Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1854)
- Date
- 1854-04-10
- Page
- Seite 181 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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181 ein Tropfen Wassers im Oceane? . ES sind hier schon haarsträubende Fälle vorgekommen.. Ein Herr Diamand - veröffentlichte eine Broschüre, die eine treffende Schilderung, der trostlosen Lage der israelitischen Armen und eine Darstellung der primitiven Ursachen derselben enthielt, nebst einem Vorschläge, durch Errichtung eines WohlthätigkeitSvereins dem fühlbaren Mangel jüdischer'Armen- und Siechenhäuser. abzuhelfen, durch Gründung von Handwerkerschulen und Arbeitshäusern, die jungen noch bildsamen und die erwachsenen, arbeitsfähigen Individuen dieser dem Gemeinwesen so schädlichen Menschenclasse aus Müßgängern, die ein zahlreiches Contingent ,-an Verbrechern stellen, zu nützlichen Bürgern deS Staates umzuformen und fo das Nebel mit der Wurzel auSzuroden. Möge dieser Plan, der vielfach Anklang gefunden, in Ausführung kommen und gedeihen; jeder Menschenfreund wünscht dies von. Herzen. — .. /?. - Sz. Somlyv (in Siebenbürgen), 5. März. (Privatmitth.) Im Großfürstenthum Siebenbürgen leben gegenwärtig cirqa 9000 Individuen mosaischen Glaubens. Hinfichts der Religionsangelegenheiten stehen sie fammtlich unter einem Erz-Rabbiner, der zu Karlshurg seinen Sitz hah dreien permanenten Unter-Rabbinen und neun substituirten Religionsverwesern. Schöne Tempel besitzen die Gemeinden zu Karls- und Klausenburg und die hiesige Gemeinde. Die schönen Tempel der zwei letztem Gemeinden wurden erst vor zwei Jahren beendet. Die Gemeinde zu Klausenburg, die vor kaum sechs Jahren etwa dreißig Familien zähltehat seitdem den glänzendsten Aufschwung genommen. Allein diese Zunahme ist nur äußerlich, geblieben. Seitdem Herr Abr. Friedmann als LandeS-Ober- Rabbiner angestellt worden, war alles Bemühen dieses vielfach gebildeten und wahrhaft religiösen Mannes, die. Glaubensgenossen seiner Sprengel aus der Unwissenheit, in welche, die meisten Israeliten dieses Landes noch, heute versunken sind, herauszuziehen, allein alle, seine Bemühungen mußten an dem groben Fanatismus seiner Glaubensgenossen, scheitern. < Zwar versuchte der. Erz- Rabbi nie sein Vorhaben durch,die Gewalt der Rechte, seiner Stellung zur- Ausführung zu .bringen, vielmehr wählte derselbe zu jeder Zeit den. Weg der. Güte, bis ihn nicht, die Umstände-zwangen,diesen zu verlassen und den Stab her Machten erheben. , Dies zeigte. der Erz-Rabbi besonders, vor Kurzem bei der Gelegenheiteines Processes. gegen ditz Klausenburger Gemeinde.. .. Immer hatte unser Erz-Rabbi wegen-seinsrffreieW Gesinnungen und richtigem Auffassung/ -des; Wesens unserer heiligen Religion gegen, die ZelotmwuH.mancher Gemeinden . zu tämpftn.'jWie natürlich,. kognte es auch in Klausenburg an einer starken, Gegenpartei nicht fehlen, die .ihren Blick dahin gerichtet hielte -tzM Erz - Rabbi. Hindernisse ..,-zu - legen. Dies.Partei arbeitete dahin,.- daß ..aus-ihrer Gemeinde ^ein itie-iu) werde, welches mit der Ober - Priesterschaft zu Kqrlsbürg in jeder Hinsicht wetteifern und dieselbe in-günstigen Umständen sogar stürzen, sollte. - Der .Tempel zu Klausenburg , ward beendet und wurde vom Erz- Rabbi auf's .feierlichste eingeweihh, Kaum aber hatte sich. Der Herr Erz-Rabbr^ entsernt, als daS 2-is der.Gemeinde zu schreien anfing iV' .*1©« und nach den kürzesten Debatten ward der Beschluß gefaßt: die Gemeinde zu Klausenburg habe mit dem Ober-Rabbinate zu Karlsburg Nichts^ gemein, und suhlt sich daher berechtigt, einen eigenen Ober-Rabbiner zu unterhalten. So ungereimt auch - dieser Beschluß' war , in einer untergeordneten Gemeinde einen Ober-Rabbiner anstellen zu dürfenso wurde dennoch gleich Anstalt getroffen, den berüchtigten Zeloten R. HillelLichtenstein aus Margitta in Ungarn als-Ober-Rabbiner zu berufen. Händeklatschend willigte der fanatische orthodore Theil in diese' Wahl und der genannte Rabbi traf in kurzer Zeit auch wirklich ein, und ohne Jemanden zu befragen, ertheilte diese unvorsichtige Gemeinde diesem Menschen alle Eigenschaften eines Ober-Rabbiners: nämlich den Titel irii» n-iin, den obersten Sitz im Tempel, die meisten Accide'nzien des Erz-Rabbi und nebstdem einen firen Gehalt von 500 si. C.-M. jährlich und freie Station. R. Hillel Lichtenstein begann die Verwaltungfeines Amtes mit der größten Energie. . Ueber das ganze Geschlecht' der Stopfgänse wurde 'einschwarzer Bannfluch verhängt; fast ohne Ausnahme würde alles/was zu dieser Race gehört, als nv-im nb22 proclamlrtj. Etwas wurde auch hie. durch die Bemübungches Herrn Erz-Rabbi in's^ÄbeÜ "gÄüfene' dsmfchisraelitische Elementar-und SMgj-nsMlK.HAßöOrÄ - Als all, diese Uebelßärtde ruchb.ap gewordey/.-,eiltx