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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-04-10 · Heft 15 (10.4.1854) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 15 (10.4.1854)
Date
1854-04-10
Page
Seite 184 (sequence 10)
Language
German
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184 Da wandtesich der Kleine unwillig ab und schüttelte daS Lockenhaupt. Mariamne lächelte, und sprach: „Vertragt Euch, Zungen, Ihr könnt Beide keine Hohepriester werden , denn" — und ihr Mund verzog sich schmerzlich — „Ihr seid ja keine HaSmonäer, keine Söhne Priesterlichen Stammes .... Plötzlich klopfte' eS drei Mal an die nördliche Wand, geheimnißvoll wid aus' der Mauer heraus," und dann wieder zwei Mal, und dann ein Mal.... Mkriamne fuhr auf und eine brennende Röthe folgte schnell einer TodeSblässe auf ihrem Angesichte. Sie stand ausi nahmdie Leiden Knaben an die Hand, und sagte : „Geschwind, kommt zur alten Mirjam, sie soll Euch Euer Morgenbrod geben." Bald kehrte ffe in das Zimmer zurück; sie öffnete den verborgenen Riegel, die steinerne Pforte drehte sich um ihre Angel, und durch die Oeffnung schritt- Schammai in das Gemach. Die Fürstin erzitterte. Endlich, faßte sie sich und sprach zu ihm: „Rabbi, was führt Euch hierher?..." „Mariamne! schneller als ich geglaubt, geht Meine Voraussagung in Erfüllung —" „Welche, welche?... sprich!..." rief die erschrockene Frau. „Fürstin! der greise Hyrkan ist von den Schergendes Her.odes, die sich Richter nennen iw Juda — zum Tode verurtheilt worden — die Sonne wird über sein blutiges Haupt niedergehen... Mariamne stand erstarrt da ..... sie war einer marmornen Bildsäule gleich. ... keine Regung,. nicht einmal in der krampfhaft geballten Faust. . . .. „Mein Großf vater.... mein Vater...." brachte sie mit ungeheurer Gewalt stammelnd heraus.. „O> daß, ich der Bote so vieles- Unheilsfeiw muß,^ Fürstim.... Du wirst-ftagen, warum?-... Ist eS nicht nug Verbrechen,, ein HaSmonäer zu. sein und zu athmen> ist es! nicht ein tod-eswüvdiges-Verbrechen,! dev letzte HaSmonäer zu sein und noch, immer zu, athmen .... HerodeS hat gestern Deinen Retter, den Isaak ben Babusch gefänglich einziehen lassen, man fand bei ihm allerdings einige zweideutige! Papiere,. und auf Grund dieser/oder vielmehr weil HerodeS esso wollte, haben sie den alten, zitternden, Mann zum Tode verurtheilt...." . Mariamne bewegte fick, ihr VuseN Hob sich fie sprach: „Min! daskann nicht sein-,' daS» ist V'erlaümdung, dasist boshafte Lüge... : „Wie,. Fürstin,- ^Dui wagst --es; MM Mb SchqmMs. auch nur in Gedanken zuverbinden?.. .. „Du wardst getäuschte...... es ist ein; ausgespreugteS! Gerücht.... es kaun nicht sei»!. ,.. .0 Gott, meim greises guter, allzuguter Großvater..v „Ich wollte, es wäre fo>...... aber-.Maxiamrw>, höm-> w«S, ich Dir sage : bei dem Gotte unsrer Väter-, es ist wahy, er ist verurtheilt, mjt der kommenden Nachtdeckt ihn die Nacht des. Todes;.. .." - „Nein., nein! Schammfli„ es, ist. doch vichh-sp,.)^./.! doch, halt, ich. muß Wahrheit haben..... ich, gehich gch sofort, ich geh..... zunr HrrodeS!und fhrd.stülKliy ste>-... ' ■ ■ '! - . Schamurai starrte lange Keit dahin, wo, die Mwgm verschwunden.. „Es mußte ja geschehen.!" flüsterte er end^ lich, und schritt gesenkten Hauptes' in^ denpunkeln. Gang zurück, und Möß von, innen die, sonst nicht! wahrnehm-i bare, Pforte —^ Die, Königin hattenur einen dichten,, weißen, Schleier umgeworftn, der fie verhüllte, einer Zofe gewinkt,.. siezu begleiten;, und war geraden Schrittes nach dem. nahM KönigiShturse des,HerodeS gegangen; das nur einige, Höf» und Gartenbeete vom Thurm Mariamnetreuntem. Siel trat in dir .Pforte,. schritt . eilends durch. die Halbenach den. Gemächern des Königs, sandte einen Diener hmeivh - sie anzumelden, folgte diesem aber auf den Fuß. Bei der Nachricht, daß die Königin komme, entfuhr dem Herodes nur das Wort:. „.So bald!" —, als Mariamne schon vor ihm stand. Herodes hatte seine.' Gemahlin, wohl nie schöner gesehen. Ach, aller Kummer, aller Schmerz hatte ihre Schönheit nur zu' erhöhen vermocht. Es war dadurch über ihre vollen Formen; über-ihr strahlendes Auge, über ihre rositzen Lippen, über ihre ebenmäßig^ Gestalt noch jener seine Hauch der WehiUuth, der Trauer gekommen, welcher die. Schönheit, so veredelt und wie demHimmel j entstammt erscheinen; läßt. Jetzt aber war die RötM flami mender Herzensbewegung ihr über-Gestalt; Angesicht, Stirn gestiegen, Alles glühete und blitzte an, ihr- ...... sie, warf de» Schleier zurück, sie blickte mit einem unendtichenSchMe» auf ihren Gatten: „Herodes!" rief sie, „ich komme um ein einziges, Wort nicht wahr,, es, ist eine Lüge, daß Du, meinen Großvater hast zum, Tode verurtheilen lassen-, meinen greisenschwachen Großvater? es ist.verruchte Lüge« fag'S...^ Herodes' Brauen, zogensich zusammen; seine Oberlippe krümmte, sich; daß, die, weißen, lange», Vorderzähne sichtbar

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