Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1854)
- Date
- 1854-05-15
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
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247 entstehen und die jüdische Bevölkerung rasch sich vergrößert. Vielleicht nimmt Herr Rabbiner. Wälder, der die Geschichteder Karolinger im Manuskripte fertig-hat, sich die Mühe, eine Monographie über die Geschichte der Juden zu Ulm zu fertigen, wozu die.städtischen - Archive und die Württembergischen Historienbücher ihm Stoff geben würden. ■ - ■ : Preußen. Berlin, Anfang Mai. (Privatmitth.) Die Wärme, mit welcher die Allg. Zeitg. des Judenthums die Zustände unserer Brüder im Morgenlande und; namentlich in Palästina, bespricht und durch Originalberichte beleuchtet, hat hier und zwar nicht bloö bei Juden, innige Theilnahme geweckt, und ein vielleicht bald erscheinender Aufsatz über den Gegenstand in einem vielgelesenen Blatte wirdan Ihre Worte' anknüpfend, das DntereD auch in die - Meist tragen, wohin die jüdischen Blätter nicht regelmäßig dringen. Ein christlicher Leser fragte allerdings, warum die jüngern Juden in Jerusalem jetzt nicht die Gelegenheit und/ die. Waffen ergreifen , sich nützlich und angesehen zu machen. .Eine jüdische Gemeinde von 7000 Seelen könnte schon ein hübsches Contingent stellen! Allein abgesehen davon, ■ daß die reli-' gibst Richtung die Armen für die friedliche Clause des BetenS, Studiums - und des KasteieNs, und nicht fürdas Kriegslager erzogen hat, darf man auch,nicht vergessen, daß. die Pforte bisherMr Muhammedaner in den Reihenihrer. Armee zuläßt, und nur als Ausnahme und. Versuch die. Bildung eines kleinen Kosaken- Pulks unter und aus Polen gestattet hat. Aus dem Schauplatze, wo David, Juda MakkabäuS, Johann von- Gisthala u/. A^- so tapfer gefochten haben, .würden, deren- Nachkommen und. Landsleute auch nicht zurück.bleiben, -wenn. die Verhältnisse, günstiger.wären; und es ist bekannt, daß.diesKudM'-iNi.RordW' lästina, z. B. in Hasbeia,.zu den kriegerischesten und kühnsten. Mnwohnern.^gezählt -werden.. ^Die -.beiden hiesigen Semeindeschü.len. find in neuester Zeit.-von solcher ^Frequenz , bedrängt, daß sowohl, in-der Töchterschule, - wie in d.er^Knabenschule: Wiederholt neue Classen errichtet, werden mußten.^ Der.AnwachS.der Gemeinde - durch .-Zuzug auS' den.Provinzen, und. dem Auslande: .warsti.t. j.849 so .stark, > daß-.sie, jetzt.an 2000 '.Familjen,-.zählt/ und diese. plötzliche.Permehrung der Mitglieder mußte schon an. sich einen Andrang schulpflichtiger Kinder bedingen, vollends - da die meisten Fremden noch wicht. daran gewöhnt sind, ihre Kinder ausschließlich in - christlichen Schulen erziehen zu lassen. Aber auch die neue Leitung der Schulen mit sehr vielen. tüchtigen Lehrern hat sich den Vätern empfohlen, und - die unbemittelten Eltern werden überdies von selbst dahin -gewiesen, wo die Gemeinde für ihre Kinder-die Unterrichtskosten bestreitet. — Dagegen hat sich ganz durch eigene Kraft dieunter Leitung des Herrn S. Piek stehende Privatschule zu einer der blühendsten Unterrichts- Anstalten Berlins erhoben, und ihr vertrauen die hervorragendsten jüdischen Häuser ihre,Kinder an. Herr Piek/- eintalentvoller und genialer Schulmann, iss ein Zögling Diesterwegs. '—.Was sagen Sie zu der anarchischen Erscheinung, daß noch heute das.Wahlergebniß vom 2st. Februar nicht/veröffentlicht und noch nicht zur Wahl eines Vorstandes/geschritten ist? - Das „Regulativ" des königlichen Polizeipräsidium, welches die Wahl der Repräsentanten vom 23. Februar, anordnete, sagt, daß daS Wahlresultat, sofort in genannten drei öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden müsse, so wie daß die gewählten Repräsentanten sogleich zur Wahl eines Vorstandes schreiten müssen. Beidesgehört noch der Zukunft an, und wer weiß, was.in der Gemeindestube Hintergrund schlummert. Man murmelt von Denunciationen, die ich nicht'.weiter berühre Sicher ist,-daß beinahe ein Vierteljahr über - die . Wahl' hingegangen ist, und die abgewor.senen Vorsteher, haltendas Gemeindehaus .noch besetzt. Ob / als „Pfand," als -,Depositaire>-" oder als ,-Proprietaire" ist noch nicht klar, ..aber daS-ist klar, daß die Gemeinde..ein „sehr,kranker.Mann" sein .muß, die sich daS Alles gefallen läßt. . F. Lt. Creftld, im Maü. (Privatmitth.) Der Herr Oberr-Rabbiner B o den he i m er hat folgendes Rundschreiben: andie Gemeindevorständeseines Sprengels /erlassen; - . .Die.jüngste Rümmer der Allgemeinen ZeitungdeS JudenthumS brachte uns die höchst betrübende Kunde von einer.schrecklichen Hungersnoth, die gegenwärtig in Jerusalem herrscht und von.Jammerscenen, die sich in deren.Folge namentliche unter, unseren *GlaubenS» brüdernder/ffefardischm Gemeinde dastlbst zugetragen haben, soflenr- —..Wem. erbebt nicht daS .Herz beim