Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1854)
- Date
- 1854-05-15
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225898--13860-3243327- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
' 248 Dürchlesen jener Zeilen? Wenergreift nicht ein kalter Schauer, wenn er erfährt/, daß ein Vater schon im Begriffe stand, sein geliebtes Kinb-zu verkaufen, um durch 'den -Erlös! das Leben seiner übrigen.Familienglieder noch auf eine kurze Zeit zu -fristen; wenn er wahrnimmt, daß die-Noth Unglücksfälle, erzeugt, die an jene traurigen Tage der Tempelzerstötüng 'erinnern?! Und könnten wir bei solchen Ereigniffen thatlose Zuschauer bleiben, ohne unterstützend und helfend einzugreifen? —" Wenn wir überhaupt nach den weisen Vorschriften unserer Religion bei keinem Unglücke unseres Mitmenschen ohne Unterschied seines Glaubensbekenntnisses Herz und Hand verschließen dürfen, 'sondernvielmehr bedenken müssen, daß die Gaben < nur vom Himmel gereicht werden, um wieder zu spenden und der Armuth Schmerzen zu lindern, um wie. viel weniger dürfen wir bei einem solchen Schreie des: Entsetzens gleichgültig bleiben, der von unfern Glaübensbvüdern saüS > einer Stadt zu uns herüber tönt, an deren Namen unsere Vergangenheit, unsere Geschichte, ja, die Erinnerung an die Blüthezeit unseres Volkes sich knüpft; in deren Mauern einst Juda'S Fürsten residirten, die Propheten das Wort der Wahrheit verkündigten, die beiden Tempel in ihrer schönsten Pracht erglänzten, die Hohenpriester am heiligsten Tage des JahreS den Gottesdienst versahen und Israels Stämme drei Mal im Jahre sich vor Gott versammelten—r - Könnten wir es ruhig "Mit ansehen, daß unsere Brüder dort auf dem »geweihten- Bödew verschmachten, die nur aus ächter Frommheit und ungeh'euchelter Gottesfurcht sich innerhalb jener alt ehrwürdigen Mauern ansiedeltendamit sie ihr Gebet an der Stelle verrichten können,- wo' ihre, ruhmreichen Vorfahren beteten/ und ihre Gebeine einst 'an dem Orte ruhen.mögen, wo ihre unsterblichen Ahnen zu den Vätern eingethan wurden?! Nein, „um Zions willen.'schweige ich nicht; um Jerusalems willen raste, ich 'nicht, .blS da aufgeht wiesLichtglanz ihr-Heil uüd ihre. Hülfe wie eine brennende Fackel." Jerusalem, vergesse ich dein, so vergesse meine Rechte —, weine.Zun ge/klebe am Gaumen, wenn ich dein nicht gedenke, wenn/bei jeder Fröhlichkeit dir wicht.eine Zähre stießt.«:-. . . Unter diesen Gefühlen und in der festen Aeberzeugüng, daß. eS nur dieser' kurzen Andeutung bedürfe, um eilte allgemeine Theilnahme un dem här^ ten Schicksale unserer GlaubettSbrüder in' Jerusalömdie' durch - die gegenwärtigen^weltgeschichtlichew-VerwickelungeniM Orientenochanderen - Bedrängnissen Preis gegeben' sind, in'S Leben zu bufen, erlaube ich mir, Sie.zu-bitten, bei Ihren Gemeindemitgliedern zum Zwecke dieser Unterstützungunverzüglich eine Eollecte veranstalten und-deren Ertrag gefälligst an hiesige Stelle -'-besorgen zuwollen ,'- damit die Mm ganzen Sprengel aufgebrachte Summe auf einmal und rasch nach ihreMBestimmungsorte befördert werden könne. Die Gaben der Gemeinden sollen durch öffentliche: Blatter bekannt gemacht, werden.'‘' Die^ Gebermögen sich aber des Segens deSAllbarmherzigen erfreuen,' der. auf des .Menschen Thun achtet, um die menschenfreündliche 'Handlung täusendfach zu.'belohnen. C re selb, den 23. April 1854. .. .!: Der Ober-Rabbiner, L. Boden heim er: Oesterreichischer Käiserstaat. Wren> -5. Mai. (Privatmitth.) In diesem Augen» blickwirb 'mir die Nachricht zu Th eil, daß der Kaiser: die angesuchte Bewilligung zu einem neuen Tempelbau ertheilt hat. Derselbe wird nun auch soforb in Angriff genommenwerden- und zwar nach einem sehr schönen und kunstsinnig gearbeiteten Plane deS Architekten Förster. Binnen Jahr- und - Tug dürfte daS neue Gotteshaus, das sich .zur. wahren Zierde-dieser Residenz erhebenwirb,, fertigda stehen. - ES wird Raum für 2000 Sitzende und 1000 Stehende haben. Morgen -hält 'Mannheimer: Confirmation die - seit vielen Jahrenhier nicht. stattgefunden hat.' ES -werden etliche -unddreißig Mädchen oonfirmirt, -keine Knaben. - .^ Der Hiesige -Getreidehändler S'. F; Her dem großen ' Treffer -in der -Lotterie von' 4854 mnt- 225,000 Gulden-gemacht hatbedächte die-hiesigen. Wohtthätig'kMs'iNstüute reichlich.- v - . $Yr , j - Grmberg, 24.. April. Wrivatmitthi) - In Tschescherww-. einem meist SM Jüdew'bewdhnftn -Siädtch'eü'des Zolkiewer .'Kreises,' ereignete sich/diesen ZSw ton ein fürchterliches Btändünglückv: Jn'derNacht vom 8; aufchM 9. kam sin wem Hauste eines BäckiM Feuer aus, 'das , von Anem heftigen Winde 'begüru stigt, mit Mistender NchneüiKit um sich^-Mff. Jrintzrhalb wMigiee-SMdm livürde däguMSl Ungefähr 3M