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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-08 · Heft 19 (8.5.1854) · p. Seite 233

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 19 (8.5.1854)
Date
1854-05-08
Page
Seite 233 (sequence 7)
Language
German
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Len „der Hoffnung auf Unsterblichkeit voll" ist, und daß er nach kurzer Züchtigung großen Lohn empfängt, nach der Prüfung die Vergeltung; wohingegen die Werke des Sünders nichtig find, er selbst bei langem Leben nicht geachtet, „sein Alter ehrlos" ist, „im Tode keine Hoffnung arp Fage des Gerichts feinen $roß" hgt§ während der Gerechte (4, 13), „bald vollendet, doch lange Zeit gelebt hat." Alles, was der Sünder durch Sünde erwirbt, sein Genüße seine Habe, sein Thun, Alles geht rasch und spurlos vorüber und auf immer dahin. Dies zeigt fich im Leben der Einzelnen und der Volker zahllose Male, aber weder Völker noch Herrscher achten darauf; sie sehen blos nach dem Scheine, wie er dem Momente anhaftet, aber bleiben von der Weisheit fern, welche der Dinge Erkenntniß erschließet. Diese Weisheit lobpreisend, spricht er die Worte (8, 17 — 20): „Der Anfang der Weisheit ist das aufrichtige Verlangen nach Belehrung, denn Streben nach Belehrung ist Liebe, Liebe ist Haltung ihrer Gesetze; Beobachtung der Gesetze ist Sicherung der Unsterblichkeit, Unsterblichkeit bringet in die Nähe Gottes Verlangen nach Weisheit führet also zur wahren Herrschaft.^ (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. A«S Baiern, im April. (Privatmitth.) In den rechtlichen Verhältnissen der unterfränkischen Israeliten ist denn doch in jüngster Zeit eine merkliche Besserung eingetreten. Viele der erschwerenden Verordnungen bestehen zwar noch in Kraft, werden aber von den Behörden weniger streng gehandhabt, und scheint man jetzt doch von Oben herab mildere Saiten aufziehen zu wollen. Diese Dermuthung gewinnt dadurch mehr an Wahrscheinlichkeit, als vor Kurzem ein gewisser Herr M. Rosenbaurn aus Zell bei Würzburg, der fich schon mehrfach um das jüdische Interesse verdient gemacht, in dieser Angelegenheit nach München reiste, sich dort bei Sr. Majestät unserm Könige eine Audienz zu erwirken suchte, und auch erhielt. Se. Majestät nahm den Bittsteller huldvollst auf, ut# sicherte Abhükfe der gerechten Beschwerde zu. So wäre uns denn wieder ein neuer Hoffnungsfchimmer aufgegangen. Möchte derselbe keintrüglicher sein. —^ Es ist mir erfreulich, Ihnen wittheilen zu können, daß Ihr neu gegründetes „Jüdisches Bolksblatt" auch in unserem Lande schon einen ansehnlichen Kreis von Verehrern gefunden, und wird dasselbe, wo eS sich bereits Eingang verschafft hat, sehr gern gelesen. ES wird aber auch hierin, indem das Ernste mit hem Unterhaltenden gepaart ist, dem Volke eine gesunde, geistige Speise geboten, eS findet auch der gemeine Mann, wenn er atn Sabbath und an Festtagen von der Last seiner Geschäfte ruht, sich hierdurch geistig erholt, und kann es daher auch als nyw ari» tfn betrachten. — - Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, mit in die Klage einzustimmen, die in Nr. 10 d. Bl. a. c. einer Ihrer Correspondenten „aus Poser^" über die Gleichgültigkeit, welche in vielen größeren Gemeinden gegen alles jüdische Interesse herrscht, führt. Ich spreche hier von der größten jüdischen Gemeinde BaiernS, von Fürth. Vergebens sieht hier der Fremde sich in einer jüdischen Restauration oder auch in einem Privathause nach einem Organ um, welches die Interessen unserer Glaubensgenossen vertritt. Man zieht eS hier vor, sich an dem Spieltische oder mit irgend einem fchaalen Witzblatte, wo oft sogar Angriffe auf die Religion und Sittlichkeit nicht selten sind, zu amüsiren, statt man sich in irgend einer religiösen Zeitschrift Auskunft über das Wohl und Wehe seiner zerstreuten Glaubensbrüder verschafft, und hesavouirt so factisch den Grundsatz: öirriN ba-ib*: Ein anderer Uebelstand findet sich in Fürth in der Lauheit, mit der in den verschiedenen bestehenden Lehvinftituten der religiöse Unterricht betrieben wird. Ich will der Wirksamkeit dieser Anstalten in den sogenannten Schönwissenschastm durchaus nicht zu nahe treten, allein dem oben bemerkten Unterrichtszweige wird weder die gehörige Zeit, noch die nothwendige Aufmerksamkeit gewidmet, und so nach und nach ein modernes Heidenthum herangebildet. — Ob hier van Seiten deS Rabbinats nicht manches zur Abhülfe dieser traurigen Erscheinungen geschehen könnte, will ich dahin gestellt sein lassen. Wir wollen hier nicht als. Ankläger deS Rabbiners, Herrrr ftr. Levi, welcher sowohl als Mitglied der Cultusverwaltung, so wie namentlich als Proteetor der Armen fich manches Verdienst erworben , austreten * können ihm aber eben so wenig den Weihrauch streuen, wie dies im vorigen Jahre an einem andern Orte geschehen ist. Seine

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