Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1854)
- Date
- 1854-04-17
- Page
- Seite 191 (sequence 3)
- Language
- German
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191 fähig sind, müs.sen untergehe ih Ein Drittes giebt es nicht.' Es ist nun für die türkischen Juden höchst günstig, daß die türkische Herrschaft noch -eine Zeit lang bestehen wird.: haben dadurch Zeit,- das Versäumte nachzuholen, europäische. Bildung zu erlangen, bevor, sie von dieser erdrückt würden, wie sie es zum T'heil schon .jetzt find, wie ihnen, die Gefahr schon ganz nahe ist. .... .; Dies? ist demnach auch die Aufgabe der europäischen Juden/ in ihren türkischen Glaubensgenossendie Keime der europäischen. Civilisation zu. wecken, zu Pflegen,: groß zu ziehen. Wir haben diese Pflicht begriffen, wir führen sie Allen zum Bewußtsein — wird sich Thatkraft genug in uns. finden, um zu ihrer Erfüllung einzuschreiten? Nachschrift vom 10.April. ES ist/jetzt gewißdaß England, Frankreich, Preußen -und Oesterreich, am 8. April ein Protokoll unterzeichnet haben,, worin als dritter Punkt „.die Befestigung der religiösen und bürgerlichen- Rechte der Christen in der . Türkei" aufgeführt ist, Man.-sieht, .daß eS. -für unsnoch weit- bis zum Ziele, ist. -; r Das Ju^enthum und oer Islam. '' / :;\ (Schluß.); Wir erkennen daher im Islam das Heraustreten der religiösen Idee aus. dem Judenthume in das morgenländische/ Heidenthum. Die Lehre: eines einzigen, überweltlichen. Gottes überwand das- Heidenthum. Je fester aber der. Islam diesen Grundgedanken hielt, desto weniger Überwand er - abwärts hiervondie..heidnischen Elemente. Me G.ottebenbild.lichkeit des Menschengeistes und die in dieser gesetzte Ireiheit des Menschen unterlagen vordem heidnischen Begriff der Nothwmdigkeit. Die Unmittelbarkeit-Gottes Menschen/, so wie die Heiligung des Menschen in , der /Sittlichkeit. gingen in die alleinige Geltung des. Glaubens auf.- Die /Gleichheit des .Rechts -und die persönliche Freiheit gingen unter in der persönlichen Herrschaft.- der/ Gläubigen und,' dem Selaventhum, in der Bekämpfung der Ungläubigen, in. der. Einheit der Kirche und des Staates; die Barmherzigkeit ward Almosengeben; die Unsterblichkeit des Geistes ward erdrückt von den phantastischen Bildern einer zukünftigen, unbegrenzten Sinnlichkeit. Auf diese Weise ward der Islam, der im obersten Grundsatz sich ganz an die Seite des Mosaismus setzte, in feiner ganzen übrigen Entwickelung ein voller Gegensatz zu demselben.^ Gegen das-Christenthum kam dadurch der Islam in ein ganz anderes Derhältniß. Weil im obersten Grundsatz der Islam mit dem Mosaismus identisch, ist das Chriftenthum durch die Trinitätslehre und Menschwerdung Gottes beiden Gegensatz. Von da ab lausen beide Religionen eine Zeit lang neben einander in dem Mosaismus entgegengesetzter Weise: beiden Religionen geschiehet die Rechtfertigung allein durch dm Glaubenbeiden erhalten die Handlungen deS Menschen nur durch, den.Glauben einen Werth, Leide schreiben die ewige Seligkeit nur den Gläubigen zu. . Von da ab^kehrt aber das Christenthum zur religiösen Idee zurück, während der Islam in.starrer Consequenz.fortläuft: das. Christenthum nimmt aus der religiösen Idee -die göttliche Vorsehung, die/Freiheit deS Menschen,, die Principien der Sittlichkeit, während, der Islam, das Schicksal eine Nothwendigkeit sein läßt, die Sittlichkeit nur in der Ausübung bestimmter Vorschriften des Glaubens findet. Während aber so der Islam in seiner Entfernung vom MosaismuS conftquent/ist, verstopfte er. sich dadurch. die.- Quellen, der Entwickelung: dex der Nothwendigkeit hingegebene Mensch kann//nichts weiter als glauben, und/den Ungläubigen; gn. er eS .vermag, auS demMege räumen. rDELHriz- Mm aber hatte sich drn^Weg der Bildung And in die ganze religiöse Idee offen erhalten. Der Islam kann nur zusammenstürzen vor der ganzen, religiösen-Idee und durch eine gänzliche Selbstvernichtung zu/ ihr gelangen. , Dies die allgemeine Lehre und Stellung des. Islams: Verfolgen wir' nun noch einiges Specielle*). Geiger weiset die charakteristischen Worte mm- (für den Pentateuch,) tman (für Lehrer), (forschen , gesucht deuteln)) näü und zwar für den sieben t e n Tag, obgleich dieser den Mohammedanern kein Ruhetag ist, miNll (als. Götzknthum) tzpny Erlösung, Ndivü Wiederholung: als göttliche Regierung, als aus dem Judenthume entnommene, in den Koran aufgenommene nach. Indem diese Worte zugleich wichtige religiöse Begriffe repräsentiren,'wie. die göttliche Lenkung, die Offenbarung, die Vergeltung nach dem Tode, so. erweist sich dadurch die Entlehnung dieser Begriffe auS dem Judenthume'um so mehr. Eben so findet *) S. Geiger, was hat Mohammed aus dem Jüdenthume ausgenommen? Bonn, 1833; in welcher Schrift bei sehr tüchtiger Behandlung der Specialien keine Ahnung des allgemeinen Verhältnisses enthalten ist