öffentliche Anerkennung - verdient. - Mit^wahrhaft^rührendem Eifer eilten Wie jü-' discheun Bewohner" der umliegenden Orte herbei, mm den Obdachlosen 'Unterkünft für den nahen ^nvs zü bieten, die'Nackten' zu bekleiden/ die Hungernden'mit Speise zu versehen.: Bis zu binliefenäüs dem kleinen-Jaroslaw allein 1206-Gulden zur Unterstützung der Verunglückten' ein." Auch-in anderen- Städtensind Sammlungen für-dieselben veranstaltet worden. /- ' -hl ynmW 'n -In den -Osterfeieriagen hak uns Herr vr. Ad le r , Rabbiner aus Alz ei, der .als Gast hier weilt- 'einen seltenen-Genuß, bereitet. ''Er hielt amersten Tage eine'-Predigt, 'die treffliche, mitunter auch eine politische Färbung habende Bezüge auf die tiefe Bedeutung dieses Festes, so? wie'Mus die gegenwärtigen stände der Juden in Oesterreich im Allgemeinen, und dig.-KkayyM .Verhältnisse »unftrer. Aemejnde.iyls Besy^erM enthielt. We Gediegenheit, Wie Einfachheit unp Popularität, seines glanzenden Bor.tragS rissen Aeden hin;, die OrjgLyalltät ,dssx entwickelixn. Ansichten, der Reichthum an treffenden Bildern und GlejchnHn sprach besonders an.' Sejne. am 7. Paffahfesttage gehaltene Predigt,, die, seine Specialjtqten be? MreÄ, ein/ allgemeineres.'Interesse hesq^,^üher.tras noch die erste an Gediegenheit. tzer Darstellung, pm Neuheit der Ideen. Ich habe Gelegenheit gehabt, Herrn Dr. Adler in einem. Privatcirkel zu sehen, wo die anspruchlpse Bescheidenheit, seines Auftretens bei ausgebreitetem Wissen, seine Sicherheit und sein feiner Takt im Urtheile die gerechteste P.ewimderung erregten.' — Da wir seit langer Zeit schon, ohne Prediger-,: überhaupt ohne leitendes Obtzrhaupt unserer religiösen Angelegenheiten sind, und mehrere Versuche, den -geeigneten Mann für diese Stelle zu finden, fehlgrschlagen haben, so sind Schritte gemacht worden, Herrn vr. Adler, der den gestellten Anforderungen so sehr entspricht, für unsere Gemeinde zu gewinnen. — . Zu Ehren, der Vermählung des hohen-Kaiftrpaares ist-heute der Grundstein zu einem-Weber-/ Schulmw Arbeitshaus für arme, elternlose'Kinder israelitischen Glaubens! gelegb worden. leiste Ercdllenz"' d er Gübernialprästdent HerrKalchbergund mehrere^ andere'HonöratiönendeS Beamtenwie' des Militärstandesgeehrten diese' feierliche Handlung mit ihrer Gegenwart •/ wobei' Herr Dr. Adler an die zahlreiche Verfammlüng-eine 'entsprechende Anrede hielt, in der er mit Hinweisung auf den edlw Zweck und die Zeitgemäßheit desneuen? Institutes/ den Segen Gottes und den Schutz hoher Gönner auf dasselbe herabstehete. Den würdige'nSchluß dieser erhebenden Feierlichkeit bildete die'vollkommene' Kleidung und Speisung von 200 armenjüdischen Knaben, die einzig und allein den Bemühungen des Herrn Zipper,' eines der verdienteste'nMitglieder unserer, Gemeinde, zu wer-' danken ist. Dieser edle und seltene Mann/ der trotz seiner zahlreichen und mühsamen Berufsgeschäfte ungemein viel zur Aufklärung? und zum Fortschritt der Lemberger Juden beigetragen, sieht nun sejne Bestrebungen, die schädlichen EinflüssederÄtmuth'aüf die Sittlichkeit, das geistige wie Hystfche 'Wöhlsein der Menschen zu heben'öder wenigstens zü'ÄLlöern', mit Erfolggekrönt. Zugleich ist dies eine - SatiSfaction für Herrn Diamänd, den Verfasser der in' Nr. 15 erwähnten Broschüre. Z. GroßbritanyLeri.! London, 27. April. In diesen' Tagen erwies es sich hier einmal wieder recht augenscheinlich, daß die jüdische Frage' keine gesonderte,' sondern in der That nur ein Specialpunkt der großen Frage der allgemeinen Glaubensfreiheit ist.' Bekanntlichhat Lord John Ruffel eine -Reform der englischen Universitäten im Parlament-beantragt.' Allein man weiß nachgerade, was eine Ru s se l'sche Reform zu -bedeuten hat: So auch' hier/ -Die 'englischen - Universitäten (Orförd und Cambridge)"stehen allem den Hochkirchlerw offen-? weil jeder Student einen Eid auf diese Kirche schwören muß.' Nun -zählt-jetzt - England unter -achtzehn Millionen Bewohnern nur sechs Millionen Hochkirchler, und man kann sich denkendaß eine Reform, welche jenen Eid bestehen läßt, nicht im Geschmack der -übrigen zwölf Millionen sein kannwenn auch der alte Fuchs sie mit seiner alterschwachen Hand zurecht -macht. In Liverpool fand in diesen Tagen ein Meeting, statt, welches' eine, Petition um Abschaffung dieser Gtaubenseide für Studentenauf den' englischer^ 20'