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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-08 · Heft 19 (8.5.1854) · p. Seite 238

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 19 (8.5.1854)
Date
1854-05-08
Page
Seite 238 (sequence 12)
Language
German
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Jahrhunderte so festgeschlägen war, daß man sie, ohne sie zu zerbrechen , nicht leeren konnte. In diesen Krügen lagen auch sehr künstliche Sachen von Kupfer; in erster Reihe führt Herr Place Gazellenköpfe mit sprossendem Geweih auf, von auffallendster Ähnlichkeit mit derartigen Dingen, welche die Personen der assyrischen Halbhochbilder in der Hand halten und die ohne Zweifel zum Aufschöpfen des OelS oder Weines dienten. Ähnliches war früher bei den Nachgrabungen nicht gefunden worden. Ueberdies sammelte inan einige kleine Gegenstände des täglichen Gebrauchs: Nadeln, Haken, Ohrgehänge, wie sie auch auf den Halbhochbildern Vorkommen. Indem Herr Place seine Nachgrabungen fortsetzte und sich ihm in den Unterbauten die Thatfache feststellte, daß die assyrische Architektur von der Verbindung des Voll-, bvgenS Mit dem Spitzbogen Gebrauch gemacht , entdeckte er in einem anderen Lheile die Stufen einer Marmortreppe — jede Stufe 15^2 Fuß lang bei 13^2 Zoll Höhe von einer Stufe zur anderen — die tief unter das Niveau des Kalk-Estrichs der Säle.hinab und dann wiederum aufwärts führte. Nach der sechsten Stufe abwärts stieß man auf ein Pflaster in breiten Fließen von einem sehr harten Kalkstein, das fich über einen weiten Raum zu erstrecken schien. Die aufwärts steigenden Stufen leiteten zu einem Estrich von derselben Beschaffenheit, der in einem Abstand von 15*/2 Fuß in eine lange Säulen^ flucht auslief. Diese Säulen, von deren Festigkeit der Umstand Zeugniß giebt, daß sie ihre Stellung und ihren Platz behauptet haben — ihre Existenz in den assyrischen Baudenkmälern hat Herr Place zuerst constatirt — sind wie gegossen von sehr hartem Thon; je sieben in einer Gruppe find von einem doppelten Pilaster eingerahmt, und der Raum von 1V» Zoll zwischen einer Säule und der anderen ließ kaum das Licht durch. Sie find al fresco bemalt oder mit einer Art Stuck oder schwarzem Kitt überzogen, wie die Backsteinsäulen in Pompeji. Vier dieser Gruppen find bereits entdeckt, und noch deutet nichts an, daß man am Ziele dieser Entdeckung ist. Die tiefen Tunnel, mittelst deren man auf den Grund gelangt, gestatteten nur, die Füße der Säulen abzuräumen; zu den Capitälern ist man noch nicht gekommen. Wahrscheinlich bildeten diese gepflasterten Räume, diese Colonnaden und Terrassen die äußere Verzierung des Palastes, die ihm einen großartigen, imposanten Charakter geben mußten. Wir nennen noch einige merkwürdige Funde: Eine Art cylinderformiges Dachfenster (Ochsenaugen) ohne Glasscheiben, um Äst und Licht in das Jnnete dex Mstuhe zu leiten, vollkommen denen ähnlich, welche dH Äewohner MossulS noch heute in die Dicke der Mauhn sDn, um Ungesehen Alles, waS draußen vorgehk, zUbeybachten — allerlei Mpfergefäfie — eine Phiöle in weißem Glase, von zierlichstör Form, inwendig mit einer perlmuHrärÜb strahlenden Substanz überzögen uüd Mit zwei Henkeln in rothem Glase verziert — ein Schälchen von derselben GlaSart mit einer Reihe erhabener, farbiger Zeichnung^ in Roth und Bläu; ein Beweis, daß die Ässhrer das Glas und die Schmelzarbeiten gekannt und zu dem Mnnichfaltigsten Gebrauch ängewendet haben —* kupferne Nägel mit silbernen Köpfen kupferne Hörnchen, die wohl zu einem Götzenbilde gehört haben mochtenein Siegel von Kalkstein mit dem Bilde eines BaumzweigeS ~'dn kleiner Stier von Erz, zum Unglück in sehr üblem Zustande — endlich große thönerne, in der Mitte äuSgebauchte hohle CyliNder von zehnflächiger Form, jede ist mit sechs bis acht Zeilen einer sehr 'DnD/^kellschrist bedeckt. Herr Place vermuthet, fie wären in zwei einänder entsprechenden Hälften geformt Wörden. Sie find des ganzen Lange nach durchbohrt, als hätten fie söllen aus einer Schnur an einander gereiht werden. Räwliirsön, dem Place diesen merkwürdigen Fund zeigte, erkannte die Inschriften auf den Cylindern als einerlei Di denen Ds den ehernen Stieren, die schön früher von Bottä in erstem Saale dieses Palastes entdeckt Wörden. Sie enthalten, wie es scheint, eine Aufzählung der Titel und Wöberüngen des Königs Sargön; mehrere Sätze find neu und von großer historischer Wichtigkeit. In einer anderen dieser Inschriften werden die Mpnumente, Tempel, Paläste^ Thore, Säulen U. s. w. äufgeführt, womit derselbe König Sargon seine Stadt geschmückt hat. (Schluß folgt.) - Anzeige«. CST Unsere Gemeinde wöglichst HM eDeS mit tüchtigen wissenschaftlichen Kenntnissen versehenen Lehrers, der auch im Stande ist, religiöse Vorträge Während des Gottesdienstes zu halten. Das jährliche Gehalt böträgt 200 Thlp., und ist däb.ki noch auf bedeutende 9}** ben.einkünfte zu rechnen. PGoftese, von Zengnissen h^ gleitete Anmeldungen nimmt, her Unterzeichnete entgegen, Ne uw edel, im April 18S4. Der Vorstand der jüdischen Oemeindp. W. R-srnverjr.

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