Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1854)
- Date
- 1854-04-17
- Page
- Seite 190 (sequence 2)
- Language
- German
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190 schichte mit Einem Blicke, so sehen wir den Islam äus Arabien Hervorbrechen, und in Einer Strömung Border¬ und Jnnprasten, so wie die ganzen Nordküstenländer Aftika's bi ntten fu ttf$ t g 3 ah reNinSesttz.nehmen; wir sehen ihn dann die Meerengen überschreiten, welche Europa von Asten und Afrika scheiden, die Straße von Gibraltar, um Spanien bis in den Süden Galliens zu überschwemmen, die Straße, von Constantinopel, um Griechenland und die Donauländer zu unterwerfen, Ungarn zu . durchs ziehen, vor Wien den Halbmond aufzupflanzen.' Aber von Karl Martell 732 geschlagen, wird der Islam durch die Christenheit auch aus Spanien immer mehr zurückgedrängt, bis er 1491 Europa auf diesem Punkte gänzlich wieder verlassen muß. Im Jahre 1263 setzte zum ersten Male eintürkischer Häufte von Asien nach Europa über, und ließ sich in derselben Dobrudscha nieder, welche in diesem - Augenblicke von den Russen besetzt worden; am 29. Mai 1453 zogen die.Türken siegreich in Constantinopel ein, 1529 standen sie vor Wien. Seitdem wurde der'Moslem aüch hier immer weiter und weiter-zurückgedrängt, das jüdische Rußland vom ihm gereinigt, in.den, Donauländern.' seine Herrschaft beschränkt, in den-Südprovinzett ein griechisches Königreich begründe^, Mnso, wie christliche Reiche lange-vor dem.IallL Grar(aoa's in Spanien bestanden; jetzt wird das tmÜMe Reich in Europa von Norden her. durch die Russen,, von innen durch. den Llufstand: der Griechen, bedroht. Es ist wahrscheinlich,, daß. die Westmächte: den Bestand!des türkischen Thrones in Europa jetzt sichern, daß Rußland zurückgewiesen, die Griechen zurRuhe gebracht werden. Mqs ist: damit gewonnen?. Zeit nichts weiter. Es werden sich gerade aus der Gleichstellung der Nicht-Moslemim -immer .mehr Verwickelungen: ergeben;, immer mehr Reibungen., Ei n Augenblick, wo. die Westmächte anderweitig beschäftigt sind, würde sofort die Gefahr von außen, und. innen: erneuen. Mit Einem Worte:. die Türken haben in Europa nur so viel Wurzel gefaßt, als sie durch-ihr Schwert vertheidigen .können — vermögen sie dies nicht mehrmüssen sienicht /bloS gegen, den Feind von außen, sondern auch nach innen gegen die früheren Herren, und Bewohner, des Landes, die. sie. zu. beherrschen, aber nicht zu überwältigen vermochten., ' durch fremde Hülfe.geschützt werden — so ist es mit ihnen zu Ende, sobald die. letztere . fehlt., so müssen sie aber , auch von letzterer .immer mehr in den Schatten gestellt, und,zuletzt ^. zuMichts werden. ' Wir sehen also im Grunde in der griechischen Halbinsel dasselbe Schauspiel, wie ftüher in der spanischen, nur mit dem.Unterschiede, daß diesmal daD Zwischenspiel fremdere Hülfe und des Gegeneinandertreffens' 'der.. christlich enD.rosiür'ächte stattstndet. Der Hauptpunkt ist mämlich hier dieser. Während in Spanien die ursprüngliche Nation kräftig genug war, den Thron der Mauren zu zertrümmern und an dessen Stelle ein eigenes, mächtiges Reich.aufzurichten sind die Griechen weder zum Einen, noch zum Andern geschickte Selbstständig wäre es ihnen nicht'gelungen, die Türken aus Morea zu verdrängen, viel' weniger aus der. ganzen.Türkei. Und was für einen Staat haben sie gebildet? Müssen wir aber zugeben, daß, weil die Türken nur einen Stamm unter der Bevölkerung des Landes bilden, sie alsbald die Herrschaft nicht behalten können, wenn sie sie nicht mehr zu halten vermögen, so ist es klär, daß der Bestand des türkischen Staates in Europa nur zeitweise verlängert, werden, kann, aber nicht, die Bürgschaft in sich selbst trägt. Da der Egoismus die schärfsten Augen hat, so hat dies Rußland vorausgefthen. Die Frage in ihrer Wesenheit tst:dahet nur was soll die Türkei werden: russisch oder europäisch? Und da hierbei ganz Europa im höchsten Grade rnteressirt ist, so muß früher oder später diese Frage entschieden werden, uni?woht nicht anders alh — europäiM Dies sst das Ziel des jetzigen KanipfeS. Mag Aberdeen zum Weden geneigt sein, oder nicht, mag überhaupt die Entscheidung noch vertagt.werden, oder nicht Rußland glaubte, Europa könne und werde den 'Kämpf nicht aufnehmen, und die Türkei , würde russisch , sein, .bevor Europa auS dem Schlafe erwacht. . Es. hatte, sich, getäuscht. Europa gegenüber veündg'SmßlrWriW/"Nnd'fö^»uß die Türkei irgendwie europäisch werden. Die: ersten englischen und französischen Soldaten, -welche den.Fußaufden Boden von Byzanz setzen haben, den;; Anfang. des Endes verwirklicht. v: -o'> nvji ■■■;■> f Die Resultate sind also: 1) die. tAsiische Herrschaft in Eupopawird Lurch Len- Schutz. , der Westmächte noch eine Zeit, lang bestehen, ,2) schließlich aber, wird auch die Türkei, europäisch. . . . ...77 - 77:!;:i 5. -7 7 Und hier ist der Punkt, woauch u nse re Frage mündet. . 7./. . .■. iyn; •: 77.-. . Diejenigen Elemente de^ Brvolkeru-Ng^der europäischen TürLe i'welchr -ibtldiung sfähig fi«d>. findjetzt -berufen, zur: euröpListchea Bildung anz.ustreben »-*- di ej-einigen Elem«wte dieser Bevölkerung, welche nicht -bildwngrs-