Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1854)
- Date
- 1854-04-17
- Page
- Seite 195 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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195 für) 1854-sind auf. dem Budget! mW 454-600 UreS., MMe ssür Algier mit. 14,600 Frcs.,; zusammen 469,000 Frcs. (45,0662/3 Thlr.) veranschlagt. Einer der aüsg ezeichnetsten Glaubensgenossen in Frankreich, Herr Gustav Bödarrides, erster General-Advocat beim Appellhof zu Air, ist zum Präsidenten der Kammer an dernfelben Höfe ernannt worden.' - Rußland. A«S Rußland, April. Die Boss Ztg. Mßt sich schreiben: „Das Jewish Chronicle, erzählt, -daß der Kaiser von Rußland die Verbreitung des Portraits von Sir Moses Montefiore in Polen verboten hat. Ueber den Grund kann man .sich wohl den Kopf zerbrechen." Wir dächten nicht, daß dies so. viel Kopfzerbrechen kosten könnte — das Portrait Sir MoseS Montesiore'S in den Händen der russischen und polnischen Juden ist ein Beweis und eine Nahrung .für ihr.jüdisches >Bewußtsein und Interesse; in Rußland sollaber nur ein Bewußtsein und ein Interesse .'vorhanden sein, nämlich : für den Czar fünfzig -Jahre. Soldat zu sein; dazu allein soll jeder Mensch in Rußland geboren rlverden; einen andern Zweck des menschlichm DÄseins' giebt es niD. ' -' 'Ferner schreibt sie: ,/Bekannt ist es, daß die Recrütirungbei der jüdischen . Bevölkerung'sich fast ausschließlich 'auf: Knaben in dem Alter von 10 bis 45'Jahren ausdehnt, die bis zum Eintritte in den activen Dienst in Kaiserlichen Militair - Anstalten erzogt werden. Die sehr frühen fast im . knabenhaften Alter stattfindenden Heirathrn der jüdischm Bevölkerung find teilweise Grund dieser Maaßregel theilweise ssoll' durch die militairische Erziehung der kriegerische Geist bei der.Mischen Jagend geweckt und rege.erhalten werden." -Der "Korrespondent der Boss. ^Ztg. v6:gißt, daß daS frühe Heirathen durch einstrenges Gesetz verhindert werdm kann, daß die Indem schon seit - dreißig Jahren z. B. die. besten Matrosen' abgeben, trotz dem sie nicht zum Seeleben erzogen worden; daß also dasiMotiv, Kinder' von zehn- Jahren vom- Herzen der Eltern ^zn - reißen und sie.-Lu russischen Militairansialten? (man denke" sich!) aufzusichen,, ein anderes sein-muß, .nämlich sie ihrer Frankreichs, seine Aufmerksamkeit aus diffen Gegenständ durch"nichts schwinden' zu lassen! Religion und - Familie zu: entreißen! Die einzige Frage ist hier, ob jener Pharao , der die Knaben Israels in den Nil werfen ließ, nicht ein Engel an Gnade hiegegen gewesen? Denn fast ist man nicht zweifelhaft, ob es nicht besser sei, das eben geborene Kind in dem Nil zu ersäufen, als in die russischen MLlLtair-Anstalten abzuliefern!! Nun, wir Juden haben ja seitdem schon Manches erlebt! . . Türkei. ConfLantinopel, 30. März. Dem „Journal de l'Empire" wird aus Constantinopel dienahe bevorstehende Veröffentlichung eines Fermans über Errzchtzrng vW vier, gemisthten Conseils, bei der Pforte, dem Finanzministerium, der Polizeiverwaltung und dem Handelsministerium angekündigt, deren Mitglieder aus allen Confesstonen genommen und deren Entscheidungen nicht mehr dem Tribunal der Ulemas unterworfen werden Men. - - Sarajewo- 29. Marz. (Austria.) Die -am 25. l. M. hier eingetroffene türkische Post brachte einen großher-rtichen Fermcm, der em neues „Untersuchungs- ' gerkcht"' einzumchten befiehlt-Hor daS die Crimistalfälle und schweren Polizeiübertretungen gehören sollen. Die 'Zeugenschaft der Christen und Juden alch^gegM die Muselmänner ist zulässig, jeder Zeuge wirdmach seiner Religion vereidigt. London, 7. April. Lord Clarendon hat einer hiesigen jüdischen Deputation die Versicherung! gegebendaß die jüdischen Unterthanen des Sultans dieselben Rechte und Freiheitenerhalten werden, wie die christili'chen Rajah. > Palästina ' Zörus(tlem, im März. (Privatmitth.)- Die ge- Mwäxtige jüdische Bevölkerung der heiligen' Stadt beläuft sich auf 5000 Seelen der spastischen Gemeinde, 2000! der polmsch-russtschen, und 7-0 Seölen der deutschLholländischen Gemeinde^ - Sämmtliche- Abgübest und Lüsten nn M türkische Regierung werden allein von der spanischen'Gemeinde geleistet- Ha> die übWen rm^ ter-demSchsttze^europäischer Consuln stehen, demnach als Fremde befreit sind. Daß eö den Juden gestattet