Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1854)
- Date
- 1854-04-10
- Page
- Seite 178 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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178 bis zu seinem Abgänge rtach Frankfurt ausgestellt sei. Erfreulich muß eS außerdem erscheinen, daß eS in unserer Zeit noch Männer giebt, welche für ihre religiösen Interessen Opfer zu bringen bereit sind. Worms, im März. (Privatmitth.) Zur Renovation der hiesigen jüdischen Denkmäler gingen ferner ein: Stadt-Lengsfeld 13 fl,;- Ansbach 15 fl.; Birnbaum a, W.. 4 Thlr. 25 Sgr.; Malchow 3 Thlr. 8 Sgr.; Mosbach a. Neckar 4, fl.; Samo cz in 5 Thlr.; Schönlanke 3 Thlr.; Floss 16 fl. 9 Xr.; Rakwitz 3 Thlr.;- Tiegenhof 5 Thlr. 10 Sgr.; Grau den z. 6 Thlr.; Insterburg 6 Thlr, 10 Sgr.; dritte Sendung aus dem Elsaß durch Herrn Eonsiftorialrabbiner Klein zu Colmar bisher von den Gemeinden Eolmar, La chaurde-fonds (Suisse), Mulhouse, BieSheim, Hegenheim, Soulz Haut Rhin, Herrlesheim, Norbourg, Durmenach und Bollviler 35 fl. Hierzu 1436 fl. 48 Lr. laut Nr. 7. d. Bl. Summa: 36 Thlr. 23 Sgr. und 1519 fl. 57 Xr., zusammen 1584 fl. 18 Xr. DaS Comitö zur Nenov. d. Denkmäler*). Preußen. Berlin, 28. Marz. (Privatmitth.) Durch den schimpflichen Sturz der neuorthodouen Clique in Berlin sind Sie selbst und ihre Gemeinde, obgleich Ln der Mrksten preußischen Festung, der Gefahr entgangen, durch einen Coup de main erobert zu werden! Es war nämlich, wie man in wohlunterrichteten Kreisen versichert, ein interessanter Plan entworfen und beliebt , nach welchem Einkünfte, Stellen, Emolumente und dergleichen der Gemeinde und der Monarchie für die eben so fromme wie uneigennützige Partei gesichert sein sollte. Zu diesem Behufe sollten Leute (ich bitte um Entschuldigung, ich wollte sagen: Männer) wie Saul Gumbinner, Gustav Liepmannsohn und andere Anhänger von ächtem Wasser in die Verwaltung gebracht werden, eine bekannte, noch junge talmudische Kraft (ich nenne keinen Ngmen, *) Wir haben schon einige (zuletzt aus Rakwitz) mit Freimarken frankirte Geldbriefe bekommen, wobei wir dennoch die Porto nachzahlen mußten , weil Geldbrieft nicht mit Freimarkenftankirt werden können, welches man gefälligst für die Zükinft beachten wolle. - solidem sage ■ blos, sie personisiclrt sich in vr. Mi ch e l Sachs) würde, sodann die alte'talmudische Kraft deS ehrwürdigen Rabbiners Oettinger ersetzt haben, Herr Sachs würde durch geniale Loyalitäts-Bezeugungen und die Ueberzeugung der christlichen Regierung von seiner '> talmudischen Größe drsvi manu zum Oberrabbiner deS preußischen Staatserhoben!:worden sein ad modum Tictini (in Breslau) und in usum Rosini (in Berlin), Dr. D. C. Groschenmacher und vr. Rosin wären Rabbinatsrathe geworden, und für die Provinzen hätten sich dann Rabbinatsinspectoren in partidus entwickelt, Welche Verwickelungen aus dieser rabbinischen Eentralisation für die Seelenhirten und Gemeinden der Provinzen entsprungen wären, läßt: sich leicht ermessen, und der Plan hat im Schooße der Partei wirkliche Entstehung gefunden, und er ist in seinen Hauptzügen nicht etwa ein scherzendes Gebilde meiner Phantasie. — Ist unser Rabbinatwesen in Berlin nicht erhoben, so ist eS dagegen in Ehren- Schloppe tief erniedrigt worden! Ich fetze voraus- Sie haben in der hiesigen Nationalzeitung die vom Vorstande der Gemeinde zu Schloppe wiederholt ausgegangene Anzeige und Aufforderung gelesen, in welcher ein Eantor und Schächter in einer Pepson gesucht wird, welcher zugleich narntt mnn habenrnüsse, auch muß sich der glückhoffende Candidat persönlich zur Probe einfinden, und „Reisekosten werden ihm nicht erstattet." Ich glaube, jeder geistliche Beamte- und jeder Laie, der mit jüdischem Leben beseelt ist, muß über solche beschimpfende Keckheit die tiefste Entrüstung fühlen, und ich bin kein Schmeichler, wenn ich öffentlich die Meinung ausspreche, daß selbst unser bisheriger Vorstand in Berlin sich keiner so unedlen Aufforderung hätte zu Schulden kommen lassen. Beim ersten Anblicke der Annonce nahm ich mir vor, nach Schloppe zu eilen, und meinem gerechten Unwillen dort Lust zu machen; allein ich mußte den Sitz dieses Rabbinats so lange in meinen geographischen Hilfsmitteln suchen, daß unterdessen der Zorn in feine natürliche Lage zurückgekehrt war. Schloppe scheint indessen, wie die wiederholte Anzeige schließen läßt, aus demselben Grunde, der eS von meinem Zorn befreit hat, noch keinen auf eigene Kosten sich producirendett Eantor-Schächter-Rabbiner gefunden zu haben, da nicht alle Candidaten mit hinlänglichen Karten und Handbüchern versehen sind , um dies Ziel ihres Ehrgeizes zum Behufe persönlicher Wallfahrt aufzu-